Mouse: P.I. for Hire wirkt im ersten Moment fast wie ein Witz, den irgendjemand plötzlich zu weit getrieben hat. Alte Cartoonoptik aus den 30ern, überzeichnete Mäusefiguren, Jazzmusik und dann plötzlich Schrotflinten, Tommy Guns und komplett eskalierende Shootouts mitten in engen Gassen. Genau diese Mischung klingt erstmal völlig absurd und trotzdem funktioniert sie erstaunlich gut. Schon nach wenigen Minuten merkt man schnell, dass hinter dem auffälligen Stil deutlich mehr steckt als nur irgendein verrücktes Grafikexperiment. Mouse verbindet klassischen Boomer-Shooter-Flow mit einer düsteren Noir-Geschichte und erschafft dadurch etwas, das gleichzeitig komplett chaotisch und erstaunlich stimmig wirkt. Gerade weil das Spiel sich nie zu ernst nimmt, funktioniert die Atmosphäre oft sogar besser, als man anfangs erwarten würde.
Mouseburg wirkt wie ein alter Cartoon der komplett falsch abgebogen ist
Die Stadt Mouseburg gehört ohne Frage zu den größten Stärken des Spiels. Überall laufen rauchende Gangster herum, Jazzmusik dröhnt aus Bars und in den dunkleren Straßen hängen riesige Werbetafeln über nassen Gassen. Gleichzeitig wirkt die Stadt nie wie eine einfache Cartoon-Parodie. Hinter den albernen Käsewitzen und den überzeichneten Figuren steckt überraschend viel dreckige Noir-Stimmung. Korruption, verschwundene Personen, dubiose Politiker und kriminelle Organisationen ziehen sich praktisch durch die komplette Welt. Genau dadurch entsteht dieses seltsame Gefühl, gleichzeitig einen klassischen Cartoon und einen ziemlich düsteren Detektivfilm zu spielen. Und genau diese Mischung funktioniert erstaunlich gut.
Besonders stark ist dabei, wie viel Persönlichkeit Mouseburg ausstrahlt. Die Stadt wirkt nicht einfach nur wie eine Ansammlung von Levels, sondern eher wie ein echter Ort mit eigener Geschichte. Überall findet man kleinere Details, versteckte Räume oder absurde Werbeschilder, die ständig irgendwelche Käse-Wortspiele machen. Gleichzeitig kippt die Stimmung regelmäßig von albern zu unangenehm düster. Eben läuft noch irgendein komplett überzeichneter Cartoon-Gegner herum und wenige Minuten später stolpert man plötzlich in ein völlig verstörendes Labor oder eine komplett eskalierende Schießerei mitten in irgendeinem Theater. Genau dadurch bleibt Mouseburg ständig interessant, weil man nie genau weiß, ob hinter der nächsten Ecke gerade Humor oder kompletter Wahnsinn wartet.


Jack Pepper trägt den kompletten Wahnsinn überraschend souverän
Jack Pepper funktioniert als Hauptfigur erstaunlich gut, weil er genau die richtige Mischung aus abgeklärtem Noir-Detektiv und völlig überfordertem Cartoon-Charakter trifft. Er wirkt nie wie irgendein cooler Actionheld, der alles locker kontrolliert. Stattdessen stolpert er oft eher durch diesen kompletten Irrsinn aus Korruption, Gangstern und völlig absurden Situationen. Gerade dadurch funktioniert die Geschichte besser, weil Jack selbst oft genauso irritiert wirkt wie der Spieler. Seine Kommentare bleiben meistens trocken und direkt, ohne ständig irgendwelche gezwungenen One-Liner herauszuhauen. Genau das sorgt dafür, dass die Figur trotz der verrückten Welt überraschend glaubwürdig bleibt.
Dazu kommt die starke Vertonung von Troy Baker, die dem Charakter unglaublich viel Persönlichkeit gibt. Gerade in ruhigeren Momenten funktioniert Jack besonders gut. Wenn er alleine durch irgendeine verregnete Straße läuft oder wieder versucht herauszufinden, welche völlig absurde Verschwörung diesmal hinter allem steckt, entwickelt Mouse plötzlich eine richtig starke Noir-Stimmung. Gleichzeitig verliert das Spiel aber nie seinen Humor. Manche Dialoge eskalieren komplett in alberne Wortspiele und trotzdem wirkt das Ganze nie wie reiner Klamauk. Genau diese Balance bekommt Mouse erstaunlich gut hin und gerade deshalb bleibt Jack Pepper als Figur deutlich länger im Kopf, als man anfangs vielleicht denken würde.


Hinter der Cartoonoptik steckt ein richtig aggressiver Boomer Shooter
Spielerisch orientiert sich Mouse extrem stark an klassischen Boomer Shootern und genau das merkt man sofort. Kämpfe sind schnell, chaotisch und teilweise komplett überdreht. Gegner stürmen aus allen Richtungen auf einen zu, überall fliegen Projektile herum und man ist praktisch permanent in Bewegung. Gerade dadurch entsteht dieser typische Oldschool-Flow, bei dem man ständig zwischen Ausweichen, Nachladen und Waffenwechseln hin und her springt. Gleichzeitig bleibt das Gunplay angenehm direkt. Waffen haben ordentlich Wucht und Treffer fühlen sich überraschend brutal an, obwohl man eigentlich gegen Cartoonmäuse kämpft.
Besonders cool ist dabei, wie kreativ viele Waffen und Gadgets ausfallen. Neben klassischen Revolvern oder Maschinengewehren tauchen irgendwann komplett absurde Dinge auf, die perfekt zur verrückten Cartoonwelt passen. Dynamitsträuße, experimentelle Waffen oder übertriebene Spezialeffekte sorgen ständig dafür, dass Kämpfe nicht langweilig werden. Gleichzeitig bleibt das Spiel angenehm lesbar. Trotz der komplett überdrehten Optik verliert man selten die Übersicht und genau das ist bei diesem Tempo unglaublich wichtig. Gerade Bosskämpfe profitieren davon enorm, weil der Bildschirm dort teilweise komplett eskaliert und trotzdem immer noch klar bleibt, was eigentlich gerade passiert.


Zwischen Shootouts und Ermittlungen entsteht plötzlich mehr Abwechslung als erwartet
Mouse besteht nicht nur aus Dauergeballer. Zwischen den größeren Kämpfen gibt es immer wieder ruhigere Ermittlungsabschnitte, in denen man Hinweise sammelt, kleinere Rätsel löst oder neue Informationen über Mouseburg herausfindet. Genau diese Momente tun dem Spiel unglaublich gut, weil sie das hohe Tempo regelmäßig etwas herunterfahren. Gerade dadurch wirken die späteren Actionpassagen oft noch intensiver. Man läuft eben noch durch irgendein düsteres Büro und durchsucht Hinweise und wenige Minuten später eskaliert plötzlich wieder eine komplette Schießerei.
Besonders angenehm ist dabei, dass diese ruhigeren Abschnitte relativ natürlich wirken. Das Spiel zwingt einen nicht ständig in irgendwelche komplizierten Detektivmechaniken hinein, sondern hält alles angenehm direkt. Trotzdem entsteht genau dadurch das Gefühl, tatsächlich als Privatdetektiv unterwegs zu sein und nicht einfach nur als irgendeine Cartoonfigur mit Waffen. Gerade die Mischung aus Ermittlungen, kleineren Rätseln und den hektischen Kämpfen sorgt dafür, dass Mouse deutlich abwechslungsreicher wirkt als viele andere moderne Boomer Shooter. Man weiß nie genau, ob als Nächstes wieder ein Bosskampf startet oder plötzlich irgendein komplett seltsamer Noir-Fall weitergeht.


Die Gegnervielfalt schwankt aber die Bosskämpfe reißen vieles wieder raus
Einer der wenigen Punkte, bei denen Mouse nicht komplett konstant bleibt, ist die Gegnervielfalt. Gerade in längeren Spielabschnitten merkt man irgendwann, dass bestimmte Gegnertypen relativ häufig recycelt werden. Dadurch verlieren manche Kämpfe etwas von ihrer anfänglichen Überraschung. Besonders gegen Ende ziehen sich einige Shootouts leicht in die Länge, weil das Spiel immer größere Gegnergruppen auf einmal auf den Bildschirm wirft. Gerade in längeren Sessions fällt das stärker auf.
Dafür liefern die Bosskämpfe einige der stärksten Momente des gesamten Spiels. Viele Bosse sehen komplett absurd aus und spielen sich trotzdem überraschend gut. Riesige Cartoonmaschinen, völlig überzeichnete Gangsterbosse oder groteske Kreaturen sorgen ständig dafür, dass Kämpfe optisch komplett eskalieren. Gleichzeitig bleiben die Bosskämpfe spielerisch angenehm aggressiv und verlangen deutlich mehr Bewegung als normale Gefechte. Genau dadurch bleiben gerade die größeren Konfrontationen lange im Kopf, selbst wenn manche normalen Gegner später etwas repetitiver wirken.


Jazz, Film Noir und Rubberhose-Animation erzeugen eine komplett eigene Atmosphäre
Atmosphärisch macht Mouse unglaublich viel richtig. Der komplette Rubberhose-Stil funktioniert nicht einfach nur als optischer Gag, sondern trägt die gesamte Stimmung des Spiels. Die schwarzweiße Optik, die überzeichneten Animationen und die absurden Bewegungen der Figuren sorgen ständig dafür, dass sich das Spiel wie irgendein verlorener Cartoon aus den 30ern anfühlt, der plötzlich komplett falsch abgebogen ist. Genau dadurch entsteht eine Atmosphäre, die man so momentan in kaum einem anderen Shooter findet.
Dazu kommt der fantastische Soundtrack. Jazzmusik läuft praktisch permanent im Hintergrund und passt erstaunlich gut zu den Shootouts. Gerade in ruhigeren Momenten erzeugt die Musik oft diese klassische Noir-Stimmung, bevor wenige Sekunden später wieder komplette Chaos-Kämpfe starten. Auch das allgemeine Sounddesign funktioniert extrem gut. Waffen knallen ordentlich, Gegner reagieren laut und selbst kleinere Umgebungsgeräusche tragen ständig zur Atmosphäre bei. Besonders mit Kopfhörern entwickelt Mouse dadurch teilweise eine unglaublich dichte Stimmung, obwohl auf dem Bildschirm eigentlich komplett alberne Cartoonfiguren herumlaufen.


Mouse verliert gegen Ende etwas Tempo bleibt aber trotzdem unglaublich unterhaltsam
Viele Boomer Shooter haben das Problem, dass sie irgendwann nur noch größer und lauter werden, ohne wirklich neue Ideen einzubauen. Mouse stolpert stellenweise leicht in dieselbe Falle. Gerade gegen Ende merkt man, dass manche Levels etwas zu lang werden und bestimmte Kämpfe sich leicht ziehen. Das Spiel verliert dadurch zwar nie komplett seinen Reiz, aber der Anfang wirkt insgesamt etwas frischer als die letzten Stunden.Trotzdem bleibt Mouse erstaunlich motivierend. Die Welt, die Atmosphäre und das starke Gunplay tragen das Spiel selbst dann noch, wenn einzelne Passagen etwas repetitiver werden. Gerade weil Mouse ständig zwischen düsterem Noir, komplett absurdem Humor und aggressivem Shooter-Gameplay hin und her springt, bleibt das Gesamtpaket fast durchgehend interessant. Man möchte einfach wissen, welche komplett verrückte Situation als Nächstes auftaucht und genau deshalb funktioniert Mouse so gut.
Unsere Meinung
Mouse: P.I. for Hire lebt nicht nur von seiner auffälligen Cartoonoptik. Hinter dem ganzen Schwarzweiß-Wahnsinn steckt tatsächlich ein richtig starker Shooter, der erstaunlich genau versteht, wann er komplett eskalieren und wann er sich wieder etwas zurücknehmen muss. Gerade diese Mischung aus düsterer Noir-Stimmung, albernem Humor und hektischen Kämpfen sorgt dafür, dass das Spiel fast die ganze Zeit interessant bleibt. Mouseburg fühlt sich eigenständig an, die Waffen machen Spaß und selbst ruhigere Ermittlungsabschnitte passen überraschend gut in das Gesamtbild hinein.
Natürlich läuft nicht alles perfekt. Manche Gegner tauchen etwas zu häufig auf und gegen Ende ziehen sich einzelne Kämpfe leicht. Trotzdem bleibt Mouse eines dieser Spiele, bei denen man ständig sehen möchte, welche komplett absurde Idee als Nächstes auftaucht. Genau deshalb bleibt das Spiel auch lange nach dem Abspann noch im Kopf.
„Noir, Cartoon-Wahnsinn und Shooter-Chaos greifen hier erstaunlich stark ineinander.” – game7days
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