Redfall – Test / Review (PC)

Bereits seit der Livestream-Ankündigung von Redfall haben wir uns enorm auf das Spiel gefreut. Es sah aus wie ein spaßiger Lootshooter, welcher alleine oder im Koop spielbar ist mit einem interessanten nicht allzu häufig in Spielen vorhandenem Setting: Mit Vampiren. Auch das Entwickler-Studio, welches hinter dem Titel stand, Arkane, ist eher für interessante gute Spiele wie Deathloop oder Pray bekannt. Leider kann das Spiel nicht mit unseren Erwartungen mithalten und enttäuscht vielmehr an vielen Stellen. Warum dies so ist, könnt ihr in unserem Review nachlesen.

Wer soll es sein?

Nach einer kleinen Videosequenz, welche im Groben die Geschichte von Redfall erklärt, bekommen wir die Möglichkeit, einen der vier Charaktere im Spiel auszuwählen, mit welchem wir Redfall erleben wollen. Zur Auswahl stehen hier Layla, Remi, Devinder und Jacob. Natürlich besitzt jeder der Charaktere unterschiedliche Fertigkeiten und Fähigkeiten, welche einzigartig sind. Devinder beispielsweise hat diverse elektrische Gadgets, Remi hat einen Hilfsroboter und Layla kann eine Art virtuellen Fahrstuhl beschwören oder mithilfe eines “Regenschirms” Feinde zurückdrängen. Wir haben uns jedoch für Jacob erschienen.

Dieser kann sich ab einem bestimmten Punkt im Spiel Unsichtbar machen, besitzt eine Art Sniper als Fertigkeit und bringt einen nützlichen Begleiter mit sich. Hierbei handelt es sich um einen Raben, welcher für ihn Feinde in der Nähe oder in der Entfernung markieren und euch darstellen kann. Auch finden wir die Gestaltung des Charakter sehr interessant, was an seinem glühenden, rechten Auge liegt.

Die Verdunklung der Sonne

Die Geschichte von Redfall ist schnell erklärt und auch, wenn diese Geschichte eigentlich 25 Stunden umfasst, können wir die Hintergründe von Redfall in einem Satz erklären: In Redfall, einer kleinen Inselstadt, findet eine Vampir-Invasion statt und es ist ihnen gelungen, die Sonne zu verdunkeln. Die einzige Frage, die sich stellt, ist: Wie ist ihnen dies gelungen und was hat zu der Invasion geführt. Schade ist jedoch, dass viele der wichtigen Momente im Spiel nicht animiert ablaufen, sondern lediglich durch eine Art Diashow erzählt werden, was auf Dauer eintönig und etwas langatmig wird, je weiter man im Spiel voranschreitet.

Ferner sind die Hauptmissionen nicht wirklich abwechslungsreich gestaltet. Zumeist muss man lediglich zu einem bestimmten Punkt auf der Karte reisen, dort eine kleine Aufgabe erledigen, eine bestimmte Anzahl an Feinden beseitigen und schlussendlich dem “Obermotz”-Vampir ein Pflock ins Herz rammen. Am Schluss geht es zurück zur Basis oder einem der Unterschlupf-Möglichkeiten im Spiel. Allerdings gibt es noch weitere Aufgaben für euch in Redfall zu erledigen.

Nebenaufgaben und Vampirnester

Zunächst einmal gibt es Nebenquests, welche uns zumeist von NPCs mitgeteilt werden. Diese sind zumindest etwas abwechslungsreicher als die Hauptquests und führen uns zu verschiedenen Stellen in Redfall, wodurch sich die Möglichkeit gibt, die Gegend zu erkunden. Dadurch findet man an verschiedenen Stellen Tagebücher, Briefe und auch Audiologs, welche den Spieler mit Informationen rund um Redfall und die aktuellen Geschehnisse informieren. Auch findet man auf diese Art und Weise Container mit Loot, welche zumeist Munition oder unterschiedliche Waffen beinhalten und die bereits erwähnten Unterschlüpfe, die auch als Schnellreise-Punkte fungieren.

Spaßig dagegen sind zumindest die Vampirnester, welche es an einigen Stellen im Spiel zu finden gibt. Diese sind jedoch nicht einfach ersichtlich, sondern befinden sich in einer Art anderen Dimension. Darin enthalten sind bedeutend stärkere Vampir-Gegner und Bosse, welche uns nicht ans Leder, aber an die Venen wollen. Das Ziel ist es, bis zum Ende der Höhle vorzudringen, die Blutsauger auszusaugen und schlussendlich das Herz des Nests dem Erdboden gleichzumachen. Ist einem dies gelungen, hat man noch eine Minute Zeit, den Loot einzusammeln, bevor dieses Nest implodiert und man zurück in der realen Welt landet. Schade ist hier lediglich, dass der Aufbau der Nester ziemlich ähnlich ist und nicht sonderlich stark variiert.

Allein oder im Koop?

Wir haben den Titel komplett im Single Player Modus als auch im Koop gespielt, was vom Schwierigkeitsgrad her problemlos möglich war. Allerdings muss man sagen, dass wir im Koop mehr Spaß hatten. Jedoch sollte man erwähnen, dass die drei vorhandenen Schwierigkeitsgrade unserer Meinung nach etwas zu einfach gestaltet waren. Lediglich der vierte konnte uns etwas fordern, jedoch schaltet man diesen erst nach dem ersten Durchspielen von Redfall frei. Im Verlauf des Spiels levelt man seinen Charakter automatisch hoch und erhält so Fähigkeitspunkte, welche man in einem Skillbaum investieren kann.

Darunter zählen die Erhöhung der tragbaren Munition, die Schadensverbesserung oder andere passive und aktive Fertigkeiten. Interessant ist auch, dass es Fähigkeiten gibt, die scheinbar nur auf den Koop-Aspekt ausgelegt sind, da diese im Singleplayer-Modus nichts bringen. Ihr solltet daher gut überlegen, welche Fertigkeiten ihr mit diesen Punkten erlernen möchtet, um die Punkte nicht zu verschwenden.

Große Auswahl an Waffen

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Redfall eigentlich um einen Lootshooter und um der Bezeichnung alle Ehre zu machen, wirft euch das Spiel mit unterschiedlichen Waffen geradezu tot. Darunter zählen kleine Handfeuerwaffen, Gewehre, Schrotflinten, Sturmgewehre oder auch Pflockwerfer und UV-Stahler. Die letzten beiden Waffen sind natürlich in erster Linie gegen Vampire hilfreich und besonders zu Beginn von Nöten. Vampire können mit normalen Waffen zwar abgeschossen, aber nicht getötet werden. Um diese zu vernichten, hilft nun einmal nur die Sonne (bzw der UV Strahler) oder der Pflockwerfer. Es gibt auch normale Waffen, an welchen Pflöcke angebracht wurden, um die Blutsauger im Nahkampf zu beseitigen. Jedoch erhält man im späteren Verlauf der Geschichte auch Waffen, welche diese Blutsauger sofort töten können.

Das Inventar ist verhältnismäßig groß und leider etwas ungeordet. Insgesamt 40 Waffen kann man mit sich herumtragen, aber gleichzeitig ausrüsten kann man lediglich 3 verschiedene. Dies ist vor allem deswegen schade, weil das Austauschen der Waffen lange dauert und das Spiel weder im Koop noch im Singleplayer pausiert, wenn man das Inventar öffnet, um diese zu tauschen. Das hat bei uns gerade zu Beginn für unnötige Tode gesorgt. Aber alles in allem macht das Kampfsystem zumindest Spaß, um einmal einen positiven Punkt hervorzuheben. Dies gilt jedoch unserer Meinung nach nur für die Kämpfe gegen Vampire, da diese sich schnell bewegen und auch teleportieren können. Es gilt also schnell zu sein, die eigenen Fähigkeiten sinnvoll zu nutzen und die Gegend im Blick zu behalten, um die Feinde zu töten. Auch das Anschleichen an Feinde ist möglich, allerdings solltet ihr hier keine schön gestaltete Schleich-Tötungs Animation erwarten.

Dumm, dümmer, menschliche Gegner…

Neben den Vampiren gibt es auch feindliche, menschliche Gegner im Spiel, welche euch ans Leder wollen. Allerdings sind diese wortwörtlich nur eines: Dumm! 99% aller menschlichen Feinde können mit simplen Kopfschüssen ausgeschaltet werden und auch der Rest kippt nach einem kurzen Feuergefecht aus den Latschen. Nur sehr selten mussten wir aufpassen, nicht selbst zu sterben und das lag zumeist daran, dass es einfach schlichtweg zu viele Feinde auf einmal waren und man zu unvorsichtig war. Zumeist jedoch kann man diese einzeln ausschalten und die Feinde in der Nähe realisieren es nicht einmal, dass ihre Kameraden getötet werden.

Schade ist auch, dass die Wegfindung der KI nicht gut gestaltet wurde. Bei uns kam es hin und wieder vor, dass die Feinde gegen Wände gelaufen sind oder sogar im Boden versanken. Allerdings ist es ab und an spaßig zu sehen, wie sich die verschiedenen Feinde untereinander gegenseitig abschlachten, weil sie zu einer anderen Gruppierung gehören. Alles in allem kann man diese Feinde jedoch nicht ernst nehmen.

Eine leere Geisterstadt

Auch wenn einige Kämpfe spaßig sind, die Vampirnester durchaus einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad haben und manche Quests zumindest unterhaltsam sind, hätte man jedoch vor allem bei der Gestaltung der Stadt mehr machen können, denn diese ist vor allem eine Geisterstadt, bei welcher man nach Feinden zum Teil minutenlang suchen muss. Freundliche Gestalten findet man hier aufgrund der Vorkommnisse verständlicherweise

nicht, aber so hätte man wenigstens mehr Gegner ins Spiel implementieren müssen, damit die Gegend nicht komplett leer erscheint.

Die Häuser und großen Gebäude wie Fabriken oder Krankenhäuser wurden zwar detailreich gestaltet und ähneln sich nicht komplett, aber selbst hier findet man nicht viel interessante Gegenstände. Gelegentlich begegnet man zwar ein paar Feinden, allerdings sind diese schnell ausgeschaltet oder ignorieren uns sogar, wenn wir diese nicht selbst angreifen. Interessant sind zumindest einige kleine Rätseleinlagen, wie man bestimmte Gebäude betreten kann, da die Türen abgeschlossen sind und man einen anderen Weg finden muss.

Koop-Modus nicht ausgereift

Auch wenn man im Koop-Modus mehr Spaß haben kann als im Singleplayer Modus, heißt das nicht, dass der Modus fehlerfrei ist. Grundsätzlich erwähnen wir hier schon einmal, dass man Redfall mit insgesamt 4 Spielern erleben kann und sich die Stärke der Feinde am Host der Lobby orientiert. Neue Spieler mit schlechteren Waffen können also durchaus Probleme haben.

Einer der größten Negativpunkte des Koop-Modus von Redfall ist jedoch, dass es keine Spielersuche gibt und man lediglich mit Freunden zusammenspielen kann. Interessant ist zumindest, dass sich mehr Gespräche zwischen den Charakteren entwickeln und man bei einem Tod wie in anderen Lootshootern auch nicht sofort stirbt, sondern man von Freunden wiederbelebt werden kann.

Technisch problematisch, Grafik veraltet

Zunächst einmal weisen wir hier darauf hin, dass ihr keine realistische Grafik erwarten solltet, sondern viel mehr eine Art Comic-Mäßig animierte Grafik, welche zwar teilweise detailreich gestaltet wurde, an anderen Ecken aber steif und kantig wirkt und keine Animationen mit sich bringt. Auch ist die Gegend nicht wirklich zerstörbar und einige Objekte sehen nach Explosionen wieder so aus wie vorher, lassen sich aber verständlicherweise nicht erneut kaputt machen. Grafikfehler konnten wir zumindest keine bemerken. Die Soundeffekte dagegen wirken passend, die Waffengeräusche je nach Art unterschiedlich und die Synchronsprecher passen ins Bild.

Das größte Manko in dem Bereich ist aber die technische Umsetzung. Wir haben, wie man sehen kann, Redfall auf dem PC gespielt und hatten teilweise enorme FPS Einbrüche, welche sich auch auf niedrigeren Einstellungen nicht in den Griff bekommen ließen. An einigen Stellen hatten wir unsere 80-90FPS, während diese an anderen Stellen grundlos auf unter 60FPS abgerutscht sind oder sogar die 30er Marke unterschritten haben. Hier gibt es definitiv noch Nachbesserungsbedarf. Alles in allem ist Redfall leider kein gutes Spiel, auch wenn es zumindest für einige Stunden unterhalten kann.

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Unsere Gesamtbewertung
Bewertung
55 %
QuelleRedfall
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Bevor ich das neue Online-Gamingmagazin Alpha-Omegagaming mit aufgebaut habe / am Aufbauen bin, war ich ca. 2 Jahre bei Game2gether als Redakteur dabei. Toni und ich haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen. Meine Interessen liegen hauptsächlich im MMO und RPG Bereich.
redfall-test-review-pc<blockquote>Viele Monate haben wir uns auf Redfall, einen neuen Lootshooter, gefreut. Leider müssen wir sagen, dass die Freude beim Spielen nur von kurzer Dauer war. Die Geschichte hinter Redfall ist ansich interessant gestaltet, aber das Gameplay kann hier nicht im geringsten Mithalten. Die Hauptmissionen sind auf Dauer sehr eintönig und wiederholen sich gefühlt immer wieder von den Aktionen gesehen. Lediglich der Standort ändert sich. Zumindest die Nebenquests konnten hin und wieder ganz gut unterhalten und sorgten für etwas Spielspaß. Gut gelungen ist den Entwicklern jedoch die Klassen-Gestaltung, sodass sich das Spielen mit jeder der 4 verfügbaren Charaktere einzigartig anfühlt.</blockquote> <blockquote>Neben den Missionen hat man die Möglichkeit, eine relativ leere Welt nach Loot zu durchsuchen und ein paar Blutsauger zu beseitigen. Die menschlichen Feinde agieren wortwörtlich dumm wie Brot und stellen nie eine ernsthafte Bedrohung dar. Ein wenig Spaß bringen zumindest die Vampirnester und der Koop-Modus mit sich, sowie auch das Waffen-Handling im Spiel, wobei dieses nicht "Balanced" wurde und einige Waffen zum Teil viel zu stark sind. Die Grafik ist akzeptabel, aber relativ altbacken und auch die Voicelines kann man als "in Ordnung" bezeichnen. Gut gelungen sind den Entwicklern aber die Soundeffekte der Waffen. Leider hilft dies nicht über die Eintönigkeit und die zum Teil grauenhafte Performance hinweg. Hier wurde viel zu viel Potential verschenkt und von einem Kauf können wir aktuell nur abraten.</blockquote> <hr /> <blockquote> <strong>Positiv</strong> <ul> <li>Spaßiges Waffen-Gameplay</li> <li>Viele Sammelobjekte</li> <li>Interessante Nebenquests</li> <li>Vampirnester</li> <li>Einzigartige Klassengestaltung</li> <li>Viel Loot</li> <li>Gute Soundeffekte</li> <li>Koop-Modus</li> </ul> <strong>Negativ</strong> <ul> <li>Eintönige Hauptgeschichte</li> <li>Schlecht gestaltete KI</li> <li>Sehr leere Welt</li> <li>Extreme FPS Schwankungen</li> <li>Grafikfehler an manchen Stellen</li> <li>Manche Voicelines sind auf Dauer störend</li> </ul> </blockquote> <hr /> <blockquote>Name: Redfall</blockquote> <blockquote>Plattformen: PC, Xbox Series </blockquote> <blockquote>Genre: Open World, Adventure, Ego-Shooter</blockquote> <blockquote>Veröffentlichung: 02. Mai</blockquote> <blockquote>USK/PEGI: 16 / 18</blockquote> <blockquote>Entwickler: Arkane Studios</blockquote> <blockquote>Publisher: Bethesda Softworks</blockquote> <hr /> <blockquote>Anmerkung: Die PC-Version von Redfall wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.</blockquote>