Dying Light: The Beast – Test / Review (PC)

Quelle: Techland

Mit Dying Light: The Beast wagt Techland den nächsten Schritt für die bekannte Survival-Reihe. Ursprünglich war das Projekt nur als Erweiterung für Dying Light 2 gedacht, doch schon während der Entwicklung wurde klar, dass das Konzept zu groß und eigenständig ist. Also entschied man sich für ein vollwertiges Spiel, das mit neuer Geschichte, überarbeitetem Gameplay und einem deutlich düstereren Ton an den Start geht. Der Fokus liegt stärker auf klassischen Survival-Elementen, weniger auf politischen Fraktionen oder überladenen Systemen, wie man sie noch aus Stay Human kennt.

Veröffentlicht wurde der Titel im September 2025 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Schon im Einstieg merkt man, dass sich das Spiel bewusst auf die Stärken der Reihe konzentriert. Parkour, Nahkampf und die ständige Bedrohung durch die Infizierten stehen im Vordergrund. Die reduzierte Komplexität wirkt erfrischend, weil sie das Spiel straffer und kompakter macht. Gleichzeitig profitiert die Präsentation vom Fokus auf aktuelle Hardware: detaillierte Welten, stimmungsvolle Beleuchtung und eine dichte Atmosphäre, die den Ton für das gesamte Abenteuer setzt.


Zwischen Mensch und Biest

Die Geschichte dreht sich wieder um Kyle Crane, den viele Spieler noch aus dem ersten Dying Light kennen. Doch diesmal ist er nicht der klassische Held, sondern ein gebrochener Mann, der nach Experimenten halb Mensch, halb Bestie geworden ist. Gejagt vom skrupellosen Baron, verschlägt es ihn nach Castor Woods – ein Gebiet, das von Mutationen, Verfall und Geheimnissen durchzogen ist. Schon die ersten Missionen machen klar, dass Crane nicht nur gegen äußere Bedrohungen kämpft, sondern auch mit sich selbst und seiner schwindenden Menschlichkeit.

Besonders interessant ist die Erzählweise. Entscheidungen verändern nicht den Verlauf der Handlung, aber sie prägen Cranes Charakter und die Wahrnehmung durch andere Figuren. Mal wirkt er wie ein Mensch, der trotz allem seine Menschlichkeit bewahren will, mal wie ein Monster, das seine Kräfte akzeptiert. Dieses Spannungsfeld gibt der Story mehr Tiefe, auch wenn sie insgesamt geradliniger erzählt wird als im Vorgänger. Vor allem Zwischensequenzen und Dialoge wirken dichter, emotionaler und tragen die düstere Stimmung der Welt gut.


Ein Balanceakt auf den Dächern

Spielerisch setzt The Beast auf die Kernstärken der Reihe. Parkour ist erneut das wichtigste Mittel, um sich durch die Welt zu bewegen. Dächer, Mauern, Fassaden und Bäume werden nahtlos erklommen, Sprünge sind flüssig und gehen präzise von der Hand. Techland hat viele zusätzliche Features gestrichen, was auf den ersten Blick nach Rückschritt klingt, im Spiel aber Sinn ergibt. Ohne Paragleiter oder Fraktionssystem liegt der Fokus stärker auf dem, was Dying Light ausmacht: Bewegung, Kämpfe und Überleben.

Ein zentrales Element bleibt der Tag-Nacht-Wechsel. Tagsüber lassen sich Gebiete vorsichtig erkunden, doch die Bedrohung ist allgegenwärtig. Sobald die Sonne verschwindet, verändert sich das Spielgefühl komplett. Die Infizierten werden aggressiver, gefährlichere Mutanten erscheinen, und jede Bewegung kann über Leben und Tod entscheiden. Dieses Wechselspiel sorgt dafür, dass man immer unter Strom steht. Man wägt ständig ab, ob man das Risiko einer nächtlichen Mission eingeht oder auf den sicheren Morgen wartet – eine Entscheidung, die den Reiz und die Spannung von The Beast ausmacht.


Rohe Gewalt und neue Kräfte

Das Arsenal konzentriert sich auf rohe, improvisierte Waffen. Macheten, Brechstangen, Äxte oder selbstgebastelte Schlagstöcke – jede Waffe hat Gewicht, und jeder Treffer fühlt sich wuchtig an. Das Crafting-System ist zurück und motiviert dazu, Materialien zu sammeln und Upgrades anzubringen. Feuer- oder Elektroeffekte sind nicht nur visuell ein Highlight, sondern auch spielerisch eine echte Hilfe in den oft chaotischen Gefechten.

Besonders spannend ist der neue „Beast Mode“. Crane kann seine Mutation nutzen, um mit bloßen Händen Gegner zu zerreißen, wegzuschleudern oder zu zerdrücken. Anfangs wirkt das wie eine zusätzliche Option, doch später im Spiel werden die Bestienkräfte ein fester Bestandteil des Gameplays. Sie lassen sich mit klassischen Waffen kombinieren, wodurch abwechslungsreiche Strategien entstehen. Gerade in Bosskämpfen spielt dieser Mix seine Stärken aus und sorgt für einige der intensivsten Momente im Spiel.


Überleben ohne Kompromisse

Schon im normalen Modus zeigt The Beast, dass es kein einfaches Spiel sein will. Fehler werden selten verziehen, und selbst gewöhnliche Infizierte können in Gruppen gefährlich werden. Auf höheren Schwierigkeitsgraden zieht das Spiel die Daumenschrauben weiter an: Gegner reagieren schneller, Ressourcen sind knapper, und die Bedrohung durch Mutationen ist noch größer. Spieler müssen umsichtig agieren und ihre Umgebung clever nutzen, um zu überleben.

Für alle, die eine echte Herausforderung suchen, gibt es den „Survivor“-Modus. Hier verschwindet fast jeder Komfort. Speicherpunkte sind rar, Heilung ist stark eingeschränkt, und die Bedrohung ist permanent. Dieser Modus ist nichts für Gelegenheitsspieler, sondern richtet sich klar an Veteranen, die den ultimativen Survival-Kick wollen. Wer ihn ausprobiert, erlebt The Beast in seiner kompromisslosesten Form – intensiv, frustrierend, aber auch enorm befriedigend.


Fähigkeiten mit doppeltem Boden

Das Fortschrittssystem wurde gestrafft und ist nun deutlich übersichtlicher. Drei Hauptbereiche stehen zur Wahl: Parkour, Kampf und Bestienkräfte. Jeder Skill macht sich sofort bemerkbar. Mehr Beweglichkeit, härtere Schläge oder zusätzliche Tricks für den Beast Mode – alles fühlt sich direkt wie eine Belohnung an. Das verhindert das Gefühl, nur minimale Prozentwerte zu verbessern.

Besonders spannend ist der Bestienpfad. Hier entscheidet man bewusst, ob man die Mutation weiter ausbaut und damit immer monströser wird. Die Fähigkeiten reichen von brutaler Regeneration bis hin zu zerstörerischen Angriffen. Damit greift das Spiel die Story auf clevere Weise auf: Der Skillbaum spiegelt den inneren Konflikt von Crane wider. Spieler müssen sich immer wieder fragen, ob sie sich mehr der Bestie hingeben oder doch stärker am Menschlichen festhalten wollen.


Gemeinsam stärker

Wie schon die Vorgänger lebt auch The Beast vom Koop-Modus. Bis zu vier Spieler können sich zusammenschließen und gemeinsam durch Castor Woods streifen. Gegner und Beute passen sich dynamisch an die Gruppengröße an, wodurch das Balancing stimmig bleibt. Besonders angenehm ist, dass jeder Spieler eigene Belohnungen erhält. Das verhindert Streit um Loot und hält die gemeinsame Motivation hoch.

Im Team wirkt die bedrückende Welt gleich noch intensiver. Während einer Gegner ablenkt, klettert ein anderer an der Fassade hoch, um von oben zuzuschlagen. Solche Momente machen den Unterschied und zeigen, wie gut das Spiel im Koop funktioniert. Besonders in den höheren Schwierigkeitsstufen ist Teamwork oft der Schlüssel, um überhaupt eine Chance zu haben. Allein ist vieles machbar, aber gemeinsam wird es erst richtig spannend.


Atmosphäre zum Anfassen

Optisch ist The Beast ein deutlicher Schritt nach vorn. Mit Unreal Engine 5 erschafft Techland eine Welt, die atmosphärischer und detailreicher ist als je zuvor. Castor Woods wirkt lebendig und gleichzeitig bedrohlich: dichter Nebel, verwitterte Gebäude und bedrohliche Lichteffekte sorgen dafür, dass man sich nie sicher fühlt. Besonders nachts entfaltet die Grafik ihre Wirkung, wenn Schatten und Licht ein unheimliches Wechselspiel erzeugen. Allerdings fordert die Optik auch moderne Hardware – ältere Systeme geraten schnell an ihre Grenzen.

Auch beim Sounddesign überzeugt das Spiel. Jeder Schlag, jedes Knurren und jeder Schrei ist eindringlich und sorgt für Gänsehaut. Die Waffen klingen wuchtig, die Umgebungsgeräusche lassen einen ständig aufhorchen. Dazu kommt eine Musik, die meist im Hintergrund bleibt, in entscheidenden Momenten aber die Spannung anzieht. Gerade in der Nacht trägt die akustische Kulisse enorm zur bedrückenden Stimmung bei. Zusammengenommen entsteht ein audiovisuelles Gesamtpaket, das die Intensität des Gameplays perfekt ergänzt.

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Unsere Meinung

Dying Light The Beast knüpft nahtlos an die Stärken der Reihe an, erweitert sie aber um eine noch düstere Atmosphäre und neue spielerische Facetten. Die Mischung aus Parkour, Survival-Elementen und intensiven Kämpfen sorgt für ein konstant hohes Spannungslevel. Besonders gelungen ist die Art, wie Tag- und Nachtwechsel das Spielgefühl verändern und die Bedrohung spürbar steigern.
Allerdings bleibt die Formel nicht ohne Schwächen: Manche Missionen wirken zu repetitiv, und die Story erreicht nicht immer das Niveau der Inszenierung. Dennoch liefert The Beast ein packendes Action-Survival-Erlebnis, das Fans wie Neueinsteiger:innen gleichermaßen begeistern dürfte – vor allem dank seiner dichten Atmosphäre und den dynamischen Kämpfen.
Unsere Gesamtbewertung
80%

„Atmosphärisch dicht, spielerisch fordernd und mitreißend inszeniert.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Dichte Survival-Atmosphäre
  • Parkour-System flüssig und dynamisch
  • Bedrohliche Nacht-Phasen
  • Abwechslungsreiche Waffen & Crafting
  • Koop-Modus erhöht den Spielspaß
  • Solider technischer Zustand
  • Story bleibt stellenweise blass
  • Einige Missionen wiederholen sich
  • Steile Lernkurve für Neueinsteiger:innen
Name: Dying Light: The Beast
Genre: Action, Adventure, RPG
USK/PEGI: 18 / 18
Entwickler: Techland
Publisher: Techland
Plattform: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S
Veröffentlichung: 18.09.2025
Shop: Steam
Anmerkung: Die PC-Version von Dying Light: The Beast wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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