Mit City Hunter kehrt eine legendäre Anime-Marke zurück – diesmal als Videospiel für die Nintendo Switch. Statt moderner Open-World-Ansätze setzt das Spiel bewusst auf klassische Arcade-Mechaniken und eine stilisierte Präsentation, die stark an die Ursprünge der Serie erinnert. Entwickelt von SUNSOFT und in Zusammenarbeit mit Red Art Games sowie Clouded Leopard Entertainment veröffentlicht, versucht der Titel, Nostalgie und Gameplay zu vereinen. Doch wie gut funktioniert dieses Konzept heute noch – und kann es mehr als nur Fanservice bieten?
Gameplay – Klassisch, aber limitiert
Wer hier moderne Spielsysteme erwartet, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. City Hunter setzt konsequent auf ein Arcade-lastiges Gameplay, bei dem schnelle Reaktionen und Zielgenauigkeit im Mittelpunkt stehen. In kurzen Missionen schlüpft man in die Rolle von Ryo Saeba und erledigt Gegnerwellen, rettet Zivilisten oder erfüllt simple Aufträge.
Das funktioniert solide – allerdings fehlt es dem Spiel an Tiefe. Mechaniken wiederholen sich schnell, neue Ideen bleiben rar. Besonders nach einigen Stunden wird deutlich: Hier geht es weniger um Fortschritt, sondern eher um kurzfristige Unterhaltung. Für Zwischendurch passt das, für längere Sessions fehlt jedoch der langfristige Reiz.
Präsentation – Liebe zum Detail
Optisch punktet City Hunter vor allem bei Fans der Vorlage. Der Stil ist klar an den Anime angelehnt, mit kräftigen Farben, markanten Charakterdesigns und einer Atmosphäre, die direkt aus den 80ern stammen könnte. Auch die Menüs, Artworks und Bonusinhalte zeigen, dass hier viel Herzblut in die Präsentation geflossen ist.
Die Musik fügt sich gut ins Gesamtbild ein und transportiert den typischen Vibe der Serie. Besonders im Bonusbereich lassen sich zahlreiche Extras entdecken – von Soundtracks bis hin zu Galerie-Inhalten.



Technik – Stabil, aber unspektakulär
Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel stabil, ohne größere technische Probleme. Ladezeiten sind kurz, die Steuerung reagiert präzise und auch im Handheld-Modus bleibt die Performance konstant.
Allerdings merkt man schnell, dass hier kein High-End-Titel vorliegt. Die Umgebungen sind funktional, aber wenig abwechslungsreich, Animationen bleiben simpel und insgesamt wirkt die Technik eher zweckmäßig als beeindruckend.
Fazit – Für Fans gemacht
Unterm Strich ist City Hunter genau das, was man erwarten würde: ein Spiel, das sich stark auf seine Vorlage stützt und vor allem Fans anspricht. Wer mit dem Anime aufgewachsen ist oder nostalgische Arcade-Erfahrungen sucht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Spieler, die hingegen moderne Gameplay-Systeme, tiefgehende Mechaniken oder langfristige Motivation erwarten, könnten enttäuscht werden. City Hunter ist kein großer Wurf – aber ein ehrlicher, charmanter Titel mit klarer Zielgruppe.



Unsere Meinung
City Hunter punktet vor allem mit seinem charmanten Retro-Flair, der starken Anime-Vorlage und einer Präsentation, die Fans der Marke sofort abholt. Die Neuauflage bringt den einzigen offiziellen Konsolenableger der Reihe nach 35 Jahren zurück und verbindet das klassische Original mit moderneren Komfortfunktionen wie Mehrsprachigkeit, Speicherständen und einer zugänglicheren Aufbereitung.
Gleichzeitig zeigt sich aber schnell, dass das Grundgerüst klar aus einer anderen Zeit stammt. Das Leveldesign wirkt stellenweise altbacken, spielerisch bleibt vieles simpel und nicht jede Passage altert gleich gut. Unterm Strich ist City Hunter vor allem ein interessantes Retro-Paket für Fans und Sammler, weniger aber ein Pflichtkauf für alle, die auf moderne Action-Standards hoffen.
„Charmante Retro-Rückkehr mit viel City-Hunter-Flair, aber spielerisch klar vom Ursprung aus dem Jahr 1990 geprägt.“ – game7days
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