Cyberpunk 2077 – Test / Review (PC)

Open World Meisterwerk mit Ecken und Kanten

Quelle: CD PROJEKT RED

Mehrere Verschiebungen und ein nie abflauender Hype zwangen die Entwickler von Cyberpunk 2077 nun doch letztendlich dazu, die Spieler auf die düstere Open World in Night City bereits im Dezember 2020 loszulassen.

Knapp acht Jahre war das Werk in Entwicklung. Lange mussten wir, wie auch viele von euch, warten und wurden die letzten stattfindenden gamescom Messen bereits extrem von Cyberpunk 2077, dem Werk von CD Projekt Red, angefixt. Der Entwickler ist kein unbeschriebenes Blatt. Denn immerhin hat man mit The Witcher 3 bewiesen, was man kann. Umso größer war die Erwartungshaltung, natürlich auch von uns, an das in einem Hauch eines futuristischem Style daherkommenden Action-RPG, welches die letzten Wochen aufgrund vieler Bugs und schlechter Konsolenumsetzung, aber auch einer mit besten Open-World für ausreichend Diskussionen gesorgt hatte.

Der vorgenannte Hype als auch die in der Vergangenheit veröffentlichten Titel hat wohl eine so große Erwartungshaltung verursacht, dass man ein technisch perfektes und vor allem bugfreies Spiel einfach erwartet hat. Von dem ist man auch aktuell noch nach Hotfix 1.06 auf der von uns getesteten PC Version entfernt, steht aber wohl besser da als vor allem Spieler der PS4 oder der XBox One. Aber man merkt schon die hohe Motivation beim CD Projekt Red Team, trotz Weihnachtsfeiertage und anstehendem Sylvester/Neujahr Jahreswechsel, fleissig nachzulegen und kündigt sogar schon einen kostenlosen DLC für Anfang 2021 für das Spiel auf der Webseite an.

Cyberpunk 2077 hat aber auch sehr viel zu bieten. Eine düstere Atmosphäre samt toller Story, viele Nebenquests und Aufgaben, welche man in einer beeindruckenden Open World und der Liebe zum Detail in Night City und dessen Umgebung präsentiert. Dies dürfte seinesgleichen suchen und zählt mit zu dem Besten, was wir gesehen und gespielt haben.

Auch die technischen Ansprüche auf PC sind gestiegen, was nachfolgende Tabelle von NVIDIA verdeutlicht, wenn man Cyberpunk 2077, vor allem in voller grafischer Pracht genießen möchte.

Quelle: NVIDIA

Am Anfang mussten wir auch einige Feineinstellungen vornehmen, bis man endlich mal ruckelfrei spielen konnte. Aber unter anderem auch dank einer guten Hotfix Politik war uns dies nach einiger Zeit möglich gewesen. Wir sind mittlerweile mehr als 100 Stunden mit unserem „Streetkid V“ in dem Action-RPG unterwegs und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Was können wir euch nun erzählen?

Open World Spiel der Superlative

Cyberpunk 2077 punktet mit einer Spielwelt, die seinesgleichen suchen dürfte. Der Spieler taucht einerseits ein in eine brutale, dunkle und dreckige Stadt, welche andererseits aber bis ins kleinste Detail soviel zu bieten hat, dass man Stunde um Stunde in dieser versinken möchte. Was wir bei Cyberpunk sehen, können wir auch besuchen und meist sogar mit dieser, wie beispielsweise der Achterbahn, welche man aus der Ferne bereits sieht, interagieren.

Ob die mächtigen, sauberen und prächtigen Hochhäuser, welche man aus der Ferne noch bestaunen kann oder aber die schmierigen und dreckigen Rotlichtviertel bis zu den außerhalb der Stadt liegenden Wüsten des Ödlands. Man präsentiert hier eine lebendige Spielwelt, welche sich vor allem in großer Höhe sehr majestätisch präsentiert.

Man kann die Stadt mit Motorrad oder Auto, aber auch einer Schnellreisefunktion bereisen. Oder man geht zu Fuß und erlebt, wie bereits erwähnt, eine sehr lebendige Stadt. Viele kleinen Details werden einem ins Auge fallen, welche man vom Motorrad oder dem Auto nicht bemerken würde.

Man hat natürlich auch Möglichkeiten, etwas zu Essen, einzukaufen, sich Implantate verpassen zu lassen oder vergnügt sich mit einem Sextoy. Man wird auf viele Möglichkeiten treffen, wenn man es will und die Zeit aufbringen möchte.

Auch auf neue Aufgaben trifft man und entdeckt die Karte mit der Zeit. Auch dank des eigenen Smartphones, welches uns viele Möglichkeiten bieten wird.

Auch die Umwelt reagiert auf uns. Ziehen wir eine Pistole und richten diese auf eine Person oder fahren wir mit dem Auto jemanden an, mag das die Night City Polizei gar nicht gerne und wird uns, nach eingehender erfolgter Ermahnung, mit allen Mitteln bekämpfen.

Die vielen kleinen Details sind es, die Night City ausmachen, wenn man genau hinschaut. Ob der Musiker, der uns ein Ständchen bringt oder ein Obdachloser, der uns um Geld anbettelt. Oder auch die allseits vorhandene Werbung, selbst auf Bildschirmen oder in Aufzügen wird man von dieser nicht verschont.

Was man allerdings kritisieren muss ist eine Art fehlendes Rufsystem, welches sich geradezu in Bezug auf die Stadtviertel und ihren Banden anbieten würde und sich für uns auch bemerkbar macht. Immerhin prägen diese Gruppierungen das Stadtbild und drücken dieser den Stempel der Gewalt auf. Man trifft so in Pacifica auf die sogenannten Voodoo Boys, welche beispielsweise bekannt fürs Hacking sind. Oder aber in Japantown auf die tätowierten Tyger Claws, mit welchen wir oftmals aneinander geraten werden. Alle sind einzigartig, haben Bedürfnisse und sind durch einen eigenen individuellen Charakter geprägt. Bandenkriege sind von daher auf der Tagesordnung und aus Night City nicht wegzudenken. Oftmals töten wir von einer Gruppierung viele von diesen in einer Mission und werden dann trotzdem nach einigen Minuten später von diesen angetroffen, als sei nichts passiert. Es erfolgen keine Reaktionen auf Handlungen von uns, was sehr schade ist und nagen ein wenig an der Glaubhaftigkeit des Open World Titels. Hier hätten wir uns ernsthafte Konsequenzen gewünscht, welches ein Rufsystem hätte widerspiegeln können, da sich vieles in Night City und Cyberpunk 2077 um Entscheidungen und daraus resultierenden Konsequenzen dreht.

Das Loot-System

Night City bietet uns, ob bei Missionen oder sonstigen Aufgaben, aber auch in oftmals versteckten Örtlichkeiten, viel Loot. Dieser ist in unterschiedliche Seltenheitsstufen eingeteilt und dient uns fürs Crafting von Waffen und Aufwertung von Dingen. Es lohnt sich, nicht nur Missionen abzuschließen, sondern auch kleinere, oftmals unscheinbar wirkende Events mitzunehmen. Denn seltene Items wird man auch dort erhalten können. So kann man bei einer Geiselnahme beispielsweise helfend eingreifen und erhält so einer wertvolle Belohnung, welche dann auf dem Boden liegt.

Beeindruckende Story mit unterschiedlichsten Charakteren

Was man seit The Witcher 3 bereits zu Genüge kennt ist, dass der Entwickler CD Projekt Red weiß, wie man eine gute Geschichte erzählt und so verpackt, dass man sich noch Jahre später mit großer Freude an diese beeindruckenden Momente erinnern möchte. Wie bereits gesagt, die Messlatte liegt hoch, hier hat man seine Hausaufgaben gemacht und konnte uns vollends überzeugen und in seinen Bann ziehen. Aber Cyberpunk 2077 ist mehr als nur Story sagen wir mal zum jetzigen Zeitpunkt.

Doch erst einmal zu Beginn unserer Abenteuerreise, am Anfang des Spiels also, legen wir fest, wer unser Protagonist, genannt V, sein soll. Darf es ein männlicher Charakter sein oder will man eher mit einem weiblichen in die weite Welt hinaus ziehen? Der Charakter Editor bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, welche von der Frisur des eigenen Haares samt Farbe bis zur eigenen Stimme, dem Körperbau oder der Farbe der Iris des Auges eine große Auswahl bietet. Ferner kann man auch Tattoos, Schönheitsfehler und natürlich die Fingernägel anpassen. Gerade RPG-Fans dürften hier bereits einige Zeit investieren, um an den vielen Stellschrauben zu drehen, bis es dann soweit mit dem eigenen Charakter passen sollte. Austoben sehr erwünscht, was man von einem RPG auch erwarten dürfte.

Anschauen darf man sich bzw. den eigenen erstellten Charakter sogar in Spiegelungen im Spiel zu Genüge. In der offenen Welt angekommen spielen wir in gewohnter Ego-Perspektive, was sich aber abwechselt, insofern man, wie auch wir, gerne in der Third-Person spielen möchte. Denn bei Fahrzeugen hat man die Auswahl, ob man die Ansicht wechseln möchte. Wie man seinen eigenen Pfad beginnen möchte, legt man anschließend auch noch fest. Startet man als arroganter Corpo eines herrschenden Megakonzerns der Stadt, als Normade im Umfeld von Night City oder doch lieber in einer Bar als Street Kid in der Megametropole. Diese drei stehen dem Spieler zur Auswahl, denn unser Hintergrund wird auch bei genauem Hinsehen immer wieder erkennbar ein ständiger Begleiter von uns sein. Gerade beim Start des Spiels tritt dies in den Vordergrund und in unzähligen Dialogen wird uns eine zusätzliche Auswahlmöglichkeit diesbezüglich gegeben. Allerdings wird man feststellen, dass vieles ab einem gewissen Punkt fernab der Auswahl auch wieder zu einem gemeinsamen roten Faden zusammenfinden wird. Unser Ziel bleibt das selbe: Eine Legende von Night City werden!

In den ersten Stunden im Spiel findet man sich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase und einem eher kleinen Tutorial wenn gewünscht schnell zurecht. Mit der Zeit füllt sich die Karte mit vielen Aufgaben neben der Hauptstory zu Genüge, zu tun gibt es mehr als genug. Arbeitslos werden wir wohl so schnell nicht wie es den Anschein hat. Die Hauptstory dreht sich um unseren Protagonisten, genannt schlicht und einfach V. Dieser wird in Night City auf die unterschiedlichsten Charaktere treffen, welche im das Leben einfach oder zur Hölle machen werden. Der Hauptstory folgend wird man an einen Punkt gelangen, wo es einen ersten Wendepunkt gibt, der sehr beeindruckend in Szene gesetzt wurde und schon einen Vorgeschmack gibt, was einem auch teilweise in Nebenquests an erzählerischer Kost erwarten wird.

Hier trifft man auf keinen geringeren als Keanu Reeves aka Musiklegende Johnny Silverhand, welcher uns als ein ständiger Begleiter, eher als eine Art Hologramm, durch Night City zur Seite steht. Er ist dank Datenchip mit unserem Charakter V verbunden. Er taucht oftmals unerwartet auf und gibt gerne seinen Senf dazu, wenn ihm unser Vorgehen missfällt oder appelliert an uns, eine andere Entscheidung zu treffen. Auch die Art und Weise wie man mit einander umgeht ändert sich, wenn man mehr über die Hintergrundgeschichte erfährt mit der Zeit. Man lernt sich kennen sagen wir mal an dieser Stelle.

Quelle: CD Projekt Red, game7days

Warum brauchen wir einen Johnny Silverhand an unsere Seite? Uns steht der Kampf des Lebens bevor, für welchen wir jede Hilfe gerne in Anspruch nehmen werden, welche uns gegeben wird. Denn nicht nur viele Banden der Megametropole wollen uns ans Leder und trachten uns nach dem Leben. Auch die Allmächtigen Megakonzerne machen uns das Leben schwer. Bei uns ging die Hauptstory mit zahlreichen Nebenbeschäftigungen und vielen Entdeckungen in Night City Hand in Hand. Man hat wirklich sehr viel zu tun. Es scheint, als sind dem Spieler und seinem Entdeckungsdrang kaum Grenzen gesetzt.

Wir selbst hatten zum Beispiel den Pfad des Streetkid gewählt. Nach knapp 60 Stunden kamen wir an einem Punkt an, wo uns erstmalig bezüglich der Hauptstory ein Hinweis auffiel, ab dem es buchstäblich „kein zurück“ gab. Denn dank vieler Story relevanter Auswahlmöglichkeiten und unseren Entscheidungen bietet Cyberpunk 2077 mehrere Endungen, was einen hohen Wiederspielwert garantiert. Aber wir vergnügten uns weiterhin erst einmal in der offen Welt, erledigten Aufträge oder Nebenquests, welche uns ebenfalls viele Charaktere des Spiels näher bringen und auch mit einer eigenen Geschichte daher kommen. Oder wir halfen der Polizei von Night City, wenigstens etwas Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten bis wir nach knapp 80 Stunden entschieden, einen entscheiden Schritt in der Hauptstory anzugehen, welcher uns dann aber auch nochmals Stunden beschäftigen sollte.

Natürlich kommen Erotik und Romantik auch bei einem Rollenspiel wie Cyberpunk 2077 nicht zu kurz. So kann unser/unsere V Beziehungen zu NPC Charakteren aufbauen und diese auch pflegen. Dem Geschlecht sind übrigens keine Grenzen gesetzt. Allerdings haben weibliche Charaktere hier leichte Vorteile zu verzeichnen. Aber wie heißt es so schön. Wer sucht, der findet. So findet man nicht nur den Weg zum erhofften Sex, sondern kann die Beziehungen auch weiter pflegen. NPC Charaktere haben selbst auch ihre Vorlieben, was man durch probieren mit der Zeit selbst herausfinden kann. Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend.

Nebenquests und Aufgaben, wohin man schaut

Wir wollen hier auch nochmals anmerken, selbst nach über 100 Stunden Spielzeit sieht die Karte von Night City gefüllt aus. Wir entdecken bis in den letzten Winkel, führt uns eine Mission oder ein Auftrag zum Ziel untersuchen wir auch die nähere Umgebung oder schauen uns auch andere Gebäude oder Räumlichkeiten genauer an. Cyberpunk 2077 und die Megametropole Night City laden uns geradezu ein, zu entdecken und zu probieren.

Alles in allem müssen wir wir hier einmal feststellen, dass wir gut unterhalten wurden mit reichlich Story und einer Vielzahl an NPC Charakteren. Viele aufgepeppt durch eigene Hintergrundgeschichte, welche die Hauptstory toll ergänzen und uns viel Vergnügen bereitet haben. So lernen wir beispielsweise unseren Partner Jackie Welles über andere NPC Charaktere wie seine Mutter oder seine Freundin Misty besser kennen und verstehen.

Wir werden auch oftmals buchstäblich vor ein moralisches Dilemma gestellt. Mal geht es um die allgegenwärtige Gewalt, Sex und Prostitution. Ein andermal wird an unseren Glauben appelliert. Hat eine Maschine sowas wie ein Bewusstsein oder eine Seele? Man trifft auf vieles und das in einer gewissen Art und Weise, welche uns oftmals nachdenklich machte oder eine Entscheidung nochmals nachträglich sogar revidieren ließ.

Befreien wir den Glaubensbruder eines Gläubigen wie gewollt ohne jemanden zu töten. Helfen wir einem Mörder Buße zu tun, nachdem wir vorher zugelassen hatten, dass unser eigentlicher Auftraggeber von dessen Sicherheitsleuten erschossen wurde? Oder lassen wir zu, dass rebellierende Maschinen ein eigenes Bewusstsein haben sollen? Fragen über Fragen, Entscheidungen über Entscheidungen. Willkommen in Night City! Eine düstere und brutale Stadt. Denn immerhin können wir auch am Scheißstand und einem Wettbewerb unser Können mit dem Schießeisen unter Beweis stellen oder kämpfen mit der bloßen Faust (natürlich mit Hilfe von Cyberware) gegen die Konkurrenz um Geld, Ehre, Auto oder Waffe!

Abwechslung bieten dann wiederum die Sammelquest mit den Graffitis oder aber eine Kopfgeldquest, in welchen man Cyberpsychos ausschalten sollte. Solche bilden eher die Ausnahme in dem Spiel, viele werden sagen zum Glück.

Zu Beginn des Spiels wird man viel entdecken und man kann sich nicht vor Aufträgen oder anrufen retten. Unsere Aufträge oder auch Aufgaben finden wir über die Karte oder bekommen diese per Videoanruf von einem der vielen Auftraggeber zugeteilt. Auch die Polizei von der Metropole bittet uns, per Videoaufruf, beim Vorbeifahren oder wenn wir uns in der Nähe befinden, um Hilfe. Am Anfang ist man eventuell überfordert, man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Auch während der Fahrt Dinge am Smartphone abzuhandeln ist mit der Zeit eher kein Problem mehr.

In unserem Questlog haben wir jederzeit Zugriff auf aktuelle Aufgaben oder die Story. Wir können Wegmarken setzen welche uns dann vereinfachen, den Weg zum Ziel zu finden. Allerdings sind die Informationen von diesen eher knapp gehalten was gerade bei der Vielzahl dann etwas unübersichtlich werden kann. Hier muss man sehr geduldig vorgehen und mit der Zeit nach und nach mit der Abarbeitung beginnen. Auch wenn man eine Aufgabe oder Mission beginnt, sollte man diese, wenn sie über mehrere Schritte zu erfüllen gilt, auch beenden. Weil eine spätere Zuordnung kann sich als schwer erweisen, wenn man überfüllt mit Aufgaben ist. Hier fanden wir Quests, bei denen Übersichtlichkeit herrschte und diese auch recht einfach und nachvollziehbar gelöst werden konnten. Aber auch welche, bei denen man schier keinen Ansatz mehr finden konnte.

Gameplay-Element Braindance

Ein wichtiges Feature, welches bei Cyberpunk implementiert wurde, ist der Braindance. Bei diesem tauchen wir in die virtuelle Welt der Erinnerungen von anderen Menschen ein und können uns wichtige Szenen aus deren Vergangenheit ansehen und in akribischer Detektivarbeit wichtige Dinge entdecken. In diesen aufgezeichneten Clips bewegen wir uns zwischen drei Ebenen vor und zurück. Im Scanmodus können wir so Wärmesignaturen, Audiospuren und Objekte genauer unter die Lupe nehmen. Dies ist zwar nicht die anspruchvollste Tätigkeit, aber für zwischendurch eine weitere, nette und willkommene Abwechslung.

Entscheidungsfreiheit bei Missionen

Cyberpunk 2077 punktet bei der Art und Weise, wie man Aufgaben erledigen möchte. Manchmal gibt der Auftraggeber sogar vor, wenn man lautlos und unbemerkt vorgeht, mehr Kohle zu zahlen.

So einen Auftrag erhielten wir für ein Hotel, in welchem wir in einem Penthouse Appartement Informationen besorgen sollten. Das Problem fing schon beim Betreten von diesem an. Nehmen wir die Maschinenpistole und zerlegen alles und jeden bis zum zum Aufzug oder schleichen wir hinein. Schauen dass uns die Wachen auf der Couch nicht sehen, schalten den Rezeptionisten aus, indem wir durch einen Nebenraum an diesen gelangen können. So erhalten wir eine Zugangskarte zum Aufzug, ohne Alarm auszulösen, um so an unser Ziel zu gelangen. Dort angekommen schalten wir noch das Pärchen unbemerkt aus und können so die Informationen beschaffen, die Wohnung noch nach vielen weiteren und auffindbaren Gegenständen durchsuchen. Alles unbemerkt, alles lautlos und mit viel Geld und Splittern und einem zufriedenen Auftraggeber kann man diese abschließen.

Oder nehmen wir die Nebenquest in einem Bordell. Hier sollte man an Informationen des Inhabers gelangen. Um an diesen überhaupt ranzukommen, musste man sich erst einmal Zugang beschaffen. Auch hier haben wir wie beim Hotel die Möglichkeit, dies gewaltsam zu erzwingen oder mit logischem Denken gewaltfrei zu lösen. Natürlich müssen wir ein Druckmittel gegen diesen finden, damit dieser mit uns sprechen wird. So untersuchen wir das Etablissement, bis wir fündig wurden und diesen erpressen können. Man sieht, verschiedene Wege führen zum Ziel, sowohl bei der Hauptquest als auch bei vielen Nebenquests.

Wie man sieht, es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, welche man hier aufzählen könnte und die Cyberpunk 2077 dem Spieler bieten. Je nachdem, wie wir spielen und Entscheidungen von uns getroffen werden, öffnen sich oder versperren sich Wege, welche Einfluss auf die Geschichte haben können. Vor allem auf das Ende der Hauptstory beispielsweise. Fehlen hier beispielsweise Questreihen von wichtigen NPC Charakteren, kann man wichtige Optionen fürs Finale nicht ziehen.

Cyberware kann ich mir leider nicht leisten

Unser(e) Protagonist(in) V muss sich einer Vielzahl an menschlichen Gegnern und künstlicher Intelligenz stellen. Wie in einem Rollenspiel üblich, leveln wir durch Erhalt von Erfahrung unseren Charakter. Gerne verteilen wir unsere Skillpunkte in den fünf unterschiedlichen Kategorien Coolness, Konstitution, Reflexe, Technische Fähigkeiten oder Intelligenz, welche wiederum in weitere Skilltrees unterteilt sind. Es gibt durch die Fähigkeiten, die Waffen und die Skillung eine Vielzahl an Spielweisen.

Unseren Streetkid haben wir mit Coolness bis zum Anschlag ausgestattet. Schon wie einst bei Metal Gear Solid wollen wir lautlos und unbemerkt sein. Also investieren wir in unsere Stealth-Fähigkeiten fleissig Punkte, da wir uns an unsere Gegner anschleichen und bis zur Bewusstlosigkeit würgen oder aber per Pistole samt Schalldämpfer lautlos ausschalten. Danach säubern wir das „Schlachtfeld“, indem wir die Leichen oder bewusstlosen Körper in Behältnisse oder Schränke entsorgen bzw. verstecken und leveln so zusätzlich.

Leider kann man auf viele Fähigkeiten erst recht spät im Skilltree zugreifen. Auch die Möglichkeiten von diesen sind stark schwankend. So bietet Quickhacks die Möglichkeit, Gegner in Brand zu stecken, Selbstmord begehen zu lassen oder bewegungsunfähig zu machen. Bei Stealth erhielten wir gerade einmal eine Erhöhung des Bewegungstempo bei Entdeckung.

Quelle: CD Projekt Red, game7days

Viele Skills kommen erst spät richtig zu tragen, da sie erst spät erlernt werden. In Sachen Balancing hat man hier offensichtliche Probleme.

Es gibt unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten und Spielmöglichkeiten bei Cyberpunk 2077. Ein Fernkämpfer kann seine Punkte in Cyberhacker investieren. Wollen wir als Nahkämpfer agieren, investieren wir Punkte bei Reflexe. Man kann die Punkte wild durcheinander mischen.

Als Waffen hat der Spieler eine große Auswahl. Ob Pistole, Schrotflinte, Maschinenpistole, Schwert oder Messer. Es gibt eine große Anzahl von diesen. Besonders die SMART-Waffen sollte man mal ausprobiert haben. Diverse Waffengattungen bieten ferner die Möglichkeit, durch Wände zu schießen oder von diesen abzuprallen.

Das Cyberware Feature haben wir auch recht spät im Spielverlauf in Angriff genommen. Denn hier scheint sich wohl zu bewahrheiten, dass sich nur die Reichen von Night City wirklich leisten können. Was hat es damit auf sich? Hier werden bei einem der vielen Ripperdocs in Night City bei V Körperteile auch ersichtlich durch Hightech ersetzt. Ob mechanische Fäuste, Cyberklingen oder mehr Traglast von einem Skelett. Man hätte sie gerne gehabt. Leider sind diese zu teuer gewesen, um am Anfang überhaupt darauf zugreifen zu können. So haben wir auch die Hauptquest mit nahezu keiner bzw. grauer Cyberware abgeschlossen, da wir einfach kaum Kohle zur Verfügung hatten. Es verändert, erleichtert und verbessert die Spielweise enorm, was wir später dann auch feststellen durften.

Quelle: CD Projekt Red, game7days

Das Gameplay selbst, ob genutzter Stealth-, Fern- oder Nahkampf. Es fühlt sich rollenspieltauglich an. Da wir mit Stealth gearbeitet haben wenn möglich, haben wir auf Lautlosigkeit gesetzt. Kam es zur Entdeckung oder einem Schusswechsel, sollte man nun einmal keinen Shooter wie Destiny erwarten. Auch der Nahkampf, welchen wir gerade bei den Kämpfen der Nebenquestreihe voll ausgekostet hatten, ist mit etwas Übung jeweils zu meistern. Die Steuerung ist einfach gehalten, mit Maus-Tastatur Kombi wurden wir vor keinen größeren Probleme gestellt.

Problematische, dumme KI

Grundsätzlich muss man feststellen, das Cyberpunk 2077 gerade erfahrenen Spielern zu leicht vorkommen wird. Hier sollte eine Korrektur des Schwierigkeitsgrads von „Normal“ hinweg Abhilfe schaffen. Das Spiel wirkt zu leicht und eine Korrektur nach oben sollte in Erwägung gezogen werden. Zwar steckt V nicht mehr so viel ein. Sein Kontrahent aber auch und nicht verzagen, wenn es nicht gleich klappen sollte.

Leider gibt es an der KI von Cyberpunk 2077 viel auszusetzen. Diese stellt sich leider zu vorhersehbar an. Sie versteckt sich zwar, geht in Deckung, schießt nach Bedarf aus dieser oder nutzt die Granate. Aber mit dem Scharfschützengewehr wartet man einfach, wechselt die Position etwas und schon sieht man das Köpfchen des Kontrahenten. Peng tot. Und dies wiederholt man nach belieben. Hatten wir von einem Dach oder einer erhöhten Position aus angegriffen, war es uns in der Hocke (C) oftmals ohne Probleme oder Entdeckung mit der Pistolen/Schalldämpfer Kombi möglich, unsere Gegner auszuschalten. Die KI wirkt planlos und scheint sich oftmals nicht bewegen zu wollen. Auch war es manchmal ein Problem, bei einer großen Anzahl von Gegnern einen einzigen NPC Gegner noch ausfindig zu machen, da er regungslos in der Gegend stand.

Viele weitere Probleme

Was den Spielspaß enorm bei Cyberpunk 2077 trübt sind die vielen vorhanden Bugs und seltenen Abstürze. Hier hilft speichern und erneut laden oftmals Abhilfe. Natürlich muss man betonen, dass gerade bei Veröffentlichung eines Open-Word Titels nicht alles reibungslos und einwandfrei funktionieren wird. Ob Waffen, Autos oder sonstige Gegenstände, welche wie von Zauberhand schweben. Das eigene Auto, welches man herbeiruft, kommt nicht. Bis man feststellt, dass dieses einen Massenunfall verursacht hatte und feststeckt. Fehler bei der eigenen Charakterdarstellung, merkwürdige Verrenkungen, kein Ton oder komplett schlechte Animationen. Ferner sind Freezes, asynchrone Lippenbewegungen und keine Mimik bei Charakteren keine Seltenheit. Auch eine Menge Questbugs oder Anzeigefehler sind sehr auffällig. Wie bereits erwähnt, sollte man auf einen früheren Spielstand zurückgreifen.

Cyberpunk 2077 mag seine Fehler haben, ist kein bugfreies Spiel und hat bei manchen Spielern durch seinen desolaten technischen Zustand zur Veröffentlichung sogar verspielt. Aber, aber das ändert nun einmal nichts daran, und das sagen auch Verkaufscharts von Steam etc. aus, dass sich unter der Haube ein mehr als guter Open World Titel verbirgt. Mit das Beste, was es bisher gab.

Denn selbst nach dem Ende der Hauptstory hat uns der Titel nicht losgelassen. Nun wird mein weiblicher Charakter die weiteren, unentdeckten Geheimnisse aus Night City herauskitzeln. Auch werden nun andere Entscheidungen getroffen werden müssen, denn immerhin soll sich alles in eine völlig andere Richtung entwickeln.

Im Endeffekt kommt es auf jeden Spieler selbst an, worauf er Wert legt, auf welcher Plattform er spielt und welche Erwartungshaltung er an Cyberpunk 2077 hat.

Musik und Sound, welcher uns begeistert

Hier muss man eigentlich nicht viel zu sagen, denn die Synth- und Darkwavetitel sind die perfekte Untermalung der Gefühls- und Ereigniswelt von Night City. Man kann diese individuell auch in jedem Untersatz an den eigenen Geschmack anpassen, wenn es denn eher Richtung Rock gehen soll. Es dürfte für jeden Geschmack was dabei sein und wenn nicht, kann man diese natürlich auch abstellen. Die deutsche Synchronisation ist beeindruckend und weisen sehr seltene Lippensynchronitätsfehler auf.

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Unsere Gesamtbewertung
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95 %
QuelleCyberpunk 2077
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Projektleiter und Redakteur von game7days, ehemals Alpha-Omegagaming seit 2014. Ich betreue die Infrastruktur, als auch die Gewinnspiele der Webseite.