Crimson Desert – Test / Review (PC)

Crimson Desert gehört zu diesen Spielen, bei denen man schon im Vorfeld merkt, dass die Erwartungen automatisch höher sind als bei vielen anderen Titeln. Allein schon, weil es versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu sein, große Open World, Story, Action, Systeme, die ineinandergreifen sollen. Genau deshalb haben wir uns das Spiel genauer angeschaut, um zu sehen, ob dieses Gesamtbild wirklich funktioniert oder ob es am Ende eher auseinanderfällt. Gerade bei so einem Ansatz steht und fällt vieles damit, wie gut die einzelnen Teile zusammenspielen und ob das Spiel es schafft, daraus etwas Eigenes zu machen, statt einfach nur viel auf einmal zu wollen. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um euch darüber Bescheid geben zu können.


Man merkt schnell dass hier viel drin steckt

Crimson Desert ist so ein Spiel, bei dem man relativ schnell merkt, dass es nicht versucht, sich auf eine Sache festzulegen, sondern eher alles gleichzeitig will. Du wirst reingeworfen, bekommst ein paar grobe Anhaltspunkte und dann passiert erstmal ziemlich viel auf einmal, ohne dass dir jemand wirklich sagt, worauf du dich konzentrieren sollst. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder, irgendwo bricht ein Kampf aus, an anderer Stelle passiert etwas komplett anderes, und du stehst mittendrin und versuchst erstmal zu verstehen, was gerade wichtig ist und was nicht. Das wirkt im ersten Moment fast ein bisschen chaotisch, aber gleichzeitig auch spannend, weil es sich nicht nach einem klar vorgegebenen Ablauf anfühlt, sondern eher danach, dass du dir selbst deinen Weg suchen musst.

Je länger man spielt, desto mehr merkt man aber auch, dass genau diese Freiheit nicht immer nur positiv ist. Es gibt Momente, in denen alles perfekt zusammenkommt, in denen du einfach unterwegs bist, Dinge passieren und du das Gefühl hast, dass sich alles organisch entwickelt. Aber es gibt eben auch Phasen, in denen es fast schon zu viel wird, weil ständig irgendetwas deine Aufmerksamkeit will. Man wird abgelenkt, verliert den Fokus und merkt, dass das Spiel nicht immer klar priorisiert, was gerade wichtig ist. Und genau daraus entsteht dieses Gefühl, dass Crimson Desert zwar beeindruckt, aber nicht immer genau weiß, wann es sich etwas zurücknehmen sollte.


Die Story hat Gewicht auch wenn sie sich nicht immer durchsetzt

Die Geschichte von Crimson Desert ist grundsätzlich stärker, als man vielleicht erwartet, weil sie nicht einfach nur als Hintergrund dient, sondern immer wieder versucht, sich in den Vordergrund zu schieben. Du hast Figuren mit eigenen Motiven, Konflikte, die nicht sofort aufgelöst werden, und eine Welt, die sich nicht so anfühlt, als würde sie nur für dich existieren. Gerade in den ersten Stunden funktioniert das ziemlich gut, weil du das Gefühl hast, dass hier etwas Größeres passiert, das sich erst nach und nach entfaltet und nicht direkt alles offenlegt.

Mit der Zeit merkt man aber auch, dass die Story nicht immer die Kontrolle behält. Es gibt Abschnitte, in denen sie wirklich stark ist, in denen Gespräche hängen bleiben und du das Gefühl hast, dass Entscheidungen Gewicht haben. Aber dazwischen gibt es eben auch längere Phasen, in denen das Spiel dich einfach machen lässt und die Geschichte eher in den Hintergrund rückt. Man verliert sie nicht komplett, aber sie wird auch nicht konsequent weitergetragen. Dadurch entsteht dieses Auf und Ab, bei dem du zwar interessiert bleibst, aber nicht immer das Gefühl hast, wirklich geführt zu werden.


Gameplay das dich ständig beschäftigt

Das Gameplay ist wahrscheinlich der Bereich, in dem Crimson Desert am meisten auffällt, einfach weil es dir kaum eine Pause lässt. Du bist ständig unterwegs, erkundest, kämpfst, interagierst mit der Welt und wirst immer wieder in neue Situationen geworfen, ohne dass das Spiel dir klare Übergänge gibt. Du gehst irgendwohin, willst eigentlich nur schauen, was da ist, und plötzlich bist du in einem Kampf, findest etwas anderes und bist komplett abgelenkt von dem, was du ursprünglich machen wolltest. Genau das sorgt dafür, dass sich das Spiel lebendig anfühlt, weil es nicht nach festen Mustern abläuft.

Gleichzeitig merkt man aber auch, dass dieses ständige „es passiert immer etwas“ nicht für jeden Moment funktioniert. Es gibt Phasen, in denen man sich wünscht, dass das Spiel etwas ruhiger wird, einfach um sich besser orientieren zu können. Man wird oft von Dingen weggezogen, bevor man sie wirklich zu Ende erlebt hat, und genau das kann auf Dauer etwas anstrengend werden. Es ist nicht so, dass das Gameplay schlecht ist, im Gegenteil, es ist abwechslungsreich und bietet viel, aber es fehlt manchmal diese klare Struktur, die dafür sorgt, dass man alles besser einordnen kann.


Rätsel die sich einfügen aber nicht herausstechen

Die Rätsel sind ein Teil des Spiels, der nicht sofort auffällt, aber immer wieder auftaucht und für kleine Pausen im Ablauf sorgt. Du stolperst darüber, statt gezielt danach zu suchen, und genau das macht sie angenehmer, weil sie sich nicht wie ein Bruch anfühlen. Mal geht es darum, Wege zu finden, mal Dinge zu kombinieren, mal einfach nur darum, die Umgebung richtig zu lesen. Es ist nichts, das dich komplett aus dem Spielfluss rauszieht, sondern eher etwas, das diesen kurz unterbricht und dann wieder zurückgibt.

Allerdings merkt man auch, dass sie nicht besonders tief gehen. Sie funktionieren, bringen Abwechslung rein, aber fordern selten wirklich heraus oder bleiben länger im Kopf. Man löst sie, geht weiter, und oft ist der Moment danach wichtiger als das Rätsel selbst. Das ist nicht unbedingt schlecht, weil sie auch nicht als Hauptfeature gedacht sind, aber es sorgt eben dafür, dass sie eher als Ergänzung wirken, statt als etwas, das das Spiel wirklich prägt.


Bosse die hängen bleiben auch wenn nicht alles passt

Die Bosskämpfe gehören zu den Momenten, die man sich merkt, einfach weil sie sich deutlich vom restlichen Spiel abheben. Sie sind größer, intensiver, oft auch etwas chaotischer und sorgen dafür, dass man sich plötzlich mehr konzentrieren muss als vorher. Man merkt sofort, wenn so ein Kampf beginnt, weil sich das Tempo verändert und man nicht mehr einfach nur reagieren kann, sondern wirklich überlegen muss, was man tut.

Trotzdem sind sie nicht immer komplett sauber umgesetzt. Es gibt Kämpfe, die richtig gut funktionieren und bei denen alles passt, und dann gibt es wieder Situationen, in denen sich Dinge etwas ungenau anfühlen oder Abläufe nicht ganz klar sind. Das nimmt ihnen nicht komplett die Wirkung, aber es sorgt dafür, dass sie nicht immer das Niveau halten, das sie eigentlich erreichen könnten. Sie bleiben im Kopf, aber nicht immer nur positiv.


Kampfsystem mit vielen Ideen aber nicht immer sauber

Das Kampfsystem ist umfangreich und gibt dir viele Möglichkeiten, dich auszuprobieren. Du hast verschiedene Angriffe, Kombinationen, Bewegungen, und gerade am Anfang macht es Spaß, damit zu experimentieren und herauszufinden, was funktioniert. Es fühlt sich nicht eingeschränkt an, sondern eher so, als würdest du selbst entscheiden, wie du kämpfen willst, und genau das passt gut zum restlichen Spiel.

Mit der Zeit merkt man aber auch, dass nicht alles gleich gut funktioniert. Manche Kombinationen fühlen sich richtig gut an, andere weniger, und manchmal wirken Eingaben nicht so präzise, wie sie sein sollten. Es ist nie komplett frustrierend, aber genug, um aufzufallen. Gerade weil das Spiel so viel Wert auf Dynamik legt, merkt man solche kleinen Ungenauigkeiten stärker, als man es vielleicht in einem ruhigeren Spiel tun würde.


Camp System bringt kurze Ruhephasen

Das Camp System ist einer der wenigen Bereiche, in denen das Spiel bewusst Tempo rausnimmt. Hier hast du Momente, in denen du nicht kämpfst oder erkundest, sondern einfach kurz durchatmest. Du kümmerst dich um Ausrüstung, bereitest Dinge vor, sprichst mit Begleitern und hast das Gefühl, dass sich das Spiel kurz sammelt, bevor es weitergeht.

Trotzdem bleibt dieser Bereich etwas oberflächlich. Er funktioniert, er erfüllt seinen Zweck, aber er ist selten der Punkt, auf den man sich besonders freut. Man nutzt ihn, weil er da ist, nicht weil er besonders spannend wäre. Er bringt Struktur rein, aber nicht unbedingt Tiefe, und genau deshalb bleibt er eher im Hintergrund.


Technik Grafik und Sound tragen das Gesamtbild

Technisch ist Crimson Desert beeindruckend, vor allem wenn es darum geht, wie groß und zusammenhängend die Welt wirkt. Du hast oft das Gefühl, dass alles gleichzeitig existiert, dass du weit schauen kannst und dass diese Welt nicht einfach aus einzelnen Abschnitten besteht. Gerade Landschaften und größere Orte wirken stark, weil sie nicht wie Level aufgebaut sind, sondern wie ein echtes Gesamtbild.

Trotzdem merkt man auch hier, dass nicht alles perfekt läuft. Es gibt kleinere technische Probleme, Momente, in denen Dinge nicht ganz rund wirken, und Situationen, in denen man merkt, dass das Spiel an seine Grenzen kommt. Der Sound macht vieles richtig und sorgt dafür, dass sich das Ganze dichter anfühlt, aber auch hier gilt, er unterstützt, er trägt, aber er ist nicht der alleinige Grund, warum das Spiel funktioniert.

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Unsere Meinung

Crimson Desert ist am Ende ein Spiel, das mehr richtig macht, als man nach den ersten Stunden vielleicht erwartet. Es ist groß, es ist voll, und es versucht vieles gleichzeitig, ohne komplett auseinanderzufallen. Gerade die Welt, die Kämpfe und diese ständigen kleinen Momente, in denen etwas passiert, sorgen dafür, dass man dranbleibt.
Natürlich gibt es Schwächen, die man nicht übersehen kann. Die Story bleibt nicht immer präsent, manche Systeme wirken nicht komplett ausgearbeitet, und nicht alles greift so sauber ineinander, wie es könnte. Aber gleichzeitig ist das Spiel genau in dem, was es sein will, ziemlich konsequent. Am Ende bleibt ein Eindruck, der klar positiv ist. Es ist kein perfektes Spiel, aber eines, das genug richtig macht, um länger hängen zu bleiben und immer wieder zurückzuziehen. Und genau deshalb fühlt es sich wie ein Titel an, der jetzt schon stark ist, aber noch mehr werden kann.
Unsere Gesamtbewertung
85%

„Große Welt, starke Kämpfe und genug gute Momente, um trotz sichtbarer Schwächen immer wieder dranzubleiben.” – game7days

Game7Days Award Gold
Gold
ProContra
  • Große und lebendige Spielwelt mit vielen Eindrücken
  • Starke Kämpfe mit viel Wucht und Dynamik
  • Viele kleine Momente sorgen konstant für Motivation
  • Versucht viele Systeme gleichzeitig und bleibt trotzdem spielbar
  • Positiver Gesamteindruck trotz sichtbarer Schwächen
  • Hat das Potenzial, noch deutlich zu wachsen
  • Story ist nicht in jeder Phase gleich präsent
  • Einige Systeme wirken noch nicht komplett ausgearbeitet
  • Nicht alle Elemente greifen sauber ineinander
  • Manche Ideen fühlen sich noch etwas roh an
  • Kein rundum perfektes Gesamtbild
Name: Crimson Desert
Genre: Action, Open World, Adventure
USK/PEGI: 18 / 18
Entwickler: Pearl Abyss
Publisher: Pearl Abyss
Plattform: PC / Konsole
Veröffentlichung: 19. März 2026
Shop: Zum Spiel
Anmerkung: Crimson Desert wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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