Cthulhu The Cosmic Abyss ist so ein Spiel, das dich nicht sofort packt, sondern eher langsam reinzieht, ohne dass du es direkt merkst. Du startest, bewegst dich durch diese dunklen, oft leeren Orte und hast erstmal das Gefühl, dass nichts wirklich passiert. Keine großen Momente, kein Druck, nichts, das dich antreibt. Stattdessen gehst du durch Räume, bleibst stehen, schaust dich um, liest irgendwo etwas und gehst weiter, während sich langsam dieses Gefühl aufbaut, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Genau das funktioniert am Anfang ziemlich gut, weil es sich nicht wie ein klassisches Spiel anfühlt, das dich durchziehen will, sondern eher wie eines, das dir Raum gibt, dich selbst darauf einzulassen und Dinge wahrzunehmen, die sonst schnell untergehen würden.
Mit der Zeit zeigt sich jedoch, dass dieser Ansatz nicht durchgehend die gleiche Wirkung entfaltet. Während die ersten Stunden noch davon leben, dass alles neu und ungewohnt wirkt, entstehen später immer häufiger Abschnitte, in denen sich das Erlebnis zieht, ohne dass sich wirklich etwas verändert. Man läuft durch ähnliche Umgebungen, sucht nach Hinweisen und merkt dabei, dass der Fortschritt langsamer wirkt, als er eigentlich sein müsste. Das sorgt nicht dafür, dass das Spiel komplett an Reiz verliert, nimmt ihm aber einen Teil der Spannung, die gerade zu Beginn noch deutlich stärker vorhanden war.
Mehr Fragen als Antworten
Die Geschichte setzt klar auf Andeutungen statt auf klare Antworten und bleibt damit ihrem Vorbild treu. Hinweise tauchen in Form von Notizen, Dialogen und kleinen Details in der Umgebung auf, die sich nach und nach zu einem größeren Bild zusammensetzen sollen. Gerade diese Art des Erzählens sorgt am Anfang dafür, dass man aufmerksam bleibt und versucht, Zusammenhänge zu erkennen, die nicht direkt ausgesprochen werden. Man liest mehr, schaut genauer hin und versucht, Dinge selbst zu verstehen, statt sie einfach präsentiert zu bekommen.
Im weiteren Verlauf merkt man jedoch, dass diese Herangehensweise auch ihre Grenzen hat. Die Story entwickelt sich zwar weiter, aber oft nur in kleinen Schritten, die nicht immer die gewünschte Wirkung entfalten. Es fehlt an Momenten, die wirklich hängen bleiben oder die Handlung spürbar voranbringen. Dadurch entsteht ein Eindruck, bei dem man zwar interessiert bleibt, aber selten wirklich mitgerissen wird. Man verfolgt die Geschichte weiter, ohne dass sie sich dauerhaft in den Vordergrund drängt.



Man ist ständig unterwegs
Spielerisch setzt Cthulhu The Cosmic Abyss stark auf Erkundung und Beobachtung. Man bewegt sich durch verschiedene Areale, untersucht Objekte und sucht nach Hinweisen, die den Fortschritt ermöglichen. Dieses langsame Tempo passt grundsätzlich gut zur Atmosphäre des Spiels, da es den Spieler dazu zwingt, sich intensiver mit der Umgebung auseinanderzusetzen und nicht einfach von Ziel zu Ziel zu laufen. Gerade in den ersten Stunden entsteht dadurch ein angenehmer Spielfluss, bei dem man sich bewusst Zeit nimmt und Dinge entdeckt, die man sonst vielleicht übersehen würde.
Mit zunehmender Spielzeit wird jedoch deutlich, dass das Gameplay nicht genug Abwechslung bietet, um dieses Konzept dauerhaft zu tragen. Viele Abläufe wiederholen sich, und es entstehen längere Phasen, in denen man eher beschäftigt wirkt, als dass man aktiv etwas erlebt. Man läuft, sucht, probiert Dinge aus und merkt dabei, dass das Spiel nicht immer klar genug kommuniziert, was als Nächstes passieren soll. Das sorgt dafür, dass sich das Gameplay stellenweise zäher anfühlt, als es eigentlich notwendig wäre.



Da geht mehr
Die Rätsel fügen sich grundsätzlich gut in den Ablauf ein und wirken auf den ersten Blick wie ein sinnvoller Bestandteil des Gesamtkonzepts. Sie greifen die Umgebung auf, bauen auf gefundenen Hinweisen auf und sorgen dafür, dass man sich aktiv mit dem auseinandersetzt, was um einen herum passiert. Gerade zu Beginn entsteht dadurch ein angenehmer Wechsel aus Erkunden und kurzen Denkmomenten, bei denen man das Gefühl hat, sich die Lösung selbst erarbeitet zu haben.
Mit der Zeit zeigt sich jedoch, dass die Rätsel in ihrer Struktur kaum weiterentwickelt werden. Viele Aufgaben folgen ähnlichen Mustern, wodurch man relativ schnell versteht, wie das Spiel funktioniert und was es von einem erwartet. Statt neue Ideen einzuführen oder bestehende Mechaniken auszubauen, bleibt es häufig bei Variationen bekannter Abläufe. Das führt dazu, dass die Rätsel zwar weiterhin ihren Zweck erfüllen, aber selten wirklich fordern oder länger im Gedächtnis bleiben. Gerade hier wäre mehr Tiefe möglich gewesen, um das Spiel insgesamt stärker zu machen.



Stimmung trägt das meiste
Visuell setzt das Spiel stark auf Atmosphäre und schafft es, mit Licht und Umgebung eine dichte und oft beklemmende Stimmung zu erzeugen. Die verschiedenen Schauplätze wirken detailliert und tragen dazu bei, dass man sich in der Welt verliert, auch wenn nicht immer viel passiert. Gerade in ruhigen Momenten zeigt das Spiel seine Stärke, weil es dem Spieler Raum lässt, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und Details zu entdecken.
Technisch bleibt das Erlebnis insgesamt solide, auch wenn kleinere Schwächen nicht ausbleiben. Animationen wirken stellenweise etwas steif, und nicht jede Szene erreicht das gleiche Niveau. Der Sound hingegen unterstützt die Atmosphäre sehr gut und sorgt dafür, dass sich das Gesamtbild stimmig anfühlt. Dadurch entsteht ein Eindruck, bei dem die Präsentation vieles trägt, auch wenn nicht alles perfekt umgesetzt ist.
Unsere Meinung
Cthulhu: The Cosmic Abyss ist ein Spiel, das eine klare Idee hat und diese auch durchzieht, aber nicht immer genug daraus macht. Die Atmosphäre funktioniert, die ruhige Art passt zum Setting und gerade am Anfang zieht einen das Ganze rein, ohne dass es sich aufdrängt. Mit der Zeit merkt man aber, dass das nicht reicht.
Das Gameplay trägt nicht durchgehend, die Story entwickelt sich zu langsam und viele Dinge bleiben auf einem Niveau, das nicht weiter wächst. Es ist nicht schlecht, es funktioniert, aber der letzte Funke fehlt, der es zu einem wirklich guten Titel macht. Am Ende bleibt ein Spiel, das man spielen kann und das auch seine Momente hat, aber keines, das wirklich hängen bleibt. Es fühlt sich eher so an, als wäre mehr möglich gewesen, wenn das Spiel sich an ein paar Stellen etwas mehr getraut hätte.
„Stimmungsvolle Grundidee mit gutem Einstieg, der auf Dauer aber nicht genug nachlegt.” – game7days
| Pro | Contra |
|---|---|
|
|






