Saints Row: The Third Remastered – Review / Test (PC)

Saints Row zählt schon seit dem Release des ersten Teils der Spielereihe bei vielen Spielern ein Geheimtipp und diejenigen, die mit diesen Spielen aufgewachsen sind, waren mehr als nur begeistert, als für den dritten Teil ein Remastered angekündigt wurde. Seit dem 22.05.20 ist die überarbeitete Version unter dem Namen Saints Row – The Third Remastered für PC (Epic Store), PS4 und XBOX One verfügbar. Wir haben uns das Remastered von dem überdrehten und durchgeknallten Gegenstück zu Spielen wie GTA genauer angesehen.

Willkommen in Steelport

Der Einstieg ins Spiel ist schnell und rasant und eröffnet das Gameplay sofort mit einer Geschichte, die schnell und einfach erzählt wird. Es startet im Prinzip alles mit einem fehlgeschlagenen Bankraub und geht dazu über, die Gang „Third Street Saints“ wieder aufzubauen, den Einfluss auf die Stadt Steelport wieder herzustellen und das Syndikat zu verdrängen. Dabei erlebt man so einige skurrile Missionen, bei denen man aus dem Lachen oft nicht mehr heraus kommt. Ob sich in einem Filmset vor einer Invasion von Aliens zur Wehr zu setzen oder als „Superheld“ sich gegen seine Rivalen durchzusetzen.

Aber aller Anfang ist schwer: Zu Beginn, also nach dem Intro oder auch Tutorial, beginnt man zunächst einmal mit der Erstellung des Charakters. Der Spieler hat im Prinzip die Wahl, ob er einen weiblichen oder einen männlichen Protagonist spielen möchte, kann diesen bei allen möglichen Körperteilen detailreich einstellen und mit Accessoires ausstatten. Mit allen Körperteilen meinen wir im übrigen wirklich ALLE!

Erst anschließend können wir mit unserer kriminellen Karriere beginnen und unser Imperium mit allen legalen und illegalen Mitteln vergrößern und ausweiten. Wir können Unfallversicherungen betrügen, ins Rotlicht-Milleu einsteigen oder aber auch einfach Gebäude kaufen und mit den stündlichen Einnahmen, welche sich immer mehr vermehren ein gefährliches, aber Luxuriöses Leben führen! Wer also Lust auf wilde Schießereien mit fremden Gangs oder dem Militär hat oder anderen verbotenen Aktionen nachgehen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Mit den 10-15 Stunden Spielzeit, in welcher man nur die Hauptstory erlebt, kann man sich durchaus zufrieden geben. Wer noch alle Missionen erfüllen, jeden Gegenstand kaufen und wirklich 100% in dem Spiel inkl. der DLCs erreichen möchte, wird viel mehr Zeit investieren müssen!

Zusammen ist immer noch am Besten!

Wie auch schon damals gibt es auch hier wieder den Koop-Modus, welcher natürlich auch Online mit anderen Spielern erlebt werden kann. Im Vergleich zu anderen Spielen betrifft dieser hier nicht nur das Open World Geschehen ohne Story-Inhalte, sondern man kann mit anderen Spielern eben diese Story komplett von Anfang bis Ende erleben und zusätzlich auch in der offenen Welt von Steelport herumcruisen.

Beide Spieler können das Spiel während dem Koop durch ESC pausieren und damit der andere Spieler nicht einfach weitermacht und man dadurch etwas verpasst, wird dadurch auch bei beiden gleichzeitig das Spiel pausiert. Wir haben uns die Story zu Zweit angeschaut, um auch den Koop Modus besser bewerten zu können.

Großteils der Zeit lief das Gameplay auch hier problemlos von statten. Gelegentlich kam es zu Verbindungsabbrüchen und bei einigen Missionen gab es Probleme mit der Kamera-Darstellung. Ein Beispiel hierfür wäre der Helikopter. Der zweite Spieler hatte eine nicht so sinnvolle Kameradarstellung hinter dem jeweiligen Charakter und konnte so beispielsweise mit Waffen wie Raketenwerfern oder Scharfschützengewehren nicht richtig schießen. Aber abgesehen von diesen kleinen Problemen hatten wir eine Menge Spaß, sowohl die Geschichte zusammen zu erleben, als auch bei MrGenki alles über den Haufen zu schießen, was nicht bei „Drei“ hinter der Deckung verschwand!

Welche Inhalte euch erwarten

Sehr erfreulich ist, dass alle DLCs und Vorbestellerboni komplett und ungeschnitten ab dem Launch-Datum sofort im Kaufpreis enthalten sind und das sogar ohne Zusatzkosten. Dies bedeutet,  man bekommt auch bei der Remastered-Fassung die zu 100% ungeschnittene Version und somit auch Whored Mode und es Geiselnahme und Überfälle auf Zivilisten in Deutschland möglich.

Abgesehen davon ist alles beim Alten geblieben, was nicht immer der Fall ist. Dies ist einerseits positiv, damit man ein gutes Spiel nicht kaputt machen kann, aber auch negativ, da dadurch leider auch manche Bugs oder die KI unverändert geblieben sind..

Ansonsten sind „Die Saints“  der durchgedrehte Gegenpart zu dem, was uns von GTA bekannt ist. Vollgestopft mit Sprüchen und Missionen, die teilweise einfach nur amüsant und hirnrissig sind oder unter die Gürtellinie gehen, aber dennoch nie an „Humor“ verlieren. Weitere Inhalte sind Schießereien in einem Fetisch-Club und deren Zimmer für spezielle Neigungen, die begutachtet werden können. Ist dem Spieler langweilig, kann er auch Sexpuppen einsammeln, die auf der ganzen Mal verteilt sind!

Selbstverständlich klingt dies seltsam, aber es ist auch nicht verwunderlich, da in Saints Row gefühlt alle Männer wie Gangster und Frauen wie Prosituierte herumlaufen. Aber auch hier gibt es natürlich Ausnahmen wie unsere kleine Hackerfreundin, die lieber in einem schäbigen Diner unter dem Tisch sitzt.

Wie auch schon erwähnt, kann man sich die Zeit auf verschiedene Arten vertreiben mit den Nebenmissionen wie z.B. Versicherungsbetrug (Ragdoll-Unfällen), Amokläufen mit Fahrzeugen um so viel Schaden wie möglich anzurichten oder die wilden Schießereien von Mr.Genki! . Damit verdient man sich Geld und Respekt, um sich dann neue Sachen freischalten zu können!,

Unter anderem ist es dadurch möglich, seinen Charakter „upgraden“, die Waffen verbessern, seine Outfit anpassen oder auch Geschäfte zu erwerben, die in der ganzen Stadt verteilt sind, was auch wieder zusätzlich Geld in die Kasse spült. Ein Manko ist, dass die Missionen gelegentlich sehr ähnlich sind und sich oft wiederholen. Ein Beispiel hierfür wären die meisten Eskort- oder Zerstörungsmissionen, die sich nur bezüglich der Charaktere, die ihr transportieren müsst, unterscheiden.

Wer sich aber mit Outfits austoben will, wird hier seine Freude haben. Von normaler Bekleidung bis hin zu den skurrilsten und lustigsten Outfits wie z.B. als Werwolf, Zombie, Hotdog oder mit Riesenkatzenkopf… es ist wirklich fast alles dabei.

Wem’s gefällt kann auch in Unterwäsche oder sogar ganz nackt rumlaufen und dabei seine Riesen-Nahkampfwaffe „Penetrator“ schwingen. Und ja, bei der Waffe handelt es sich genau darum, was viele nun beim Lesen im Kopf haben werden.

So hat man auch neben der Hauptstory noch sehr viel zu tun und auch mal eine Abwechslung, um nicht nur konsequent der Storyline folgen zu müssen. Der bereits beschriebene Koop-Modus und der im Original rausgeschnittene Whored-Mode sorgen zudem für eine zusätzliche Portion Spaß mit anderen Mitspielern.

Optische Verbesserungen?

Das ein Remastered-Spiel vergangener Tage nicht an aktuelle Titel wie Red Dead Redemption 2 oder auch andere AAA-Games der aktuellen Zeit nicht herankommt, dürfte klar sein. Dennoch hat sich das Team von Sperasoft, die für die Entwicklung zuständig waren, sehr viel Mühe gegeben, um so viel wie möglich aus dem Spiel herausholen zu können und damit die Optik zu verbessern.

Es gibt einige Detailverbesserungen wie neue Modelle von Autos, Waffen und Figuren. Den Gebäuden wurden zwar auch neue Texturen verpasst, aber man merkt, auf welcher Architektur diese aufgebaut wurden, weswegen es nach wie vor etwas kantig im Vergleich zu aktuellen Games aussieht.

Auch die Wassereffekte und Spiegelungen haben auch eine Überarbeitung bekommen, was sich bemerkbar macht. Dank neuer Lichtquellen sich das Stadtbild deutlich verbessert, was sich auch an den Effekten bemerkbar macht. HDR ist nun ebenso nutzbar, was das Ganze noch etwas schöner wirken lässt.

Kleine, feine und manchmal sehr störende Fehler

Wie bereits erwähnt wurden bei der Remastered-Version wenig Gameplay-relevante Inhalte geändert, dies betrifft natürlich auch Fehler oder Bugs.

Einen dieser Fehler mit dem Hubschrauber haben wir bereits erwähnt. Ferner gibt es noch die zum Teil dümmliche KI, welche den Spieler des Öfteren dazu zwingt, eine Mission neu zu starten, weil die Fahrzeuge von dem NPC irgendwo festgefahren werden. Auch gibt es vereinzelte Pop-ins, speziell beim Benutzen der Fahrzeuge, sind uns beim Testen besonders aufgefallen sind. Gegen oft nerviges „Clipping“ wie etwa bei den Waffen hätte man durchaus auch etwas unternehmen können. Fener ist die Sichtweite nicht immer optimal, was sich aber gerade so noch verschmerzen lässt.

Wie gut schlägt sich das Remaster für das Jahr 2020?

Im Vergleich zu aktuellen Open-World Games ist es allgemein etwas leblos und die NPCs sind auch nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte, wie wir bereits erwähnt haben. Hier bemerkt man eben, dass es ein Spiel aus dem Jahre 2011 ist, das optisch neu aufgefrischt wurde, sich aber sonst in der alten Zeit befindet.

Dennoch ist es für sehr viele Lacher und kleine Schmunzler gut, was natürlich bei den vielen versauten und bekloppten Momenten, die man erlebt, kein Wunder sind. Wir erwähnen an dieser Stelle noch einmal dem Riesendildo (Der Penetrator), welcher als tödliche Nahkampfwaffe an den Gegnern ausgetestet werden kann, das menschliche Pferd oder auch einfach mit einem Hexenbesen über die Stadt fliegen zu können.

Natürlich ist dieser Humor speziell und nicht jeder wird etwas damit anfangen können, allerdings ist Humor eben grenzenlos und wir hatten bei dem Testen auf jeden Fall unseren Spaß!

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
78 %
QuelleSaints Row: The Third Remastered
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.