Reconnect: The Heart of Darkness – Test / Preview (PC)

RTS-Spiele gibt es bereits viele auf dem Markt und die Fan-Base dieser Spiele ist nicht unbedingt die kleinste. Für die unter euch, die es nicht wissen: RTS steht „Real Time Strategy“ und besagt im Endeffekt, dass es sich um ein Echtzeit-Strategiespiel handelt. Zumeist sind diese Titel Singleplayer-Spiele, wobei es hier auch einige Ausnahmen gibt. Grade für Neueinsteiger in dieses Genre oder Spieler, welche selten gegen andere Spieler gespielt haben, kann dies oft stressig wirken, wenn sie gegen geübte Leute antreten müssen. Auch ist es leider oft der Fall, dass das Spielen gegen reine K.I. oft zu langweilig ist. Hier steckt man dann in einer Zwickmühle, welche RobotHeart Labs mit dem Spiel Reconnect: The Heart of Darkness gut gelöst hat!

Denkt logisch

In Reconnect: The Heart of Darkness geht es nicht wie in anderen Spielen darum, seine eigenen Einheiten zu platzieren und mit diesen in den Krieg zu ziehen oder simple Städte aufzubauen. Stattdessen muss der Spieler eine Art Knotenpunkt platzieren, was nur im Abstand einer gewissen Reichweite zueinander möglich ist. Hier merkt man schon den ersten Unterschied zu anderen Spielen dieser Art: Es gibt kein festes Raster-System im Schachbrett-Design sondern eine „offene“ Karte. Man erkennt allerdings, ob die Reichweite genügt, um einen weiteren Punkt zu platzieren. Diese Knotenpunkte müssen später in Türme umgewandelt werden, von denen es mehrere mit unterschiedlichen Funktionen gibt.

Eben jene Türme und deren Aufbau bzw. Upgrade-System oder kurz gesagt, das komplette Management der Verbesserungen benötigt das sogenannte „Licht“. Dies erscheint automatisch auf der Karte und bewegt sich über diese hinweg. Der Schwierigkeitsgrad hier ist, dass das Licht eure Türme erreicht oder trifft, denn hier ist man auch oft auf ein wenig Glück im Spiel angewiesen und natürlich auf etwas Hirnschmalz, um im Notfall umzudenken. Dies betrifft allerdings nicht nur euch selbst, sondern auch die gegnerische K.I! Im Vergleich zu anderen Spielen dieser Art lernt diese hier stetig dazu und dass in einer signifikanten Höhe. Dies bedeutet, dass ihr auch zeitgleich noch verstärkt darauf achten müsst, selbst Anpassungen in eurem Sektor und bei euren Türmen vorzunehmen.

Dies macht sich eben vor allem dann bemerkbar, wenn das Licht durchgehend im falschen Bereich unterwegs ist und der eigene bereits bebaute Sektor im Dunkeln liegt. Nun bleibt natürlich wenig übrig, als in eine andere Richtung auszubauen oder mit Hilfe eines Turms diese Problematik zu beheben. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn es ist dadurch häufig nötig, viele bereits „bebaute“ Punkte abzureißen oder umzuändern, welche ihr euch mühevoll aufgebaut habt!

Für den Anfang würden wir euch im übrigen auf jeden Fall empfehlen, das integrierte  Tutorial zu spielen, welches euch viele spielerische Inhalte beibringt, die ihr benötigt!

Selbstlernende K.I zwingt euch zum Lernen

Wie bereits erwähnt besitzt RECONNECT eine extrem gute Selbstlernende A.I bzw. K.I! Ihr müsst also nicht, wie in anderen Spielen dieser Art, mit einem vorausgesetzten Schwierigkeitsgrad anfangen, sondern lernt faktisch gesehen mit der KI zeitgleich hinzu. Diese passt sich sowohl eurem eigenen „Wissensstand“ und euren Fähigkeiten an, aber sie stellt euch auch oft vor Herausforderungen. Hier merkt man, dass man nicht entweder haushoch überlegen ist oder eben das komplette Gegenteil, sondern dass man sich auf der gleichen Stufe begegnet. Wichtig ist allerdings, dass ihr das bereits gelernte auch umsetzen könnt, sonst dürftet ihr Probleme bekommen!

Ein bestimmtes Tempo wird im Spiel auch nicht vorgegeben, sondern hängt ebenfalls von der Lernkurze des Spielers ab. Mit jeder Interaktion, welche man selbst trifft, agiert die KI intelligenter und sinnvoller. Wenn man selbst von der KI angegriffen wird, merkt diese sich eure Art der Verteidigung und sucht sich beispielsweise neue Möglichkeiten, einen erfolgreichen Angriff durchzuführen. Selbiges gilt allerdings auch für euer Angriffsmuster. Ihr könnt euch einfach nicht darauf verlassen, dass ein und dieselbe Taktik immer wieder funktioniert, sondern müsst euch neue Strategien überlegen. Ein gutes Beispiel für die selbstlernende KI sind im Übrigen auch die Drohnen, welche anfangs keinen wirklichen Sinn und Verstand haben, allerdings nach einer Weile selbstständig die Basis finden können.

Speichern und weiterspielen? Fehlanzeige!

Gerade weil es diese Möglichkeit nicht gibt, solltet ihr das gelernte Wissen im Kopf behalten und immer wieder umsetzen können. Sobald man das Spiel verlässt, kann man die alte Runde nicht weiterspielen und das Spiel wird komplett zurückgesetzt. Wollt ihr also danach RECONNECT spielen, seid ihr gezwungen, mit einer neuen Karte zu starten. Dies zwingt euch im Prinzip dazu, was wir eben erwähnt haben: Lernt neue Taktiken kennen, bedenkt die Schritte des Gegnern und geht taktisch vor. Man merkt relativ zügig, dass ein „Schnelles“ Spiel hier nicht möglich ist. Bis man selbst soweit ist, sein Können verbessert zu haben und die K.I besiegen zu können, dürften viele Stunden ins Land gehen. Schaut also am besten darauf, mehrere Stunden am Stück spielen zu können!

Düstere Welt mit atmosphärischer Musik

Das grafische Aussehen wurde verhältnismäßig schlicht gehalten. Im Hintergrund erkennt man einige Berge und eben die bebaubaren Stellen, aber sonst befindet man sich in reiner Finsternis, was wohl die Anspielung auf das „Licht“ im Spiel sein soll. Die einzigen hellen Momente sind die gesetzten Knotenpunkte und Türme oder aber auch der Tag – Nacht Wechsel, welcher im Spiel vorhanden ist und regelmäßig bestimmte Teile der Karte beleuchtet.

Interessanter ist hier allerdings der Soundtrack, welchen man dem Spiel verpasst hat. Mit elektronischen Beats und Soundeffekten bei jedem gemachten Zug werden die Geschehnisse im Spiel perfekt untermalt. Auch ist der Mix zwischen den Soundeffekten selbst und der Musik relativ gut gehalten, wodurch keines von beidem zu arg in den Hintergrund gerät. Im Gegenteil: Oft haben wir uns dabei erwischt, wie wir uns zu sehr auf die soundtechnische Untermalung als auf das Spiel konzentriert haben. Hier gibt es definitiv bereits jetzt im Early Access einen großen Pluspunkt unsererseits!

Kleine bis große Probleme in der Early Access Phase 

Wie bereits erwähnt ist das Spiel RECONNECT seit Juni in der Early Access Phase, was natürlich zwangsweise bedeutet, das nicht alles rund laufen kann. Diese kleinen oder großen Fehler beeinflussen allerdings natürlich auch das Spielgeschehen, weswegen wir darauf hinweisen wollen.

Einer der Hauptpunkte für uns war auf jeden Fall, dass es um längen schwieriger ist, mit Maus und Tastatur zu spielen anstelle eines Gamepads. Man muss umständlicher agieren und reagieren und kommt aufgrund der Menge und dem ungenauen Steuern mit der Maus schneller in Schwierigkeiten. Dies merkte man vor allem beim Springen zwischen den Knotenpunkten, wenn sich der spielerische Bereich schon weit ausgedehnt hat. Ferner ist es beispielsweise nicht möglich, mehrere Pfade in bestimmten Formen miteinander zu verbinden. Warum es manchmal klappt und manchmal nicht, ist uns jedoch bis heute noch nicht aufgefallen. Auch hatten wir gelegentliche Spiele-Crashs und Standbilder, von welchen wir hoffen, dass diese in einem kommenden Update noch gefixt werden!

Der letzte Punkt, welchen wir als Problem bezeichnen würden, ist eben das fehlende Speichern- und Laden System. Viele Spieler dürften nach einer Weile die Lust an dem Titel verlieren, weil sie jedes mal gezwungen sind, das Spiel neu anzufangen, auch wenn es in der vorigen  Runde gut lief, man jedoch nicht weiterspielen konnte, was natürlich den Spielspaß nimmt. Hier bleibt es abzuwarten, inwiefern RobotHeart Lab diese Probleme angeht, denn ansich ist RECONNECT bereits jetzt ein spaßiges Spiel!

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