Cooking Simulator 2: Better Together – Test / Review (PC)

Cooking Simulator 2 wirkt am Anfang wie ein Spiel, das man schnell verstanden hat. Du stehst in deiner Küche, nimmst erste Bestellungen Cooking Simulator 2 wirkt am Anfang wie ein Spiel, das man schnell durchschaut. Du stehst in deiner Küche, hast ein paar Zutaten vor dir, nimmst erste Bestellungen an und arbeitest die recht ruhig ab. Schneiden, braten, anrichten – das kennt man, das funktioniert. Es gibt keinen Moment, in dem man sich überfordert fühlt, eher dieses Gefühl, dass man sich hier einfach ein bisschen austoben kann, ohne dass direkt alles auseinanderfällt. Man schaut sich um, testet Geräte, probiert Abläufe aus und merkt relativ schnell, dass das Ganze mehr über Timing als über Schwierigkeit funktioniert. Und genau das ist der Punkt, an dem man sich ein bisschen zu sicher wird, weil das Spiel genau daraus später etwas ganz anderes macht.

Denn sobald der Restaurantbetrieb richtig anzieht, verändert sich alles, ohne dass das Spiel groß etwas erklärt oder ankündigt. Plötzlich hast du mehrere Bestellungen gleichzeitig offen, die sich gegenseitig überlagern, während du noch mitten in einem Gericht steckst, das eigentlich schon längst fertig sein müsste. Du wechselst von der Schneidefläche zum Herd, vom Herd zum Ofen, zurück zur Vorbereitung, und irgendwo dazwischen geht dir ein Schritt verloren, den du eigentlich noch machen wolltest. Es ist kein komplettes Chaos, eher dieses konstante Gefühl, dass du immer einen kleinen Moment zu spät bist, egal wie gut du eigentlich weißt, was zu tun wäre. Und genau daraus entsteht dieser Druck, der nicht unfair wirkt, sondern einfach daraus kommt, dass zu viele Dinge gleichzeitig passieren.


Rezepte sind nur der Anfang – der Rest passiert von selbst

Was man relativ schnell merkt: Die vorgegebenen Rezepte sind eher eine Orientierung als eine feste Regel. Du kannst sie sauber nachkochen, jeden Schritt genau so machen, wie er vorgesehen ist, und das funktioniert auch. Aber du bleibst selten lange dabei. Irgendwann fängst du an, Dinge anders zu machen, einfach weil es schneller geht oder weil es in dem Moment sinnvoller erscheint. Du bereitest Zutaten vor, während eigentlich ein anderer Schritt dran wäre, lässt Dinge weg, kombinierst Abläufe neu – und genau daraus entsteht dieses Gefühl, dass du dir langsam deinen eigenen Workflow baust, statt nur etwas nachzuspielen. Gleichzeitig gibt dir das Spiel genug Freiraum, um eigene Rezepte zu entwickeln, also nicht nur das zu kochen, was vorgegeben ist, sondern auch zu experimentieren, Dinge anzupassen oder komplett neu zusammenzustellen, was überraschend gut funktioniert, solange du noch den Überblick hast.

Und genau dieser Überblick ist der Knackpunkt. Denn während du versuchst, effizient zu arbeiten und dir deine Abläufe aufzubauen, merkst du gleichzeitig, dass die Küche selbst dich ständig zwingt, umzudenken. Du arbeitest nicht an einer Station, sondern an mehreren gleichzeitig. Herdplatten, Ofen, Schneideflächen, Vorbereitung – alles läuft parallel, und du bist permanent in Bewegung. Du gehst von einer Aufgabe zur nächsten, kommst zurück, vergisst etwas, passt etwas an und merkst plötzlich, dass du dich verzettelt hast, obwohl du eigentlich genau wusstest, was du tun wolltest. Und dann wird aus diesem „ich hab das im Griff“ sehr schnell ein „okay, jetzt irgendwie retten“.


Restaurant, Bestellungen, Zeitdruck – und dieser ständige halbe Schritt zu spät

Der Restaurant-Aspekt sorgt dafür, dass das Spiel überhaupt erst diese Dynamik bekommt. Du nimmst Bestellungen an, arbeitest sie ab, versuchst sie rechtzeitig rauszubringen – und das funktioniert am Anfang noch ziemlich gut, weil du genug Luft zwischen den einzelnen Gerichten hast. Man kommt in einen Rhythmus, arbeitet sauber und hat das Gefühl, dass man das Ganze kontrollieren kann. Aber das hält nicht lange, weil das Spiel genau diesen Punkt nutzt, um dich langsam aus dem Gleichgewicht zu bringen, ohne dass es sich wie ein plötzlicher Sprung anfühlt. Die Bestellungen werden mehr, sie überschneiden sich, und plötzlich bist du nicht mehr dabei, Dinge sauber nacheinander abzuarbeiten, sondern springst zwischen ihnen hin und her.

Und genau da entsteht dieses typische Gefühl, das sich durch das ganze Spiel zieht. Du bist selten komplett überfordert, aber auch nie wirklich entspannt. Du bist immer knapp dran, immer kurz davor, alles sauber hinzubekommen, und genau deshalb bleibst du dran. Du willst diesen einen Run, in dem alles funktioniert, in dem du alles richtig timst, nichts vergisst und wirklich das Gefühl hast, die Küche im Griff zu haben. Und wenn das klappt, merkt man erst, wie viel gerade eigentlich gleichzeitig passiert ist, weil es sich in dem Moment plötzlich einfach richtig anfühlt. Aber dieser Zustand ist nie dauerhaft, weil ein kleiner Fehler reicht, um dich wieder aus diesem Rhythmus rauszuholen.


Skills, Perks und dieses langsame Gefühl, besser zu werden

Das Fortschrittssystem wirkt am Anfang fast nebensächlich, weil die ersten Upgrades keinen riesigen Unterschied machen. Du schaltest ein paar Dinge frei, bekommst kleine Boni, vielleicht läuft etwas ein bisschen schneller oder einfacher, aber es fühlt sich nicht so an, als würde sich dadurch sofort viel verändern. Man nimmt es mit, aber denkt nicht groß darüber nach. Erst nach einer Weile merkt man, dass genau diese kleinen Dinge anfangen, sich zu summieren, weil sie ineinandergreifen und dir genau die kleinen Vorteile geben, die du brauchst, um in stressigen Situationen nicht komplett auseinanderzufallen.

Was dabei gut funktioniert, ist dieses Gefühl, dass Fortschritt nicht nur über Skills passiert, sondern auch über dich selbst. Du wirst sicherer, reagierst schneller, planst besser und merkst irgendwann, dass du Fehler früher erkennst oder gar nicht mehr machst. Gleichzeitig bleibt aber immer dieser Druck bestehen, weil das Spiel dich nie komplett aus der Verantwortung nimmt. Auch mit Perks kannst du Dinge noch verbocken, und genau das sorgt dafür, dass es sich nie komplett leicht anfühlt, sondern eher so, als würdest du dich langsam an ein System anpassen, das dich konstant ein bisschen fordert.


Koop macht es nicht einfacher – nur anders

Alleine hast du zumindest das Gefühl, dass du dein Chaos kontrollierst. Du bist verantwortlich für alles, was passiert, und auch wenn Dinge schiefgehen, weißt du, warum. Im Koop funktioniert das komplett anders, weil du plötzlich nicht mehr alleine bist. Du musst dich absprechen, Aufgaben verteilen, reagieren – und genau das klappt selten so, wie man es sich vorstellt. Einer steht im Weg, jemand vergisst etwas, irgendwo läuft etwas schief, während du gerade ganz woanders bist, und plötzlich bist du nicht mehr dabei, sauber zu arbeiten, sondern nur noch dabei, das Chaos halbwegs zusammenzuhalten.

Und trotzdem ist genau das der Punkt, an dem das Spiel am meisten funktioniert. Nicht, wenn alles perfekt läuft, sondern wenn es auseinanderfällt und man trotzdem weitermacht. Wenn man sich gegenseitig reinredet, Fehler ausgleicht, improvisiert und irgendwann merkt, dass es trotzdem funktioniert, auch wenn es sich zwischendurch nicht so anfühlt. Es ist kein sauberer Spielfluss, sondern eher ein ständiges Anpassen an das, was gerade passiert, und genau das macht den Koop-Modus am Ende aus.


Sieht gut aus, läuft stabil – und hält sich im Hintergrund

Optisch setzt Cooking Simulator 2 nicht auf große Effekte oder irgendetwas, das sofort beeindruckt, sondern eher auf eine saubere, funktionale Darstellung, die im Alltag einfach gut funktioniert. Die Küchen sind übersichtlich aufgebaut, Geräte und Zutaten lassen sich schnell erkennen, und genau das ist auch wichtig, weil man oft gar keine Zeit hat, lange nach etwas zu suchen. Gerade in ruhigeren Momenten wirkt das alles fast schon etwas unspektakulär, weil nichts wirklich heraussticht oder sich in den Vordergrund drängt. Aber sobald es hektisch wird, merkt man, warum dieser Stil gewählt wurde, denn alles bleibt klar lesbar, selbst wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren. Es gibt keine unnötigen Ablenkungen, keine Effekte, die dir im Weg stehen, sondern einfach eine Umgebung, die genau das unterstützt, was du gerade machst – und das ist in so einem Spiel deutlich mehr wert, als es auf den ersten Blick scheint.

Beim Sound und der Technik zeigt sich ein ähnliches Bild. Akustisch bleibt das Spiel eher zurückhaltend, was aber gut passt, weil es den Fokus auf das Geschehen in der Küche lässt. Geräusche von Geräten, Schneiden, Braten oder dem allgemeinen Küchenbetrieb sind präsent, aber nie aufdringlich, eher so, dass sie unbewusst mitlaufen und das Ganze abrunden, ohne ständig Aufmerksamkeit zu fordern. Technisch läuft das Spiel dabei stabil, was gerade bei einem Titel, der so stark von Timing und schnellen Reaktionen lebt, extrem wichtig ist. Es gibt keine größeren Aussetzer, keine spürbaren Verzögerungen, die einem in stressigen Momenten zusätzlich Probleme machen würden. Und genau dadurch bleibt das Spiel auch dann kontrollierbar, wenn es eigentlich schon kurz davor ist, auseinanderzufallen – weil man zumindest weiß, dass es nicht an der Technik liegt, sondern einfach daran, dass gerade zu viel gleichzeitig passiert.

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Unsere Meinung

Cooking Simulator 2: Better Together ist kein Spiel, das dir die Kontrolle gibt und sie dir dann lässt. Es gibt sie dir kurz – und nimmt sie dir wieder weg, sobald mehr passiert, und genau daraus entsteht das, was das Spiel eigentlich ausmacht. Es geht nicht darum, perfekt zu kochen, sondern damit klarzukommen, dass Dinge gleichzeitig passieren und nicht immer so laufen, wie man es geplant hat, egal ob du dich gerade an Rezepte hältst, eigene Gerichte ausprobierst oder versuchst, mehrere Bestellungen gleichzeitig sauber durchzubringen.
Gerade durch den Restaurantbetrieb, die vielen Stationen, das Skillsystem und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen, steckt deutlich mehr Tiefe drin, als man am Anfang erwartet, auch wenn das Spiel diese Tiefe nicht aufdrängt, sondern dich selbst dahin kommen lässt. Und genau deshalb bleibt man dran. Nicht, weil alles perfekt funktioniert, sondern weil es immer wieder diese Momente gibt, in denen es plötzlich klickt – und man genau weiß, warum man weitergespielt hat.
Unsere Gesamtbewertung
70%

„Chaotisch, fordernd und dann am stärksten, wenn plötzlich alles zusammenpasst.” – game7days

ProContra
  • Mehr Tiefe als anfangs erwartet
  • Restaurantbetrieb sorgt für starke Dynamik
  • Viele Stationen und Systeme greifen ineinander
  • Motivierende Momente, wenn alles klickt
  • Kann schnell chaotisch und unübersichtlich werden
  • Kontrolle geht im Trubel oft verloren
  • Nicht alles funktioniert immer perfekt
  • Braucht Geduld, bis die Stärken greifen
Name: Cooking Simulator 2: Better Together
Genre: Kochsimulation, Koop, Simulation
USK/PEGI: –
Entwickler: Big Cheese Studio
Publisher: Big Cheese Studio
Plattform: PC
Veröffentlichung: 31. März 2026
Shop: Steam
Anmerkung: Die PC-Version von Cooking Simulator 2: Better Together wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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