Mit der neuen Version für die Switch 2 bekommt Super Mario Bros. Wonder nochmal einen kleinen Neustart, auch wenn das Grundspiel natürlich das gleiche bleibt. Neben technischen Anpassungen kommt mit dem Bellabel-Park ein Bereich dazu, der sich deutlich vom klassischen Ablauf abhebt und eher wie ein eigener Spielplatz funktioniert. Genau deshalb haben wir uns die neue Version nochmal angeschaut, nicht nur um zu sehen, wie sich das Spiel auf der neuen Hardware schlägt, sondern auch, ob dieser zusätzliche Inhalt wirklich etwas verändert oder am Ende doch eher nur ein netter Bonus bleibt, den man mal ausprobiert und dann wieder liegen lässt.
Gemeinsam mit Mario und Co. in den Bellabel-Park
Super Mario Bros. Wonder selbst funktioniert ja schon für sich ziemlich gut, das ist nichts, das man groß hinterfragen muss. Dieses direkte Jump’n’Run-Gefühl, die vielen kleinen Ideen, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen, Level, die sich einfach verändern, ohne dass man es erwartet, das trägt auch hier wieder. Und genau deshalb fällt der Bellabel-Park so auf, weil er sich eben nicht wie ein weiteres Level oder ein klassischer Modus anfühlt, sondern eher wie ein Ort, in dem man sich bewegt, ohne dass es ein klares Ziel gibt. Man läuft rein, sieht andere Spieler, entdeckt kleine Aktivitäten und merkt ziemlich schnell, dass das hier nicht darauf ausgelegt ist, dass man es „durchspielt“, sondern eher darauf, dass man sich darin verliert, zumindest für eine gewisse Zeit.
Was dabei sofort auffällt, ist dieses leicht unruhige Gefühl, sobald mehrere Spieler im Park unterwegs sind. Du bist nicht mehr allein in deinem eigenen Tempo unterwegs, sondern plötzlich passiert überall gleichzeitig irgendetwas. Hier startet jemand ein kleines Spiel, da läuft eine Gruppe irgendwohin, und du bist mittendrin, ohne dass dir jemand genau sagt, was jetzt eigentlich der richtige Weg ist. Das kann ziemlich gut funktionieren, weil es dieses spontane Mario-Chaos erzeugt, das man kennt, nur eben auf eine andere Art. Gleichzeitig merkt man aber auch relativ schnell, dass genau diese Struktur, oder besser gesagt das Fehlen davon, dazu führt, dass sich vieles etwas lose anfühlt, als würde man sich durch einzelne Ideen bewegen, die nicht unbedingt zusammengehören müssen.



Mehr rumlaufen als wirklich „spielen“
Der Bellabel-Park fühlt sich weniger wie ein klassisches Spiel an und mehr wie ein Bereich, in dem man Dinge ausprobiert. Du gehst durch die Gegend, stolperst über kleine Herausforderungen, startest Minispiele oder landest plötzlich in irgendeiner Aktivität, ohne dass es sich groß ankündigt. Das funktioniert am Anfang ziemlich gut, weil man noch nicht weiß, was einen erwartet, und einfach mal schaut, was passiert. Gerade mit mehreren Spielern entsteht dadurch dieses typische Durcheinander, bei dem jeder irgendwas macht und am Ende trotzdem alle irgendwie im gleichen Moment lachen, weil wieder irgendwas schiefgelaufen ist.
Mit der Zeit merkt man aber, dass genau dieses „einfach machen“ auch seine Grenzen hat. Die Minispiele sind nett, manche funktionieren auch wirklich gut für ein paar Runden, aber sie bleiben oft auf einem Niveau, das eher nach kurzer Ablenkung als nach langfristiger Motivation wirkt. Du spielst etwas, gehst weiter, probierst das nächste, aber es gibt selten diesen Punkt, an dem man sagt, hier bleibe ich jetzt länger hängen. Es ist eher dieses typische „komm, noch einmal kurz“, und dann geht man weiter. Und genau das sorgt dafür, dass sich der Park zwar lebendig anfühlt, aber nicht unbedingt nachhaltig.



Mit anderen macht es mehr Sinn, alleine wirkt es schnell leer
Alleine funktioniert der Bellabel-Park, aber er entfaltet nicht wirklich das, was er eigentlich sein will. Du kannst alles machen, die Aktivitäten ausprobieren, dich durch die Gegend bewegen, aber es fehlt einfach dieses Gefühl, dass etwas passiert. Erst wenn andere Spieler dazukommen, wird es interessant, weil plötzlich Dynamik entsteht, die das Spiel selbst gar nicht erzwingen muss. Leute stehen im Weg, helfen dir, springen gleichzeitig los, machen Fehler, und genau daraus entsteht dieses Chaos, das man aus Mario kennt, nur eben ohne klare Struktur.
Trotzdem merkt man auch hier, dass sich das Ganze relativ schnell erschöpfen kann. Am Anfang ist es witzig, weil alles neu ist und man nicht genau weiß, was passiert. Nach einer Weile kennt man die Abläufe, weiß, wie die kleinen Spiele funktionieren, und dann verliert das Ganze etwas von seinem Reiz. Es bleibt unterhaltsam, keine Frage, aber eher in kurzen Sessions. Man startet es, spielt ein bisschen, hat Spaß, und dann reicht es auch wieder. Es ist nicht der Modus, in dem man sich stundenlang verliert, sondern eher einer, den man immer wieder zwischendurch nutzt.



Technisch sauber, aber mit kleinen spürbaren Unterschieden
Technisch läuft das Ganze so, wie man es von Wonder erwartet. Flüssig, sauber, keine großen Aussetzer, und gerade im Bellabel-Park, wo viel gleichzeitig passiert, ist das wichtig, damit das Chaos nicht komplett unübersichtlich wird. Was man aber merkt, wenn man die Switch-1-Version kennt, ist, dass das Spiel insgesamt etwas ruhiger läuft, gerade wenn mehrere Spieler gleichzeitig unterwegs sind. Animationen wirken etwas stabiler, es gibt weniger kleine Ruckler in Momenten, in denen viel passiert, und generell fühlt sich das Ganze einen Tick sauberer an, ohne dass es sich komplett anders anfühlt.
Optisch bleibt es beim bekannten Stil, bunt, klar, mit vielen kleinen Details, die man oft erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Der Bellabel-Park fügt sich da gut ein, wirkt aber nicht wie ein großer Sprung nach vorne, sondern eher wie eine Erweiterung dessen, was schon da war. Es gibt keine riesigen grafischen Unterschiede, keine komplett neuen Effekte, die sofort ins Auge springen, sondern eher kleine Verbesserungen im Gesamtbild. Genau deshalb fällt der Unterschied auch nicht sofort auf, sondern eher dann, wenn man länger spielt und merkt, dass das Spiel einfach etwas stabiler läuft als vorher.
Unsere Meinung
Der Bellabel-Park fühlt sich aktuell eher wie ein Zusatz an als wie ein zentraler Bestandteil des Spiels. Die Idee dahinter funktioniert, vor allem im Multiplayer, weil genau dieses lockere, chaotische Zusammenspiel gut zu Mario passt und sich angenehm von den klassischen Leveln abhebt. Man springt rein, probiert Dinge aus, hat kurz Spaß und zieht dann wieder weiter, ohne dass es sich kompliziert oder überladen anfühlt.
Gleichzeitig merkt man aber auch ziemlich schnell, dass das Ganze nicht die gleiche Stärke hat wie das eigentliche Spiel. Es fehlt ein klarer Rahmen, die Inhalte wirken noch etwas lose und vieles bleibt eher oberflächlich, statt wirklich hängen zu bleiben. Für zwischendurch funktioniert das gut, gerade mit mehreren Spielern, aber es ist nichts, das das Hauptspiel wirklich erweitert oder langfristig ersetzt. Im Moment wirkt der Bellabel-Park wie eine nette Idee, die Spaß macht, solange man sie nicht zu lange am Stück spielt. Ob daraus mehr wird, hängt stark davon ab, wie sich die Inhalte weiterentwickeln. Aktuell ist es eher ein Spielplatz als ein echter Modus.
„Charmanter Multiplayer-Spielplatz, aber kein wirklich tragender Zusatz.” – game7days
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