Vor fast vier Jahren erschien Injustice von dem Entwickler NetherRealm Studios sowie dem Publisher Warner Bros. Interactive Entertainment auf dem Markt In diesem war es erlaubt, uns im Mortal Kombat Style mit bekannten Figuren aus DC Comics gegeneinander anzutreten und uns gegenseitig zu verprügeln. Nun erschien im Mai 2017 endlich der Nachfolger Injustice 2, welcher stark an den Vorgänger-Teil erinnert. Allerdings wurde einiges verbessert und der erste Teil somit definitiv übertroffen.

Natürlich hat Injustice 2 wieder einen umfangreichen Einzelspieler-Modus, einen Multiplayer Modus und auch eine Story-Kampagne, die es durchzuspielen gilt. Für diese benötigt man zwar nur wenige Stunden, allerdings kann diese durchaus schwierig sein. Außerdem ist die Story an vielen Stellen packend und fesselnd zusammengefasst, dass man nicht von dem Spiel loskommt.

Das Ganze findet wieder im parallelen Justice-League Universum statt und schließt auch daran an. Für den, der diese nicht kennt, haben wir eine kurze Zusammenfassung:

Joker zwang Superman auf eine Art und Weise dazu, Lois Lane zu töten, obwohl diese Schwanger war und ganz Metropolis wurde dabei vom Erdboden getilgt. Diese Geschehnisse brachten Unruhe in das Lager der Helden. Batman gewann schlussendlich gegen Superman und sperrte diesen in ein Gefängnis ein, bei welchem durch eine rote Sonne die Kräfte von Superman unterdrückt wurden. Jedoch hat sich das Team anschließend nicht wieder zusammengefunden und nun kommt Brainiac zurück und möchte mit Bane, Gorilla Grodd, Scarecrow und anderen fiesen Bösewichtern die Erde komplett zerstören. Ob es ihnen gelingt, erfahrt ihr natürlich nur im Spiel.

Wir empfehlen definitiv, das Spiel auf englisch zu spielen, da man nur hier die Witze wirklich verstehen kann und die deutschen Sychronsprecher teilweise nicht zu der Rolle passen. Insgesamt gibt es um die 70 Kämpfe in der Geschichte, in welcher fast alle der 28 Helden einmal gegeneinander antreten müssen. Arenen gibt es leider mit 12 verschiedenen nur wenige. Allerdings warten verschiedene Endings auf euch und an manchen Stellen könnt ihr zwischen zwei Helden hin und her wechseln. Neulinge im DC Universum werden sich anfangs etwas verloren oder überfordert fühlen, allerdings legt sich dies im Laufe der Zeit.

Wie bereits erwähnt gibt es auch den Multiplayer-Modus in Injustice 2. Dieser wird euch um einiges länger beschäftigen als der Singleplayer-Part und er ähnelt am ehesten bekannten Prügelspielen wie Mortal Kombat. Man landet in einem bestimmten Universum und man bekommt bestimmte Ziele oder Aufgaben, welche teilweise nur einen Tag verfügbar sind. Diese solltet ihr dann erfüllen, um spezielle Belohnungen zu erhalten. Außerdem gibt es Modifikationen, wie man es von Arenen in Super Mario Brawl gewöhnt ist. Auf einmal läuft alles in Zeitlupe ab, ein anderes Mal wackelt die ganze Arena und beim nächsten mal spawnen Herzen, die eure Lebensenergie auffüllen, wenn ihr diese aufsammelt. Teilweise können diese Arenen wirklich knackig sein. Mehrspieler-Runden funktionieren grundsätzlich sowohl lokal als auch online! Allerdings sollte man hier darauf achten, ein normales Matchmaking einzustellen, da man sonst vom Levelunterschied her schnell Probleme bekommen kann.

Neben dem Multiplayer gibt es auch noch den Singeplayer-Modus. Hier könnt ihr im Tutorial die Steuerung und andere wichtige und relevante Gameplay Informationen erhalten, Übungskämpfe bestreiten und normale Matches gegen die KI durchführen um besser zu werden. Modifikatoren kann man hier jedoch nicht einstellen. Um wirklich besser zu werden, empfiehlt sich aber definitiv der Online-Multiplayer Modus.

Wie ihr schon gelesen habt, levelt man die Kämpfer durch Erfahrungspunkte und sie steigen so im Level auf. Neben den Erfahrungspunkten erhält man aber auch Motherboxen in verschiedenen Stufen und Credits, mit welchen man sich ebenfalls sochen Boxen kaufen kann. Diese Boxen beziehungsweise deren Inhalt ist sehr interessant. Hier winken euch Spezialattacken, Kostümfarben oder sogar Rüstungsgegenstände. Einige der Dinge sind nur kosmetisch und ändern das Aussehen, andere allerdings verbessern eure Fähigkeiten. Allerdings benötigt man für diese ein bestimmtes Level bei dem jeweiligen Helden. Wenn man dieses noch nicht erreicht hat, heißt es Leveln gehen.

Da das ganze Spiel auf Kämpfen basiert, dürften die meisten nun schon verstanden haben. Injustice 2 hat hier auf jeden Fall alles richtig gemacht. Es gibt viele verschiedene Kombinationen für Angriffe und es kommt auch auf die Länge des Tastendrucks an, welchen Kombinationsangriff man durchführt. Eine grobe Einleitung erhält man hier durch das Tutorial, welches wir Anfängern wärmstens empfehlen, da dort alle Spielmechaniken Schritt für Schritt erklärt werden. In Injustice 2 kommt es nicht auf das Button-Smashing an, sondern auf intelligentes Kombinieren verschiedener Angriffe. Spezialattacken wie der Energieschuss von Green Lanterns Laterne oder auch dem Schuss von Batmans Bat-Clawn können jederzeit dazwischen eingefügt werden. Anfängern kann man hier empfehlen, einfach viel auszuprobieren, da man so meist sehr gute Attacken einfach herausfinden kann.

Neben den normalen Kampfszenen kann man natürlich auch die Umgebung mit einbeziehen. Man kann Gegner mit Objekten bewerfen oder diese sogar in Statuen schleudern. Außerdem kann es durch bestimmte Angriffe auch passieren, dass man den Gegner geradewegs über mehrere Ebenen in eine neue Arena prügelt, die von der Modifikation natürlich andere Schwierigkeiten mit sich bringt. Hier ist etwas Schadenfreude im Kampf mit Freunden durchaus angebracht.

Beim Kämpfen füllt sich die Superkraft-Anzeige mit 4 Balken stetig auf. Wenn diese alle voll sind, könnt ihr eine Spezielattacke durchführen, welche dem Gegner sehr zusetzt und zudem noch episch aussieht. Flash schmeißt den Gegner durch seine Geschwindigkeit gegen einen T-Rex oder die Sphinx und Supergirl schlägt ihren Widersacher beispielsweise direkt in den Orbit. Jeder Kämpfer hat allerdings nur eine dieser Spezialattacken. Natürlich kann man die Superkraft auch schon bei zwei Balken zünden, wodurch ihr einen Konflikt gewinnt und Leben zurückerhaltet oder einen starken Angriff durchführt. Allerdings sollte man immer daran denken, dass der Gegner sowas auch zu seinem Vorteil nutzen kann.

Allerdings kommt es in den Kämpfen auch zu dem typischen Input-Lag, dass man sich im Multiplayer Modus manchmal zurecht ärgern wird. Außerdem wirken manche Animationen etwas stockend. Schade ist auch, dass einige Helden nun mal stärker sind als andere und man diese daher im Multiplayer häufiger antreffen wird als andere. Da muss noch am Balancing gearbeitet werden. Jedoch kann man durch gutes Gameplay auch mit einem schwachen Helden gewinnen. Die Grafik ansich wirkt flüssig, die Objekte und Kämpfer detaillreich designt. Meist läuft das Spiel mit 60 FPS, nur selten sinkt es in Kämpfen auf 30 ab, wenn zum Beispiel viel zu Laden ist.