Auf der gamescom werden jährlich neben vielen Spielen auch unterschiedliche Hardwareprodukte und Peripherie Artikel vorgestellt. Darunter zählte in diesem Jahr zum Beispiel die „ZESTUM Scentbar“!
Wenn die Spielwelt plötzlich nach Gras riecht
Eine Wiese im Landwirtschaftsspiel sieht vertraut aus und klingt vielleicht auch nach einem Sommertag. Die Scentbar von Zestum soll nun den passenden Geruch dazu liefern. Das deutsche Unternehmen zeigte auf der gamescom 2026 ein Gerät, das äußerlich an eine kompakte Soundbar erinnert, aber Düfte statt Töne ausgibt. Bei den Vorführungen begleiteten beispielsweise Gras- und Blumengerüche die entsprechenden Landschaften auf dem Bildschirm. Damit bekommt die Umgebung eines Spiels eine zusätzliche Eigenschaft, die sich mit einem besseren Monitor oder Kopfhörer allein nicht vermitteln lässt.
Die Zuordnung übernimmt eine Software, die das Bildschirmbild mithilfe von KI analysiert. Erkennt sie etwa einen Wald oder eine andere passende Umgebung, kann sie den hinterlegten Duft auslösen. Dafür muss allerdings auch der entsprechende Duftbehälter eingesetzt sein. Die Scentbar erzeugt also nicht beliebige Gerüche, sondern wählt aus ihrem vorhandenen Vorrat aus. Weil sie das sichtbare Bild auswertet, ist das Konzept nicht auf Spiele beschränkt, deren Entwickler eigens eine Unterstützung eingebaut haben.
Zehn Duftbehälter unter dem Bildschirm
Im Gehäuse befinden sich zehn Plätze für austauschbare Duftbehälter. Jeder davon besitzt einen eigenen Lüfter, der den Geruch der enthaltenen Pellets in Richtung des Spielers transportiert. Sind die Pellets verbraucht, lassen sie sich ersetzen. Für den Anschluss am PC kommen USB-C und eine zusätzliche Stromversorgung zum Einsatz. Letztere wird für den Betrieb der Lüfter benötigt. Die Duftausgabe erfolgt ohne Sprühnebel, sodass das Gerät nicht wie ein kleiner Vernebler auf dem Schreibtisch arbeitet.
Zestum stellt verschiedene Duftpakete für unterschiedliche Spielrichtungen vor. Im Naturbereich finden sich beispielsweise Wald, Gras und Erde. Für Rennspiele sind Gerüche nach Benzin, Asphalt oder verbranntem Gummi vorgesehen, während das Action-Paket unter anderem Rauch und Schießpulver nachbildet. Gemeint sind jeweils Duftkompositionen, nicht die tatsächlichen Abgase oder Verbrennungsprodukte. Welche Behälter man einsetzt, lässt sich somit auf die bevorzugten Spiele abstimmen.
Die Nase entscheidet mit
Wie deutlich ein Duft wahrnehmbar sein soll, kann über die Software angepasst werden. Dazu werden unter anderem Drehzahl, Laufzeit und Aktivierungshäufigkeit der Lüfter gesteuert. Auch die Bedingungen für das Auslösen lassen sich verändern. Die Bilderkennung muss dadurch nicht bei jedem kurzen Hinweis auf eine bestimmte Umgebung sofort reagieren. Eigene Zuordnungen erlauben außerdem, festzulegen, welcher Duft zu welchem erkannten Inhalt passen soll.
Gerade diese Einstellmöglichkeiten sind für den Alltag wichtig, denn nicht jeder möchte beim Spielen dieselbe Geruchsintensität erleben. Die Scentbar soll eine Szene begleiten und nicht unabhängig vom Geschehen dauerhaft den Raum beduften. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf dem PC; Erweiterungen für weitere Plattformen gehören zu den Plänen des Unternehmens. Schon das Grundprinzip liefert einen ungewöhnlichen Ansatz für Gaming-Zubehör: Der virtuelle Wald bleibt auf dem Bildschirm, ein wenig von seiner Atmosphäre soll aber bis an den Schreibtisch gelangen.
Wir bedanken uns bei ZESTUM für die Infos zur SCENTBAR!






