ASUS Prime AP303 – Test / Review

Ein PC-Gehäuse muss nicht riesig sein, um leistungsfähige Hardware aufzunehmen. Das ASUS Prime AP303 zeigt, wie viel sich aus einem vergleichsweise kompakten Midi-Tower herausholen lässt. Mit einem Volumen von rund 44 Litern bietet es Platz für ATX-Mainboards, lange Grafikkarten und einen 360-mm-Radiator. ASUS setzt dabei auf ein schlichtes Design, das sich auch abseits eines klassischen Gaming-Zimmers gut macht. Besonders in Weiß passt das Gehäuse zu einem hellen Setup mit weißen Komponenten und dezenten RGB-Effekten. Statt auffälliger Formen und großer Kunststoffverkleidungen steht die Funktion im Vordergrund. Das AP303 wirkt zurückhaltend, bietet im Inneren aber genügend Raum für einen leistungsfähigen Rechner. Dazu kommen ein schneller USB-C-Anschluss an der Vorderseite und eine Halterung, die schwere Grafikkarten zusätzlich abstützt.

ASUS bietet das Prime AP303 in Weiß mit zwei unterschiedlichen Seitenteilen an. Die Variante mit gehärtetem Glas gibt den Blick auf die verbaute Hardware frei. Das Mesh-Modell setzt stärker auf Luftdurchlässigkeit und verzichtet auf eine große Glasfläche. Beide Versionen nutzen dasselbe grundlegende Gehäusekonzept. Der entscheidende Unterschied liegt damit in der Optik und der seitlichen Belüftung. Interessant ist vor allem die ungewöhnliche Anordnung des Netzteils. Es sitzt vorne im Gehäuse, wodurch ASUS den Platz für lange Grafikkarten und den restlichen Innenraum anders aufteilen kann als bei vielen klassischen Midi-Towern. Das spart Platz, verlangt beim Zusammenbau aber etwas mehr Planung. Wer einen weißen Gaming-PC mit großer Grafikkarte bauen möchte, bekommt hier eine kompakte Grundlage. Vor dem Kauf lohnt sich trotzdem ein Blick auf die Abmessungen der eigenen Komponenten und die geplante Kühlung.Schreiben

Das Netzteil sitzt dort, wo man es nicht erwartet

Die auffälligste Besonderheit des AP303 steckt im Inneren. ASUS platziert das Netzteil vorne statt wie üblich im unteren hinteren Bereich. Dadurch gewinnt der Hersteller Platz für die restlichen Komponenten und hält die Abmessungen des Gehäuses überschaubar. Das Netzteil darf bis zu 180 Millimeter lang sein. Ein internes Verlängerungskabel führt den Stromanschluss zur Rückseite des Gehäuses. Die Lösung funktioniert, unterscheidet sich beim Zusammenbau aber von dem, was viele PC-Bauer gewohnt sind. Du solltest deshalb vorab prüfen, ob dein Netzteil genügend Platz lässt und wie sich die Kabel im Gehäuse verlegen lassen. Gerade bei einem leistungsfähigen System mit vielen Stromanschlüssen lohnt sich eine kurze Planung vor dem Einbau.

Hinter dem Mainboard stehen 34 Millimeter für die Kabelführung zur Verfügung. Das ist für ein Gehäuse dieser Größe ordentlich und erleichtert es, die Kabel hinter dem Mainboard-Tray zu verstauen. Die Seitenteile lassen sich ohne Werkzeug abnehmen. Das hilft beim ersten Aufbau ebenso wie bei späteren Upgrades. Auch die Anschlüsse an der Vorderseite sind sinnvoll gewählt. Neben zwei USB-A-Ports gibt es einen USB-C-Anschluss mit bis zu 20 Gbit/s sowie einen kombinierten Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon. Der Front-I/O-Anschluss nutzt zudem einen zusammengeführten Stecker, was den Anschluss am Mainboard vereinfacht. ASUS hat beim AP303 an einige Details gedacht, die den Aufbau angenehmer machen. Die ungewöhnliche Netzteilposition bleibt trotzdem ein Punkt, mit dem du dich vor dem Kauf beschäftigen solltest.

Eine RTX 5090 passt hinein, aber nicht jede Konfiguration

Mit einer maximalen Grafikkartenlänge von 360 Millimetern ist das AP303 auch für große Gaming-Karten ausgelegt. ASUS legt zusätzlich eine Halterung bei, die schwere Grafikkarten stabilisieren soll. Sie richtet sich besonders an Modelle mit einer Länge zwischen 310 und 360 Millimetern, darunter auch große Karten aus der GeForce-RTX-50-Serie. Das ist sinnvoll, denn moderne Grafikkarten bringen nicht nur viel Leistung, sondern häufig auch ein hohes Gewicht mit. Ohne passende Abstützung kann sich die Karte im Laufe der Zeit sichtbar absenken. Die Halterung reduziert dieses Risiko und sorgt für einen stabileren Sitz. Ob sie mit jeder Grafikkarte optimal funktioniert, hängt allerdings von deren Bauform und den vorhandenen Befestigungspunkten ab.

ASUS liefert außerdem eine alternative Abdeckung für die Erweiterungsplätze mit. Damit lässt sich eine Grafikkarte vertikal montieren. Gerade bei einem weißen Gehäuse mit Glas-Seitenteil ist das für Nutzer interessant, die ihre Hardware sichtbar präsentieren möchten. Für die vertikale Montage wird allerdings ein passendes Riser-Kabel benötigt, das separat gekauft werden muss. Die maximale Länge der Grafikkarte ist ebenfalls nur ein Teil der Planung. Auch die Dicke der Karte, die Position der Stromanschlüsse und der Platz für die Kabel spielen eine Rolle. Wer eine besonders große High-End-Grafikkarte verbauen möchte, sollte deshalb die tatsächlichen Maße mit dem verfügbaren Raum abgleichen. Das AP303 bietet für einen kompakten Midi-Tower viel Spielraum, ersetzt aber nicht die Prüfung der eigenen Komponenten.

Luft von unten, Wärme nach oben

Beim Kühlkonzept setzt ASUS auf einen Luftstrom von unten nach oben. Frische Luft gelangt über die Unterseite ins Gehäuse und strömt an den Komponenten vorbei. Die erwärmte Luft verlässt das Gehäuse über die Oberseite. Dieses Prinzip ist sinnvoll, weil sich warme Luft nach oben bewegt und der Aufbau ausreichend Platz für große Kühlkomponenten bietet. Das AP303 unterstützt bis zu sieben Lüfter. Im Deckel lassen sich drei 120- oder drei 140-mm-Lüfter montieren. Auch ein 360-mm-Radiator passt in den oberen Bereich. ASUS erlaubt dabei eine Radiatordicke von bis zu 60 Millimetern. Das eröffnet Spielraum für leistungsfähige Wasserkühlungen, sofern die übrigen Komponenten genügend Platz lassen.

Bei der Anzahl der mitgelieferten Lüfter hält sich ASUS zurück. Ab Werk sitzt lediglich ein 120-mm-PWM-Lüfter an der Rückseite. Für einen Gaming-PC mit leistungsstarker Grafikkarte und einem Prozessor mit hoher Leistungsaufnahme ist das eine knappe Grundausstattung. Wer die Kühlmöglichkeiten des Gehäuses ausnutzen möchte, sollte zusätzliche Lüfter einplanen. Die Unterseite bietet Platz für bis zu drei 120-mm-Lüfter. Ein Staubfilter schützt den Bereich vor gröberen Ablagerungen und lässt sich zur Reinigung herausnehmen. Die Tests von Overclock3D zeigen, dass das AP303 mit einer passenden Lüfterbestückung eine starke Kühlleistung erreichen kann. Die guten Ergebnisse kommen allerdings nicht allein durch das Gehäuse zustande. Die Wahl der Lüfter und deren Drehzahl spielen ebenfalls eine Rolle. Wer das AP303 kauft, sollte daher nicht nur den Preis des Gehäuses betrachten, sondern auch das Budget für die zusätzliche Kühlung berücksichtigen.

Weiß mit Glas oder Mesh?

Die weiße Ausführung passt zu einem hellen PC-Aufbau und wirkt auch ohne RGB-Beleuchtung zurückhaltend. ASUS verzichtet auf große, auffällige Designelemente und setzt auf klare Linien. Bei der Variante mit gehärtetem Glas bleibt die verbaute Hardware sichtbar. Das eignet sich für einen Aufbau mit weißen Lüftern, einer passenden Grafikkarte und abgestimmter Beleuchtung. Das Glas macht den Innenraum zum Blickfang, schränkt aber die seitliche Luftzufuhr stärker ein als ein luftdurchlässiges Mesh-Panel. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Temperaturen problematisch werden. Es macht die Lüfterplanung bei leistungsstarker Hardware aber wichtiger.

Die Mesh-Version verfolgt einen anderen Ansatz. Sie verzichtet auf die große Glasfläche und setzt stattdessen auf ein luftdurchlässiges Seitenteil. Das passt zu einem PC, bei dem Kühlung und Funktion wichtiger sind als die sichtbare Präsentation der Komponenten. Die weißen Flächen sorgen trotzdem für eine helle Optik. Beide Varianten besitzen Mesh-Bereiche an der Front und lassen sich ohne Werkzeug öffnen. Die Front ist dabei kein klassischer Lufteinlass für die Gehäuselüfter, denn hinter ihr sitzt das Netzteil. Die eigentliche Frischluftzufuhr erfolgt vor allem über die Unterseite. Wer zwischen Glas und Mesh wählen muss, sollte deshalb nicht allein nach dem Aussehen entscheiden. Für einen Show-PC mit moderater Hardware ist Glas interessant. Bei einem besonders leistungsstarken System bietet das Mesh-Seitenteil zusätzliche Luftdurchlässigkeit.

Wo das AP303 Platz spart und wo nicht

Mit seinen Abmessungen von 215 x 425 x 485 Millimetern benötigt das AP303 weniger Platz als viele größere ATX-Gehäuse. Trotzdem unterstützt es Mainboards im ATX-Format sowie Micro-ATX- und Mini-ITX-Platinen. Auch die Höhe des CPU-Kühlers ist mit bis zu 165 Millimetern ausreichend für viele gängige Luftkühler. Wer lieber eine Wasserkühlung verwendet, findet im Deckel Platz für Radiatoren mit bis zu 360 Millimetern Länge. Die Kombination aus kompakten Außenmaßen und großem Hardware-Spielraum ist einer der wichtigsten Vorteile des Gehäuses. Du musst also nicht automatisch auf ein kleineres Mainboard oder eine kürzere Grafikkarte wechseln, nur weil der PC weniger Platz auf dem Schreibtisch einnehmen soll.

Einige Einschränkungen ergeben sich durch die Netzteilposition und die fehlenden Lüfter ab Werk. Das Netzteil sitzt vorne und nimmt dort Raum ein, der bei anderen Gehäusen teilweise für Lüfter oder Radiatoren vorgesehen ist. Auch die Anzahl der Laufwerksplätze fällt überschaubar aus. ASUS bietet zwei Plätze für 2,5-Zoll-Laufwerke sowie einen kombinierten Platz für ein 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerk. Für einen modernen Gaming-PC mit mehreren M.2-SSDs dürfte das genügen. Wer dagegen viele klassische Festplatten einbauen möchte, sollte die Laufwerksmöglichkeiten genauer prüfen. Das AP303 ist auf einen modernen Aufbau mit wenigen Laufwerken und leistungsfähigen Hauptkomponenten ausgelegt. Für einen großen Speicher- oder Arbeitsrechner mit vielen internen Laufwerken gibt es passendere Gehäuse.

Lohnt sich der Preis?

ASUS hat das Prime AP303 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 94,90 Euro auf den Markt gebracht. Dafür gibt es ein kompaktes ATX-Gehäuse mit USB-C, einer Grafikkartenhalterung, werkzeuglos abnehmbaren Seitenteilen und Platz für einen großen Radiator. Das ist eine vernünftige Grundlage für einen Gaming-PC. Vor allem die Kombination aus vergleichsweise kleinen Außenmaßen und einer Grafikkartenlänge von bis zu 360 Millimetern macht das Modell interessant. Dazu kommt der ordentliche Platz für das Kabelmanagement. Wer einen aufgeräumten Aufbau plant, muss sich nicht mit einem besonders großen Tower arrangieren.

Der Preis sollte aber zusammen mit der weiteren Ausstattung betrachtet werden. Ein zusätzlicher Satz Gehäuselüfter verursacht weitere Kosten, wenn du die Kühlung für einen leistungsstarken Rechner optimieren möchtest. Auch ein Riser-Kabel für eine vertikale Grafikkarte gehört nicht zum Lieferumfang. Das AP303 ist deshalb nicht zwingend die günstigste Lösung, wenn du sämtliche Möglichkeiten nutzen willst. Dafür bekommst du eine durchdachte Basis mit einer ungewöhnlichen Innenaufteilung und ausreichend Platz für aktuelle Hardware. Gerade bei einem weißen PC, bei dem Gehäuse und Komponenten optisch zusammenpassen sollen, ist das AP303 eine interessante Option. Entscheidend ist, ob du die kompakte Bauweise und den vorhandenen Hardware-Spielraum brauchst.


Unsere Meinung

Das ASUS Prime AP303 macht vieles richtig. Es nimmt ATX-Mainboards und Grafikkarten mit bis zu 360 Millimetern Länge auf, unterstützt Radiatoren bis 360 Millimeter und bleibt dabei vergleichsweise kompakt. Die Kabel lassen sich hinter dem Mainboard ordentlich verlegen, die Seitenteile benötigen kein Werkzeug und die Grafikkartenhalterung ist bei schweren Modellen eine sinnvolle Ergänzung. Dazu kommt ein schneller USB-C-Anschluss an der Vorderseite. Die weiße Variante passt zu einem hellen Gaming-Setup, ohne mit auffälligen Formen oder übertriebenen Designelementen zu arbeiten.
Ganz ohne zusätzliche Ausgaben wird ein leistungsstarker Aufbau allerdings nicht auskommen. Der einzelne vorinstallierte 120-mm-Lüfter reicht als Grundausstattung, für einen leistungsfähigen Gaming-PC sind zusätzliche Lüfter aber sinnvoll. Die Position des Netzteils ist ungewöhnlich und verlangt beim Aufbau etwas Planung. Wer viele Laufwerke benötigt, sollte ebenfalls nachrechnen, ob die vorhandenen Plätze ausreichen. Wenn du einen kompakten ATX-Tower mit Platz für eine große Grafikkarte suchst, bietet das AP303 eine überzeugende Grundlage. Für einen weißen Gaming-PC mit Glas-Seitenteil ist die Optik besonders ansprechend. Wer den Schwerpunkt auf möglichst freie Luftzufuhr legt, sollte sich die Mesh-Variante genauer ansehen.
Unsere Gesamtbewertung
80%

„Kompakt, geräumig und optisch zurückhaltend – ein überzeugendes Gehäuse mit Verbesserungspotenzial bei der Lüfterausstattung.“ – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
Pro Contra
  • Kompaktes Gehäuse mit Unterstützung für ATX-Mainboards
  • Platz für Grafikkarten bis 360 mm Länge
  • Radiatoren bis 360 mm unterstützt
  • Werkzeuglos abnehmbare Seitenteile
  • Praktische Grafikkartenhalterung
  • USB-C-Anschluss an der Vorderseite
  • Ordentliche Möglichkeiten für das Kabelmanagement
  • Elegantes weißes Design mit Glas-Seitenteil
  • Nur ein 120-mm-Lüfter vorinstalliert
  • Zusätzliche Gehäuselüfter für leistungsstarke Systeme sinnvoll
  • Ungewöhnliche Netzteilposition erfordert etwas Planung
  • Begrenzte Laufwerksplätze für umfangreiche Speicherlösungen
  • Für maximale Luftzufuhr kann die Mesh-Variante geeigneter sein
Produkt: ASUS Prime AP303
Produkttyp: PC-Gehäuse / ATX-Tower
Hersteller: ASUS
Farbe: Weiß
Mainboard: ATX-Unterstützung
Max. GPU-Länge: Bis zu 360 mm
Radiator: Bis zu 360 mm
Lüfter ab Werk: 1 × 120 mm
Seitenteile: Werkzeuglos abnehmbar
Anschlüsse: USB-C an der Vorderseite
Kabelmanagement: Rückseitige Kabelführung
Besonderheit: Grafikkartenhalterung
Variante: Weiß mit Glas-Seitenteil
Produktseite: ASUS PC-Gehäuse
Anmerkung: Die Bewertung bezieht sich auf die weiße Variante des ASUS Prime AP303. Technische Angaben zur maximalen Grafikkartenlänge, Radiatorgröße, Lüfterausstattung und Kompatibilität sollten vor Veröffentlichung anhand des Datenblatts der konkreten Gehäuseversion überprüft werden. Die tatsächliche Kompatibilität kann von der Kombination aus Grafikkarte, Netzteil, Radiator und weiteren Komponenten abhängen.

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