Pure Farming 2018 – Test / Review (PC)

Seit vielen Jahren begeistern diverse Landwirtschaftssimulations-Spiele eine Masse an Spielern. Vor allem der allseits bekannte „Landwirtschaftssimulator“ zieht hier viele Spieler in seinen Bann. Nun wollten aber zwei andere Firmen namens Techland und Giant Software das Zepter in die Hand nehmen und den Spielern eine völlig neue Simulation der Landwirtschaft bieten mit vielen Features, die es bisher noch nicht gab.

Die meisten der Simulatoren spielen sich nicht gut oder bieten keine Langzeitmotivation. Lediglich der bereits erwähnte Landwirtschaftssimulator 2017 verspricht das, was den Spielern auch zugesichert wurde. Allerdings bietet Pure Farming 2018 trotz einiger Kritikpunkte dem Landwirtschaftssimulator 2017 nun die Stirn und hat unserer Meinung nach die Chance dazu, ein gleichwertiger Titel zu sein bzw. zu werden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Zunächst einmal sei gesagt, das Pure Farming 2018 mehrere Spielmodi bietet. Für komplette Neulinge in einer solchen Simulation und Fans von der Landwirtschaft empfehlen wir, anfangs mit der Kampagne zu starten. Diese beginnt mit einer Art Tutorial unter dem Namen „Mein erster Bauernhof“. Die Geschichte dahinter ist, dass der Onkel des Charakters einen Hof besaß, auf welchem man als Kind viel Zeit verbracht hat, worüber die Eltern nicht begeistert waren. Nun ist der Onkel gestorben, ohne einen Nachfolger gefunden zu haben und kein Mitglied der Familie will das Erbe antreten….. bis auf unseren Protagonisten.

Dies ist nun aber leichter gesagt als getan. Der Bauernhof ist hoch verschuldet und ihr besitzt lediglich ein Startkapital von rund 50.000 Dollar mit wenigen Maschinen. Hier erlernt man nun nach und nach die Steuerung zu Fuß und in den, anfangs wenig vorhandenen, Fahrzeugen und die Möglichkeit, wie man Geld verdient. Dies funktioniert zumeist durch die Arbeiten, welche man mit einem Bauer bzw. Farmer in Verbindung bringt: Pflügen, Säen, Bewässern, Düngern und Ernten. Insofern man sich hier gut anstellt, verdient man mehr Geld, als man für die Hilfsmittel ausgegeben hat und kann sich so nach und nach neue Maschinen oder Hofelemente leisten und sogar seine Schulden zurückzahlen.

Ferner geben euch in der Nähe angesiedelte Farmer regelmäßig Nebenquests, welche ihr in einer bestimmten Zeit erfüllen müsst, um die Belohnung zu erhalten. Dies kann beispielsweise das Pflügen eines Feldes, das Bewässern einer Plantage oder auch nur simple Transportieren von Waren beinhalten. Eine weitere Möglichkeit, Geld zu verdienen ist, Gewächshäuser zu kaufen und Obst bzw. Gemüse anzubauen oder Tiere wie Kühe, Hühner oder auch Kaninchen zu hüten und teilweise gewinnbringend zu verkaufen. Teilweise hat man hier soviel zu tun und so wenig Zeit, dass man sich diese genau einteilen muss, da einige Arbeiten beispielsweise nicht im Regen oder in der Nacht durchgeführt werden können.

Qual der Wahl

Neben dem Story-Modus gibt es auch noch einen Herausforderungsmodus und eine „Freie Landwirtschaft“, welche den Spieler unterhalten können. Der Herausforderungsmodus ist für eingespielte Landwirtschafts-Fans, die sich gerne an schwierigen Aufgaben versuchen. Hier warten auf den Spieler 20 Missionen in verschiedenen, internationalen Regionen und sie bringen teilweise arge Probleme mit sich. Dies können Brände sein oder auch Heuschrecken-Schwärme, die natürlich eure hart erarbeiteten Ernten bedrohen. Diese Missionen erfordern schnelles und intelligentes Handeln. Die Logistikmissionen, welche es hier ebenfalls gibt, fallen da meist ruhiger aus. Grundsätzlich spielen sich diese Missionen allerdings genau wie in der Kampagne, nur dass sie eben Zusatzaufgaben beinhalten und einen höheren Schwierigkeitsgrad besitzen.

Unter „Freie Landwirtschaft“ könnt ihr auch genau das verstehen. Ihr könnt in diesem Modus, welcher eine Art Sandbox-Modus ist, entscheiden, in welchem Gebiet ihr spielen möchtet. Hierzu zählen Italien, Kolumbien, Japan, Montana und auch Deutschland, wobei Deutschland nur im separaten DLC erhältlich ist. Da dies natürlich alle unterschiedliche Regionen sind und jede davon ihre eigenen Gegebenheiten besitzt, findet ihr dort unterschiedliche Feldfrüchte, verschiedene Maschinen und immer wechselnde Aufgaben.

Deutschland ist beispielsweise spezialisiert auf den Anbau von Raps und dem Hüten von Schafen, in Montana warten Kühe und Getreide auf euch und Japan winkt mit Reis und Wasabi. Wer lieber Kaffeebohnen pflücken möchte, ist in Kolumbien am besten aufgehoben und Trauben warten in Italien auf die Ernte.

Man sieht: In jedem Gebiet ist etwas anderes zu tun. Das besondere ist auch hier, dass man mit dem Flughafen zwischen den Landhöfen der verschiedenen Ländern wechseln- und sogar für einen bestimmten Betrag Maschinen mit sich führen kann, um nicht praktisch überall bei 0 zu starten!

Und täglich grüßt das Murmeltier

Eines muss euch bewusst sein: Landwirtschaft ist harte Arbeit und sie wiederholt sich immer und immer wieder. Dies macht sich beispielsweise schon bei der Feldarbeit bemerkbar. Je nachdem, welche Maschinen ihr benutzen müsst, können sich die Arbeiten in die Länge ziehen. Zunächst muss man Bahn für Bahn das Feld pflügen, anschließend jede Bahn einzeln befahren um die Saat zu streuen und diese muss, wenn sie ausgewachsen ist, auch noch mit einem Mähdrescher abgeerntet werden. Falls wenig Niederschlag stattfindet, muss man außerdem noch das Feld bewässern, damit etwas wächst. Auch das Düngen und das Spritzen von Pestiziden gehört eventuell dazu. Nachdem man die Ernte eingefahren hat, muss man diese entweder in einem Silo oder einem Lager unterbringen, damit sie nicht verdirbt. Nun hat der Spieler die Möglichkeit, diese an eine Verkaufsstelle zu transportieren oder sie mit dem Tablet zu verkaufen. Bei letzterem hat man aber 20% Verlust.

Da nun aber noch die diversen Nebenaufgaben eure Aufmerksamkeit verlangen und auch die Tiere nicht außer Acht gelassen werden dürfen, kommt man schnell durcheinander. Aus diesem Grund, und um einem die langatmigen Arbeiten zu ersparen, gibt es die Möglichkeit, Arbeiter anzustellen. Diese werden dann für jeweils eine Arbeit eingeteilt, welche sie auch durchführen und man bezahlt natürlich auch einen Lohn dafür. Dies kann das Pflügen eines Feldes beinhalten oder beispielsweise auch das Abernten der Feldfrüchte.

Kombination aus altem und neuem

Natürlich unterscheidet sich im echten Leben die Landwirtschaft heute von der früheren Landwirtschaft. Pure Farming 2018 versucht hier, beides unter einen Hut zu bekommen. Beispielsweise mit dem bereits erwähnten Tablet. Hier findet man als Spieler alle möglichen E-Mails mit Tutorials, welche man empfangen hat, Informationen über Bezahlungen von Aufträgen und vieles mehr. Ferner können neben den Einkünften und Ausgaben auch die aktuellen Preise verglichen werden, um herauszufinden, womit man den meisten Gewinn machen kann. Interessant ist hier aber auch die Drohne, welche man im Verlauf der Kampagne erhält und welche auch in den anderen Modi zur Verfügung steht. Mit dieser kann man über die Felder fliegen und Informationen anhand eines Diagrammes auslesen, ohne erst dorthin laufen oder fahren zu müssen.

Landwirtschaft wäre keine Landwirtschaft, wenn es keine Fahrzeuge gibt. Neben einem Transporter, um kleine Besorgungen machen zu können, gibt es natürlich auch größere Gefährte. Hierzu zählen die Standard-Nutzfahrzeuge wie Traktor mit Anhängern, ein Mähdrescher, ein Wassertank, ein Düngertank, Häcksler, eine Saatmaschine und viele mehr. Einige sind eigenständige Fahrzeuge, andere sind andockbare Hilfsmittel für einen Traktor oder ähnliches. Unter die verschiedenen Kategorien zählen mehrere Fahrzeuge dieser Sorte, welche entweder neue Sachen pflanzen oder transportieren können und auch effizienter nutzbar sind. Die Fahrzeuge basieren übrigens alle auf lizenzierten Marken und wurden sehr realistisch umgesetzt.

Die Steuerung überzeugt 50% der Spieler und andere 50% sprechen sich dagegeben aus. Uns gefällt sie so, wie sie aktuell ist. Man kann die Fahrzeuge mit Maus und Tastatur steuern oder auch mit einem Gamepad. Ferner ist es möglich in den Fahrzeugen eine Ego-Perspektive einzuschalten, womit das Geschehen realistischer wirkt. Viele arbeiten in einem Fahrzeug müssen aktiviert oder deaktiviert werden. Mit einem Mähdrescher muss man zunächst die Klappe öffnen, die Arbeit beginnen und dann das Gerät herunterlassen, damit man das Getreide aberntet. Wenn der Laderaum voll ist, muss die Landung mit einem Rohr in einen Anhänger gefüllt werden, welcher dann mit Hilfe eines Traktors wegtransportiert werden kann. Toll finden wir, dass es seit Beginn eine Importfunktion gibt, welche es dem Spieler erlaubt, Fahrzeuge in das Spiel zu implementieren, welche andere Spieler entworfen haben.

Welt wirkt nur teilweise lebendig

Wie bereits erwähnt besitzt Pure Farming 2018 aktuell noch diverse Kritikpunkte. Einer davon wäre beispielsweise die Grafik. Auf Artworks und auch in Trailern wirkte diese ziemlich gut und begeisterte auch viele Spieler. Schade ist nun, dass lediglich die Fahrzeuge, wenige Häuser und auch der Charakter detailreich gestaltet wurden. Bei dem Rest wurde wohl mehr oder weniger gespart. Die Texturen von Gebäuden wirken eher simpel und Bäume oder Felsen eher wie Pappkulissen. Hieran sollte definitiv noch etwas geändert werden.

Ferner wirkt die Welt teilweise nicht lebendig. Es fahren zwar Autos herum und gelegentlich sieht man Tiere oder Vögel in seiner Nähe, allerdings bemerkt man keine Fußgänger in der Stadt und auch die Questgeber bewegen sich nicht, sondern stehen wie festgenagelt an einer Position, ohne sich großartig zu rühren. Auch hier würde es sich lohnen, ein wenig mehr Leben ins Spiel zu integrieren.

Zu guter Letzt ist die Physik ab und zu noch etwas ungenau. Über Hügel oder Berge kann man einmal problemlos fahren und im nächsten Moment hängt man sich an einem kleinen Stein auf. Immerhin kann man behaupten, dass die Physik zumindest dann ihre Wirkung zeigt, wenn man mit einem schweren Gefährt einen steilen Hang hinauffahren will. Entweder funktioniert dies nur sehr langsam oder garnicht.

Der Sound wurde unserer Meinung nach passend ins Spiel integriert. Zumeist beschallt man euch hier mit einer zum Setting passenden Country-Musik. Habt ihr hiervon genug, könnt ihr allerdings eure eigenen Lieder hinzufügen oder sogar im Hauptmenü Internet-Radiosender hinzufügen, welche man dann in den Fahrzeugen im Spiel einschalten kann!

Zu zweit macht es mehr Spaß

Für Pure Farming 2018 wurde definitiv ein Multiplayer-Modus geplant, welcher allerdings noch nicht seinen Weg ins Spiel gefunden hat. Wir hoffen, dass dies aber in den nächsten Monaten noch nachgeholt werden wird, zumal die verschiedenen Höfe in den Ländern nahezu zum zusammenspielen einladen.

Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
73 %
QuellePure Farming 2018
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.