Final Fantasy Resonance im Test – Eine Liebeserklärung an die klassischen JRPGs
Mit Final Fantasy Resonance besinnt sich Square Enix auf die Wurzeln seiner legendären Rollenspielreihe. Rundenbasierte Kämpfe, eine farbenfrohe Fantasywelt und eine Geschichte über Freundschaft und den Kampf gegen das Böse treffen auf die mittlerweile bekannte HD-2D-Optik. Gleichzeitig greift das Spiel auf die Welt von Final Fantasy Brave Exvius zurück und macht aus dem ehemaligen Mobile-Rollenspiel ein eigenständiges Einzelspieler-Abenteuer ohne Gacha-Mechaniken. Doch reicht der nostalgische Charme aus, um auch heute noch zu begeistern?
Eine klassische Fantasygeschichte mit viel Herz
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Rain und Lasswell, zwei Ritter des Königreichs Grandshelt, die gemeinsam aufgewachsen sind und sich einer gefährlichen Bedrohung stellen müssen. Die sogenannten Geschworenen Sechs haben es auf die Kristalle abgesehen, die über die Welt verteilt sind. Sollten diese zerstört werden, droht der gesamten Welt der Untergang. Für Rain und Lasswell beginnt damit eine Reise, auf der sie nicht nur die Geheimnisse ihrer Heimat entdecken, sondern auch zahlreiche Verbündete kennenlernen. Zu ihnen gehört unter anderem Fina, ein mysteriöses Mädchen, das seine Erinnerungen verloren hat und im Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle einnimmt.
Wer bereits ältere Teile der Final-Fantasy-Reihe gespielt hat, dürfte sich schnell zurechtfinden. Die Geschichte setzt auf vertraute Fantasy-Motive, geheimnisvolle Kristalle, uralte Prophezeiungen und eine Gruppe von Helden, die sich einer scheinbar übermächtigen Gefahr entgegenstellt. Große Überraschungen bleiben gerade zu Beginn eher selten, denn viele Entwicklungen lassen sich bereits erahnen. Trotzdem gelingt es dem Spiel, seine vertrauten Elemente mit einer gewissen Leichtigkeit zu präsentieren. Die Figuren nehmen ihre Aufgabe ernst, ohne dass die Handlung permanent in übertriebene Dramatik verfällt. Stattdessen entsteht ein Abenteuer, das sich bewusst an der klassischen Rollenspieltradition orientiert.
Besonders die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren geben der Geschichte ihren emotionalen Kern. Rain übernimmt häufig die Führung, während Lasswell zunächst eher in seinem Schatten steht. Daraus entsteht allerdings keine einfache Rivalität, bei der sich beide ständig gegenseitig übertrumpfen müssen. Vielmehr entwickelt sich ihre Beziehung im Laufe der Reise weiter und wird durch gemeinsame Erlebnisse auf die Probe gestellt. Gerade diese persönliche Ebene sorgt dafür, dass die Handlung mehr bietet als eine bloße Aneinanderreihung von Kämpfen und Bossbegegnungen.Allerdings sollte man keine revolutionäre Erzählweise erwarten. Manche Figuren entsprechen bekannten JRPG-Klischees, und auch der grundsätzliche Verlauf der Geschichte dürfte erfahrenen Rollenspielern vertraut vorkommen. Wer eine komplexe Handlung mit zahlreichen moralischen Grauzonen und überraschenden Wendungen sucht, könnte deshalb etwas mehr Tiefe vermissen. Final Fantasy Resonance möchte vor allem unterhalten, emotional mitnehmen und eine klassische Fantasygeschichte erzählen. Genau darin liegt sowohl seine Stärke als auch seine größte Einschränkung.



Die Welt lädt zum Erkunden ein
Die Welt von Final Fantasy Resonance besteht aus verschiedenen Kontinenten, Städten, Dörfern und Dungeons, die du im Verlauf deiner Reise erkundest. Dabei orientiert sich das Spiel an der Struktur älterer Serienteile. Du besuchst Siedlungen, sprichst mit ihren Bewohnern, nimmst Aufträge an und begibst dich anschließend in gefährliche Gebiete, um neue Herausforderungen zu meistern. Mit fortschreitender Handlung eröffnen sich weitere Reisemöglichkeiten, darunter auch ein Luftschiff, mit dem du größere Entfernungen zurücklegen kannst. Dadurch entsteht nach und nach das Gefühl, eine zusammenhängende Fantasywelt zu bereisen, statt lediglich einzelne Level abzuarbeiten. Die verschiedenen Orte erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. In Städten findest du Händler, Ausrüstung und neue Informationen, während Dungeons dich mit Gegnern, versteckten Gegenständen und stärkeren Kontrahenten konfrontieren. Zusätzlich warten zahlreiche Nebenquests und Sammelobjekte darauf, entdeckt zu werden. Besonders die Tafelfragmente sind interessant, da sie nicht nur Belohnungen bieten, sondern auch mit Fina und ihrer verlorenen Vergangenheit verbunden sind. Wer die Welt aufmerksam erkundet, erhält dadurch zusätzliche Einblicke in die Handlung und wird gleichzeitig mit nützlichen Gegenständen belohnt.
Auch bereits besuchte Gebiete bleiben relevant. Im späteren Spielverlauf können dort neue Aufgaben verfügbar werden, sodass sich eine Rückkehr durchaus lohnen kann. Damit das Erkunden nicht in unnötiger Lauferei ausartet, stehen Schnellreisefunktionen zur Verfügung. Du kannst also gezielt zu bereits freigeschalteten Orten zurückkehren, wenn du eine neue Aufgabe erledigen oder nach bislang übersehenen Geheimnissen suchen möchtest. Diese Komfortfunktionen passen gut zur klassischen Struktur und machen das Abenteuer auch für Spieler angenehm, die nicht jeden Weg mehrfach zu Fuß zurücklegen wollen. Trotzdem folgt die Welt einem recht vertrauten Aufbau. Viele Aufgaben bestehen darin, bestimmte Gegenstände zu beschaffen, Gegner zu besiegen oder anderen Figuren bei ihren Problemen zu helfen. Das ist für ein klassisches JRPG nicht ungewöhnlich, bietet aber nur selten wirklich überraschende Aufgabenstellungen. Wer sich gerne in Nebenquests verliert, bekommt dennoch reichlich Beschäftigung. Besonders die kleineren Geschichten können zusätzliche Einblicke in die Bewohner der Spielwelt geben und zeigen, dass nicht jede Herausforderung gleich die Rettung des gesamten Planeten voraussetzt.



Pixelkunst trifft moderne Inszenierung
Optisch setzt Final Fantasy Resonance auf den HD-2D-Stil, der bereits aus Spielen wie Octopath Traveler bekannt ist. Dabei treffen detailreiche Pixelgrafiken auf dreidimensionale Umgebungen, moderne Lichteffekte und eine ausgeprägte Tiefenwirkung. Das Ergebnis verbindet den Charme klassischer Rollenspiele mit einer zeitgemäßen Präsentation. Dörfer, Wälder und größere Landschaften wirken dadurch lebendig, ohne dass das Spiel seinen bewusst nostalgischen Charakter verliert.Besonders gelungen ist die Gestaltung der Umgebungen. Licht und Schatten verleihen den Schauplätzen zusätzliche Tiefe, während die unterschiedlichen Ebenen der Landschaften den Eindruck einer handgefertigten Fantasywelt unterstützen. Die Figuren bleiben ihrer Pixelästhetik treu, werden aber durch detaillierte Charakterporträts und aufwendiger inszenierte Zwischensequenzen ergänzt. Dadurch kann das Spiel emotionale Szenen deutlich stärker hervorheben, als es mit einer rein statischen Darstellung möglich wäre.
Auch die Inszenierung größerer Ereignisse weiß sich von der üblichen Darstellung abzuheben. Die Kamera bewegt sich dynamischer, Perspektiven verändern sich und einzelne Szenen werden mit einem deutlich filmischeren Ansatz präsentiert. Das sorgt für Abwechslung und zeigt, wie vielseitig sich die Pixeloptik einsetzen lässt. Gleichzeitig bleibt der Stil nicht in jeder Situation völlig frei von Eigenheiten. Wenn sich Pixelcharaktere in besonders dramatischen Szenen bewegen, können manche Animationen etwas unbeholfen wirken. Das passt zwar zum charmanten Charakter des Spiels, dürfte aber nicht jedem gefallen.
Der Soundtrack von Noriyasu Agematsu und Elements Garden ergänzt die Präsentation mit stimmungsvollen Melodien und dramatischen musikalischen Höhepunkten. Gerade während wichtiger Storymomente trägt die Musik dazu bei, die Emotionen zu verstärken und den jeweiligen Schauplätzen eine eigene Identität zu verleihen. Insgesamt gehört die audiovisuelle Präsentation zu den überzeugendsten Elementen von Final Fantasy Resonance. Das Spiel zeigt, dass klassische Pixelgrafik keineswegs altmodisch wirken muss, wenn sie mit modernen technischen Möglichkeiten kombiniert wird.



Rundenbasierte Kämpfe mit taktischem Anspruch
Beim Kampfsystem bleibt Final Fantasy Resonance seinen klassischen Wurzeln treu. Bis zu vier Charaktere stehen gleichzeitig im Kampf zur Verfügung, während eine Anzeige die Reihenfolge der kommenden Aktionen zeigt. In jeder Runde entscheidest du, ob du angreifen, Fähigkeiten einsetzen, dich verteidigen oder Gegenstände verwenden möchtest. Das Prinzip ist leicht verständlich, bietet durch die verschiedenen Charakterrollen und Elementarschwächen aber genügend Möglichkeiten, deine Gruppe an die jeweilige Situation anzupassen.Ein wichtiger Bestandteil sind die unterschiedlichen Stärken der einzelnen Figuren. Rain setzt beispielsweise auf Feuerangriffe und robuste Fähigkeiten, während Lasswell mit seinem Katana und seiner Ausrichtung auf kritische Treffer andere Schwerpunkte besitzt. Weitere Gruppenmitglieder ergänzen das Team um zusätzliche magische oder unterstützende Fähigkeiten. Dadurch lohnt es sich, die Zusammensetzung deiner Gruppe nicht einfach unverändert zu lassen. Gerade bei stärkeren Gegnern kann es entscheidend sein, die passenden Angriffe zur richtigen Zeit einzusetzen.
Besonders wichtig sind die Schwächen der Gegner. Viele Monster reagieren empfindlich auf bestimmte Elemente, während andere gegen einzelne Angriffsarten resistent oder sogar immun sind. Wer einfach nur immer dieselbe Attacke verwendet, verschenkt deshalb einen Teil des taktischen Potenzials. Stattdessen solltest du deine Fähigkeiten auf die jeweiligen Gegner abstimmen und versuchen, ihre Verteidigung möglichst effizient zu durchbrechen. Das sorgt dafür, dass auch ein grundsätzlich vertrautes Kampfsystem genügend Raum für Entscheidungen bietet. Zusätzlich spielt die sogenannte Schockleiste eine zentrale Rolle. Neben ihrer Lebensenergie besitzen Gegner eine weitere Anzeige, die durch Treffer reduziert wird. Wird diese Leiste vollständig geleert, gerät der jeweilige Gegner ins Taumeln und wird anfälliger für weitere Angriffe. Besonders effektiv ist es, mehrere Gegner innerhalb kurzer Zeit zu brechen. Gelingt dir das, erhält deine Gruppe eine zusätzliche Angriffsphase, in der du erheblichen Schaden verursachen kannst. Dadurch entsteht ein angenehmer Wechsel zwischen dem gezielten Ausnutzen von Schwächen und dem anschließenden Austeilen besonders starker Attacken.
Das Kampfsystem entwickelt sich im Laufe des Abenteuers weiter und verlangt bei stärkeren Gegnern zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Während einfache Konfrontationen häufig schnell erledigt sind, können Bosskämpfe eine gezieltere Vorbereitung erfordern. Gerade die Kombination aus Elementen, Charakterfähigkeiten und zusätzlichen Angriffsmöglichkeiten macht die Gefechte interessant. Allerdings ist die Hauptgeschichte insgesamt nicht übermäßig anspruchsvoll. Wer seine Gruppe regelmäßig verbessert und die grundlegenden Mechaniken verstanden hat, sollte nur selten gezwungen sein, längere Zeit Erfahrungspunkte zu sammeln.



Visionen und bekannte Helden aus der Final-Fantasy-Geschichte
Eine Besonderheit von Final Fantasy Resonance sind die Visionen. Dabei handelt es sich um Erscheinungen bekannter Figuren aus anderen Spielen der Reihe, die deine Gruppe im Kampf unterstützen. Insgesamt lassen sich 26 verschiedene Visionen freischalten, darunter bekannte Charaktere wie Cloud, Terra und Sephiroth. Sie treten nicht einfach als zusätzliche Gruppenmitglieder auf, sondern verleihen den ausgerüsteten Figuren neue Fähigkeiten, passive Boni und mächtige Spezialangriffe. Das System erweitert die Charakterentwicklung erheblich. Jede Vision bringt eigene Schwerpunkte mit und kann dadurch unterschiedliche Spielstile unterstützen. Während manche vor allem offensive Fähigkeiten bereitstellen, eignen sich andere für magische Angriffe oder zusätzliche defensive Möglichkeiten. Dadurch kannst du deine Gruppe gezielt auf bestimmte Herausforderungen vorbereiten und mit unterschiedlichen Kombinationen experimentieren. Gerade für Fans der Reihe ist es reizvoll, vertraute Figuren wiederzusehen und ihre Fähigkeiten in einem neuen Zusammenhang einzusetzen.
Die Visionen lassen sich außerdem verbessern. Durch den Einsatz spezieller Materialien steigert sich ihr Rang, wodurch neue oder stärkere Fähigkeiten verfügbar werden. Zusätzlich sammeln sie Erfahrung und schalten passive Boni frei. Bestimmte Verbesserungen können dauerhaft erhalten bleiben, selbst wenn du später eine andere Vision ausrüstest. Dadurch entsteht ein langfristiger Entwicklungsprozess, bei dem du nicht nur deine Charaktere, sondern auch die verfügbaren Unterstützungsmöglichkeiten kontinuierlich ausbaust. Die mächtigsten Fähigkeiten der Visionen sorgen schließlich für besonders spektakuläre Momente. Aufwendige Animationen und eindrucksvolle Effekte heben diese Angriffe deutlich von den normalen Gefechten ab. Allerdings können die Spezialsequenzen mit der Zeit auch ermüdend werden. Da sie häufig zum Einsatz kommen, unterbrechen sie den Spielfluss gelegentlich stärker, als es wünschenswert wäre. Zwar lassen sich viele Animationen überspringen, doch nicht immer erfolgt das unmittelbar. Gerade bei gewöhnlichen Gegnern kann es deshalb passieren, dass eine eigentlich längst entschiedene Auseinandersetzung unnötig in die Länge gezogen wird.



So wächst deine Gruppe über sich hinaus
Neben den Visionen bietet Final Fantasy Resonance zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Gruppe zu verbessern. Neue Waffen, Rüstungsteile und Gegenstände helfen dir dabei, den wachsenden Herausforderungen gewachsen zu bleiben. Hinzu kommen die individuellen Fähigkeiten der Charaktere sowie die zusätzlichen Boni, die du über Visionen freischaltest. Das System belohnt damit sowohl regelmäßige Kämpfe als auch die Erkundung der Spielwelt. Wer sich Zeit für optionale Aufgaben nimmt, kann seine Gruppe zusätzlich stärken und sich auf spätere Herausforderungen vorbereiten. Die Charakterentwicklung ist dabei umfangreich genug, um unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen, ohne dass du dich in einem übermäßig komplizierten Rollenspielsystem verlierst. Du kannst deine Gruppe anpassen, neue Fähigkeiten ausprobieren und unterschiedliche Visionen miteinander kombinieren. Gerade wer gerne an der optimalen Zusammenstellung tüftelt, findet hier langfristige Beschäftigung. Gleichzeitig bleibt der Einstieg übersichtlich, sodass du nicht schon in den ersten Spielstunden mit unzähligen Untermenüs und komplexen Statistiken überfordert wirst.
Allerdings wird die Verwaltung der zahlreichen Visionen mit fortschreitendem Spielverlauf etwas unübersichtlich. Wenn du regelmäßig neue Unterstützungsmöglichkeiten freischaltest, musst du dich durch zahlreiche Optionen arbeiten, um die passende Kombination zu finden. Das kann gerade dann mühsam werden, wenn du mehrere Charaktere gleichzeitig optimieren möchtest. Eine übersichtlichere Darstellung und komfortablere Verwaltungsmöglichkeiten hätten dem System gutgetan. Auch beim Schwierigkeitsgrad zeigt sich, dass sich das Spiel in erster Linie an ein breites Publikum richtet. Die Hauptgeschichte lässt sich meist ohne größere Schwierigkeiten bewältigen, sofern du deine Ausrüstung nicht völlig vernachlässigst. Wer allerdings jede optionale Herausforderung meistern möchte, trifft später auf deutlich anspruchsvollere Gegner. Dadurch bleibt ein Anreiz bestehen, die eigenen Figuren weiterzuentwickeln, auch wenn das reguläre Abenteuer selten eine besonders intensive Optimierung verlangt.



Poliert bis ins kleinste Pixel?
Die technische Umsetzung gehört zu den erfreulichen Seiten von Final Fantasy Resonance. Die HD-2D-Optik wird nicht nur für die Darstellung der Umgebungen genutzt, sondern prägt auch die Inszenierung der Kämpfe und Zwischensequenzen. Gerade die Kombination aus Pixelgrafik, dreidimensionalen Kulissen und modernen Effekten sorgt für ein stimmiges Gesamtbild. Die unterschiedlichen Plattformversionen profitieren von der klaren visuellen Ausrichtung, die nicht auf möglichst realistische Darstellung, sondern auf einen einheitlichen künstlerischen Stil setzt.
Auch die verschiedenen Komfortfunktionen erleichtern den Spielalltag. Schnellreisen helfen dabei, bereits besuchte Orte zügig wiederzufinden, während die Möglichkeit, Kampfanimationen zu beschleunigen oder zu überspringen, unnötige Wartezeiten reduzieren kann. Gerade bei einem Rollenspiel mit zahlreichen Zufallskämpfen ist das wichtig, denn wiederholte Begegnungen können andernfalls schnell anstrengend werden. Die grundlegenden Menüs und Abläufe bleiben dabei vertraut, sodass sich auch Spieler zurechtfinden dürften, die schon länger kein klassisches JRPG mehr gespielt haben.
Nicht alles wirkt allerdings gleichermaßen modern. Die Benutzeroberfläche ist funktional, könnte optisch aber etwas eigenständiger ausfallen. Angesichts der aufwendigen Umgebungen und der schönen Charakterdarstellungen wirken einige Menüs vergleichsweise schlicht. Auch die wiederkehrenden Spezialanimationen können den Spielfluss bremsen, selbst wenn sie sich teilweise überspringen lassen. Das sind keine gravierenden technischen Probleme, zeigen aber, dass bei der Benutzerführung noch etwas mehr Feinschliff möglich gewesen wäre.
Eine deutsche Sprachausgabe steht nicht zur Verfügung. Wer die Geschichte vollständig verstehen möchte, ist daher auf die angebotenen Bildschirmtexte angewiesen, sofern Englisch oder Japanisch nicht die bevorzugten Sprachoptionen sind. Für Spieler, die Wert auf eine vollständig lokalisierte Vertonung legen, ist das ein kleiner Wermutstropfen. Insgesamt präsentiert sich Final Fantasy Resonance technisch jedoch als stimmiges Rollenspiel, dessen optische Gestaltung einen großen Teil seines Charmes ausmacht.
Unsere Meinung
Final Fantasy Resonance ist eine gelungene Rückbesinnung auf die klassischen Tugenden der Reihe. Die Fantasywelt, die rundenbasierten Kämpfe und die Geschichte rund um Freundschaft und Zusammenhalt erinnern an frühere Serienteile, ohne dass das Spiel seine modernen Komfortfunktionen vernachlässigt. Besonders die HD-2D-Optik verleiht dem Abenteuer einen eigenen Charakter und verbindet nostalgische Pixelkunst mit einer zeitgemäßen Präsentation.
Dazu kommen ein motivierendes Kampfsystem und die Visionen, die bekannte Helden aus anderen Final-Fantasy-Spielen auf interessante Weise in die Charakterentwicklung einbinden. Ganz ohne Schwächen bleibt das Abenteuer allerdings nicht. Die Handlung bedient sich vieler bekannter Genre-Muster, einige Figuren hätten mehr Tiefgang verdient und die wiederkehrenden Spezialanimationen können den Spielfluss bremsen. Auch die Verwaltung der zahlreichen Visionen wirkt im späteren Verlauf teilweise unnötig umständlich. Wer eine völlig neue Interpretation der Reihe erwartet, wird deshalb eher wenig überrascht werden.
Wer dagegen Lust auf ein klassisches JRPG mit einer charmanten Fantasywelt, taktischen Kämpfen und zahlreichen Möglichkeiten zur Charakterentwicklung hat, findet in Final Fantasy Resonance ein unterhaltsames Abenteuer. Die Geschichte mag vertraute Wege gehen, doch die liebevolle Präsentation und die Begeisterung für das Genre tragen das Spiel über viele Stunden. Final Fantasy Resonance muss das Rad nicht neu erfinden, um zu funktionieren. Es erinnert vielmehr daran, warum rundenbasierte Rollenspiele und ihre Geschichten über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt auch heute noch ihren Reiz besitzen. Insgesamt vergeben wir 87 Prozent.
„Ein charmantes HD-2D-JRPG mit taktischen Kämpfen und viel Liebe zur Seriengeschichte – kleinere Schwächen bremsen den Spielfluss.” – game7days
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