Man of Medan – Test/Review (PC)

Es gibt viele verschiedene Horrorspiele auf dem Markt. Bereits im Jahr 2018 wurde bei der gamescom die „Dark Pictures Anthology“ angekündigt, welche für den PC, die Xbox One und die Playstation 4 erscheinen soll. Dies geschah nun vor etwas mehr als einem Monat, genauer gesagt am 30.August 2019. An diesem Tag erschien „Man of Medan“, der erste Teil der sieben weiteren Spiele, die unter der Zusammenfassung „Dark Pictures Anthology“ erscheinen sollte. Für Man of Medan sind die Macher von „Until Dawn“ verantwortlich, welche auf den Namen „Supermassive Games“ hören.

Schonmal was von der Ourang Medan gehört?

Man stelle sich vor: Eine Gruppe von 5 Leuten, von welchen wiederum eine Person der Kapitän eines Bootes ist, macht ihr euch auf die Suche nach einem gesunkenen Wrack eines Flugzeuges. Zu Beginn wirkt die See ruhig und friedlich, die Freunde trinken ein Bierchen und machen ihre Späße, lediglich unterbrochen von einer Gruppe Fremder, die mit ihrem Boot kurzzeitig Ärger machen wollen. Nichts deutet auf etwas ungewöhnliches hin. Gegen Abend und in der Nacht ändert sich das Wetter jedoch und ein gewaltiger Sturm zieht auf, von welchem die Personen auf dem Boot jedoch nichts mitbekommen, da diese friedlich schlafen.

Durch Geschehnisse, auf die wir jetzt nicht weiter eingehen, welche allerdings mit den 3 Fremden zu tun haben, kommt das Boot vom Kurs ab. Durch diese Geschehnisse landen die 5 Personen und die Fremden auf einem alten Kahn, welcher dem Aussehen nach zu urteilen, schon viele Jahrzehnte nicht mehr betreten wurde. Hierbei handelt es sich um die Ourang Medan, welche es in der Realität ebenfalls gibt. Nach und nach geschehen auf dem Schiff und vor allem im Unterdeck merkwürdige Dinge und des häufigeren begegnet man den verstorbenen Überresten der Crew. Was hier schiefgegangen ist? Weiß niemand. Sind es Untote? Geister? Das erfahrt ihr erst im Verlauf des Spiels und auch nur dann in dem Maße, dass man sich eine Meinung bilden kann, wenn man die richtigen Entscheidungen trifft.

Entscheidungen, Entscheidungen…

Wer Until Dawn gespielt hat, kennt das Prinzip. Im Verlauf der Geschichte habt ihr verschiedene Dialoge und Entscheidungsmöglichkeiten, von welchen allerdings nicht alle Auswirkungen auf die erzählte Geschichte haben werden. Aber je nach getroffener Gesprächsentscheidung verändert sich zumindest die Meinung der Person über euch. Gerade zu Beginn des Spiels wird sich der Spieler denken, dass seine gewählten Entscheidungen keinen Einfluss auf das Spiel nehmen. Hier können wir jedoch sagen, dass ihr euch dabei täuscht. Bei vielen Punkten bemerkt ihr erst im späteren Verlauf des Spiels die Änderungen, welche ihr damit bewirkt habt.

Damit man als neuer Spieler nicht komplett verloren geht, gibt euch das Spiel zunächst einmal eine große Hilfe in Form des „Kurators“ zur Hand. Hierbei handelt es sich um eine nicht spielbare Erzähler-Figur, welche euch relativ zu Beginn des Spiels bereits begrüßt und auch bei einschneidenen Erlebnissen sieht man diesen als Spieler immer wieder. Der Kurator gibt euch auf Wunsch sogar Hinweise, um die Erlebnisse auf der Ourang Medan halbwegs lebendig zu überstehen, wenn ihr diese Hinweise deuten könnt. Natürlich könnt ihr seine Tipps auch ablehnen, wenn ihr diese nicht hören möchtet. Man bemerkt auch relativ schnell, dass der Kurator in den nächsten Teilen der Reihe mit von der Partie sein wird.

Aber auch neben dem Kurator könnt ihr euch im Spiel einen kleinen Vorteil erspielen, wenn ihr aufmerksam genug seid. So gibt es in Man of Medan Bilder an den Wänden, welche ihr betrachten könnt. Dadurch erlebt ihr quasi eine Art Blick in eine mögliche Zukunft und könnt euch so ein wenig darauf vorbereiten, was passiert oder was passieren kann. Weitere Einblicke in die Geschehnisse und warum das Schiff voller menschlicher Überreste ist bekommt ihr durch gründliches Durchsuchen des Schiffes, denn an vielen Stellen befinden sich Notizen, Dokumente oder Gegenstände, welche schon Rückschlüsse auf die Geschehnisse der damaligen Zeit mit sich bringen können.

Alleine gruseln oder doch im Koop

Interessant und ansprechend finden wir auch, dass man Man of Medan sowohl alleine als auch im Multiplayer-Modus spielen kann. Das besondere daran ist, dass es zwei beziehungsweise sogar 3 verschiedene Koop-Spielvarianten gibt. Die ersten beiden sind relativ einfach erklärt, da es sich hier um die Offline-Koop Modi handelt. bei der ersten könnt ihr mit insgesamt zu zweit Spielen und euch gegebenenfalls abwechseln und die zweite Offline-Variante ist der sogenannte Couch Koop. Hier wird ein Controller verwendet, der je nach aktiv spielbaren Charakter herumgereicht wird. Dies ist für einen Spieleabend zwar lustig, aber nicht wirklich spannend, da jeder Spieler zwangsweise lange Pausen einlegen muss.

Die letzte Variante ist der Online-Koop Modus. Dabei spielt man selbst als Host die Hauptfigur in dem jeweiligen Moment und der zweite Spieler übernimmt die Rolle eines anderen Charakters. Sowohl Spieler 1 als auch Spieler 2 müssen so auf die Aktionen des jeweiligen Mitspielers reagieren und können diverse Geschichtsverläufe so nicht aktiv ändern, sondern müssen sie so akzeptieren, wie sie sind.

Was tot ist, kann niemals sterben

Wenn man bedenkt,dass Man of Medan ein Spiel ist, was nur einen begrenzten Wiederspielwert besitzt, kann man es durchaus als grundsolides Spiel bezeichnen. Ein Spieldurchgang bei Man of Medan dauert ungefähr 4-5 Stunden, je nachdem, wie aktiv man alles durchsucht und welchen Modi man spielt. Gerade am Ende zeigt sich die Tragweite der getroffenen Entscheidungen enorm, da das Ending ganz davon abhängt, wieviele Charaktere überlebt haben. Wir haben das Spiel 2 mal durchgespielt. Bei der ersten Variante überlebte nur einer der Charaktere und konnte den Dampfer mit dem eigenen Boot verlassen und bei der zweiten Variante haben alle Charaktere überlebt, was zum Teil schon eine Herausforderung darstellt. Dies liegt vor allem an den verschiedenen Jumpscares, die einen schon insofern erschrecken können, dass man glatt die Steuerung vergisst oder an den Quicktime-Events für welche ihr wirklich nur eine sehr kurze Zeitspanne Zeit habt, die richtigen Knöpfe zu drücken. Wer also kein übermäßiges Horrorgame erwartet, macht bei dem Kauf von Man of Medan nichts verkehrt.

Grafik und Sound top, nur bei der deutschen Synchro hapert es ein wenig

Wir haben Man of Medan als PC Version gespielt. Die Grafik war sehr realistisch gehalten und auch Details gab es eine Menge. Sei es der Dreck oder die Wasserflecken auf dem Boden, der dichte wabernde Nebel in den unteren Decks, die Nägel in der Wand, die Nieten, der Grünspan…alles wirkte verhältnismäßig sehr realistisch. Gelegentlich hatten wir 1-2 Mikroruckler, die allerdings nicht wirklich nennenswert waren und auch einen Spielabsturz konnten wir verzeichnen.

Die Soundkullisse wirkte genauso realistisch und hat einem des häufigeren eine Gänsehaut bereitet, da unerwartete Geräusche auftreten können, deren Ursprung man nicht sieht, der Hall, welcher natürlich in einem solchen Schiff erwarten muss…alles in allem sehr authentisch gehalten.

Schade war lediglich, dass die deutsche Synchronisation mit den Untertiteln absolut nicht übereingestimmt hat und viele der Aussagen einfach keinen richtigen thematischen Bezug aufweisen konnten. Wir empfehlen hier, entweder ohne Untertitel oder sofort mit der englischen Synchronisation zu spielen.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
76 %
QuelleMan of Medan
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.