Nach vielen hunderten Stunden, welche ich bereits in diverse Durchgänge von Octopath Traveler gesteckt habe, hat mich die Ankündigung von Octopath Traveler II natürlich sehr begeistert und ich habe demnach dem Release lange entgegen gefiebert. Vor wenigen Wochen war es nun soweit und der zweite des der Spielereihe wurde von Square Enix veröffentlicht. Wir haben uns den Titel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können!
8 einzelne Geschichten, statt eine Große!
Spieler, welche Octopath Traveler nicht gespielt haben, müssen sich zunächst einmal an eine Tatsache gewöhnen: Statt einer großen Hauptgeschichte, welche auf den Spieler wartet, handelt es sich bei Octopath Traveler II eher um 8 sehr gute einzelne Geschichten. Dies liegt daran, dass es in dem Spiel 8 verschiedene Charaktere gibt, deren Steuerung wir übernehmen können und eben jeder dieser 8 Charaktere hat eine einzigartige Geschichte, welche im Verlauf der Zeit dafür sorgen, dass sich eben jene Charaktere begegnen können.
Hier hat man sich eine Menge Übung gemacht, jeden Charakter einzigartig wirken zu lassen und zwar in einem Maße, dass man mit ihnen mitfiebert, ob diese ihre Ziele erreichen. Der Spieler hat die freie Wahl, mit welchem Charakter er das Spiel beginnen will. Wir haben uns in unserem Durchgang für Castti entschieden. Diese ist von Berufung eine Apothekerin, welche ihr Gedächtnis verloren hat und es nun wiederfinden will.
Aber auch die anderen Charaktere wirken äußerst interesant. Besonders viel Spaß hatten wir auch mit dem Samurai Hikari, welcher seine Freunde wiederfinden und den Thron besteigen will, welchen sich dessen Bruder unrechtmäßig unter den Nagel gerissen hat oder auch mit Osvald, einem Gelehrten, welcher zu Unrecht für viele Jahre in Gefängnis gewandert ist, beschuldigt an dem Mord seiner Familie. Ansich begegnet man diesen Charakteren automatisch und nach dem Abschluss eines oder mehrerer Kapitel mit dieser Person können wir diese dann auch in die Gruppe aufnehmen.
Qual der Wahl
Da man natürlich alle Geschichten erleben will, muss man sich genau überlegen, wie man hier vorgeht, da man immer nur 4 aktive Charaktere in der Gruppe haben kann. Dies ist jederzeit änderbar und bringt keine Nachwirkungen mit sich. Es empfiehlt sich aber definitiv, sofort bei dem ersten Kennenlernen die Einführungskapitel der jeweiligen Charaktere durchzuspielen und im Nachhinein zu entscheiden, ob der jeweilige Charakter gerade in die Gruppenkonstellation passt. Dies liegt unter anderem daran, dass jeder dieser Charaktere eine oder mehrere unterschiedliche Waffenarten besitzt:
- Schwerter
- Speere
- Äxte
- Dolche
- Stäbe
- Bögen
- Elementarzauber
Einige dieser Charakter besitzen eine Angriffsart, während andere mehrere besitzen. Allerdings ist es im Lauf der Zeit möglich, weitere Waffenarten zu erlenen. Zu Beginn jedoch ist es wichtig, eine gute Mischung zu besitzen. Warum dies so ist, erfahrt ihr nun in kommenden Absatz!
Bereite dem Gegner einen „Bruch“
Während der Reise über die komplette Karte kann man jederzeit in der Wildnis von Feinden angegriffen werden. Die Stärke der Feinde hängt hier in erster Linie von der jeweiligen Region und der Gefahrenstufe ab. Jedoch funktioniert der Kampf, egal welche Stufe er hat, immer auf die gleiche Weise. Dafür muss man den kompletten Bildschirm unter die Lupe nehmen. Am oberen Bildschirmrand sieht man zunächst einmal die Angriffsreihenfolge der aktuellen Runde und daneben die der folgenden Runde. Auf der rechten Seite befinden sich die Lebenspunkte der Gruppenmitglieder sowie die aktuellen FP oder GP der Charaktere.
Unterhalb der Feinde gibt es bei der ersten Begegnung mit diesem Gegnertypus lediglich 2 Anzeigen: Ein Schild mit einer Nummer und mehrere Fragezeichen. Die Nummer auf dem Schild zeigt an, wieviel Schildpunkte ihr abziehen müsst, um den gegnerischen Widerstand zu brechen. Dies funktioniert nicht mit jeder Schadensart, sondern es muss herausgefunden werden, welche Schadensart für die Feinde die effektivste ist. Dies sieht man, sobald man mit bestimmten Waffenarten angreift und falls es eine effektive Waffe ist, werden die Fragezeichen gegen besagte Waffensymbole getauscht. Hat man alle Punkte abgezogen, bricht man automatisch deren Verteidigung und diese Feinde können in der jeweiligen Runde nicht mehr angreifen und erleiden mehr Schaden. Dank der Angriffsreihenfolge-Anzeige kann man so mit Glück dafür sorgen, in einer Runde von keinem Feind angegriffen zu werden.
Von Boosten bis hin zu Fertigkeiten
Neben den Standardangriffen, mit welchen man besagte Brüche durchführen kann, gibt es noch die Möglichkeit, für die Angriffe Boost-Punkte zu sammeln. Diese sammelt man automatisch an, wenn man einen Standardangriff in einer Runde ausführt und ist bis zu einem Maximum von 5 Punkten möglich. Diese Boosterangriffe sind praktisch, um entweder größere Schilde direkt zu brechen oder einem Gegner, dessen Verteidigung bereits durchbrochen wurde, schnell viel Schaden zufügen zu können.
Zuzüglich zu den normalen Angriffen und den geboosteten Angriffen gibt es noch die Klassen-eigenen Fertigkeiten oder auch gelehrte Aktionen, die je nach Charakter variieren. Hierbei kann es sich um Angriffsfertigkeiten handeln, welche einzelne oder mehrere Feinde treffen, diese schwächen, die Gruppe verstärken oder ähnliche Dinge bewirken. Zusätzlich kann man mit einigen Charakteren Feinde bestehlen, Feinde zähmen und zum Angriff benutzen und vieles mehr. Zu guter Letzt füllt sich im Verlauf der Zeit auch die Fertigkeit für einen Latenten Angriff auf, welcher eine Menge Schaden verursacht. Es ist also sinnvoll, die Fertigkeiten, Skills und Angriffe gescheit zu timen und so den Feinden immer einen Schritt voraus zu sein. Schade ist es lediglich, dass die Gegnervielfalt nicht so groß ist und sich die Feinde regelmäßig wiederholen können!
Erkundet die Welt
Die Welt ist in viele verschiedene Gebiete unterteilt, welche jeweils mit einem Gefahrenpotential versehen sind. Hier sprechen wir eine dringende Warnung aus: Besucht die höherstufigen Gefahrenpotential-Gebiete nicht zu früh, es sei denn, es soll mit den Charakteren ein schnelles Ende nehmen. Viel mehr ist es sinnvoll, zuerst alle niedrigstufigen Gebiete genau zu durchsuchen. Dies bringt den Vorteil mit sich, das man auch besagte andere Charaktere findet und deren Geschichte starten kann, als auch die Möglichkeit, überall auf der Welt Schatztruhen zu finden. In diesen Kisten findet man Geld, benutzbare Objekte und auch Ausrüstungen oder Waffen. Allerdings kann man jederzeit angegriffen werden.
Allerdings gibt es eine Ausnahme dieser Regel: Die Dörfer und Städte. In diesen werdet ihr normalerweise keinen Feinden begegnen, dafür aber einer Vielzahl an Händlern und NPCs, ein Gasthaus und damit auch einige Nebenquests, welche es zu erledigen gilt. Diese sind zumeist zwar nicht sonderlich interessant, bieten euch aber gute Belohnungen und ihr solltet diese nicht ignorieren. Wichtiger dagegen sind die Fähigkeiten eurer Charaktere, auf welche wir jetzt zu sprechen kommen.
Tag oder Nacht
Hier muss erwähnt werden, dass man als Spieler entscheiden kann, ob man am Tag oder in der Nacht spielt. Dies kann mit einem Knopfdruck geändert werden und hat sowohl Einfluss auf die Gegnertypen die erscheinen als auch auf die Fähigkeiten der Charaktere, zumindest bei einigen. Castti kann zum Beispiel tagsüber Informationen von NPCs erhalten und damit Vergünstigungen beim Gasthaus, neue Gegenstände beim Händler oder auch Informationen über verborgene Gegenstände erhalten, Osvald kann nachts Gegenstände stehlen und Hikari kann tagsüber Kämpfe mit den NPCs austragen und neue Fertigkeiten erlernen.
Achtet aber auch darauf, dass der Tag-Nacht Rythmus sich ebenfalls automatisch wechselt und ihr diesen nicht manuell wechseln müsst, wenn ihr dies nicht wollt. Dies ist komplett euch selbst überlassen. Allerdings empfiehlt es sich, soviel Kämpfe wie möglich mitzunehmen, denn auf Dauer muss man gelegentlich auch Grinden, um alle Geschichten richtig erleben zu können. Daher ist es sinnvoll, gelegentlich zwischen den Charakteren hin und her zu wechseln!
Eine Menge Ausrüstungsslots
Neben den Waffenarten, welche wir euch bereits aufgelistet haben, gibt es aber noch einige andere Ausrüstungsgegenstände, welche man immer „up to date“ halten sollte, um es auch mit stärkeren Gegnern aufnehmen zu können. Darunter zählen auch Schilde, das Kopfteil, die Körper-Rüstung und jeweils 2 Accessoires. Die meisten Gegenstände bieten euch unterschiedliche Boni, welche natürlich nicht mit jeder Klasse sinnvoll zu nutzen sind. Hierfür gibt es die Möglichkeit, für einzelne Charaktere oder für alle Charaktere gleichzeitig die Ausrüstung zu optimieren.
Neue Gegenstände findet man zumeist in den bereits erwähnten gold-roten Kisten, aber auch bei den vielen Händlern in der Welt. Diese bringen unterschiedliche Boni mit sich wie beispielsweise die Erhöhung der GP, des physischen und magischen Angriffs, die kritische Trefferchance und andere Werte, welche man dadurch erhöhen kann.
Optik und Sound: Retro!
Wie auch Octopath Traveler damals besitzt Octopath Traveler II eine Retro Grafik, welche von Square Enix als eine Art HD Version der typischen 2D Grafik bezeichnet wird, welche man von den alten Pixel-Spielen noch kennen dürfte und wir finden, diese Bezeichnung passt sehr gut zu dem Spiel. Aber das bedeutet nicht, dass das Spiel eine schlechte und schlichte Grafik hat. Octopath Traveler II punktet enorm mit einem großen Detailreichtum, guten Licht und Schatten-Effekten und sehr gut platzierten Animationen.
Auch die Soundeffekte und die Musik passen perfekt zu diesem Spiel. Einige Unterhaltungen haben auch kleine Vertonungen, welche perfekt zum Spiel passen. Wir empfehlen hier, die japanische Vertonung zu nehmen, da diese am besten zu einem Spiel dieser Art passt. Alles in allem ist Octopath Traveler II ein sehr gutes Spiel nur nur extrem wenig Kritikpunkten.
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