Hello Kitty Island Adventure: City Town – Test / Review (PC)

Hello Kitty Island Adventure hat sich seinen Platz vor allem durch seine entspannte Wohlfühlatmosphäre verdient. Statt riesiger Herausforderungen oder komplizierter Systeme stehen hier Erkundung, Freundschaften und das gemütliche Leben auf der Insel im Mittelpunkt. Genau deshalb war City Town eine interessante Erweiterung. Während frühere Inhalte meist neue Regionen oder zusätzliche Aktivitäten ergänzt haben, geht dieser DLC einen etwas anderen Weg. Statt einfach nur eine weitere Karte neben die bestehende Welt zu setzen, versucht City Town die Insel selbst zu erweitern und ihr eine völlig neue Richtung zu geben. Nach den ersten Stunden wurde schnell klar, dass genau darin die größte Stärke der Erweiterung liegt. Die Stadt fühlt sich nicht wie ein kurzer Ausflug an, sondern wie ein Ort, der dauerhaft Teil des eigentlichen Spielerlebnisses werden möchte. Neue Bewohner, eigene Systeme, zusätzliche Geschäfte und eine Umgebung, die sich Stück für Stück verändert, sorgen dafür, dass man deutlich länger bleibt als ursprünglich geplant. Genau deshalb wirkt City Town weniger wie ein klassischer DLC und mehr wie eine zweite Heimat innerhalb der ohnehin schon charmanten Spielwelt.


Eine Stadt die plötzlich zum Mittelpunkt wird

Hello Kitty Island Adventure hat sich nie darüber definiert, die größte oder spektakulärste Spielwelt zu besitzen. Der Reiz lag immer woanders. Man loggte sich ein, erledigte ein paar Aufgaben, traf bekannte Gesichter und blieb meistens länger als ursprünglich geplant. Genau deshalb war ich neugierig, als City Town angekündigt wurde. Eine richtige Stadt klingt zunächst nicht unbedingt nach dem, was man mit einem gemütlichen Inselabenteuer verbindet. Eher denkt man an mehr Trubel, mehr Aufgaben und vielleicht auch etwas von der entspannten Atmosphäre, die das Hauptspiel so angenehm macht. Nach den ersten Stunden wurde allerdings schnell klar, dass die Erweiterung einen anderen Weg geht. City Town versucht nicht, die Insel zu ersetzen. Stattdessen erweitert sie die bestehende Welt um einen völlig neuen Bereich, der sich spürbar anders anfühlt und trotzdem erstaunlich gut hineinpasst.

Was mich dabei am meisten überrascht hat, war die Art, wie sich die Stadt entwickelt. Viele DLC-Gebiete werden einmal besucht, erkundet und anschließend nur noch selten betreten. Hier lief es anders. Mit jedem Besuch veränderte sich irgendetwas. Neue Bewohner tauchten auf, zusätzliche Geschäfte öffneten ihre Türen und manche Bereiche wirkten plötzlich völlig anders als noch einige Stunden zuvor. Dadurch entstand relativ schnell ein Grundgefühl, das mich immer wieder zurückgebracht hat. Nicht weil dort die besten Belohnungen warteten, sondern weil ich einfach sehen wollte, was sich inzwischen verändert hatte. Genau das macht City Town deutlich interessanter, als es auf den ersten Blick vielleicht wirkt.


Die ersten Straßen wirkten fast ein wenig verlassen

Mein erster Rundgang durch City Town verlief anders als erwartet. Statt einer lebendigen Metropole stand ich plötzlich in einer Gegend, die an vielen Stellen noch unfertig wirkte. Einige Bereiche waren leer, manche Straßen wirkten beinahe verlassen und insgesamt machte die Stadt zunächst keinen besonders beeindruckenden Eindruck. Gerade deshalb blieb sie mir aber sofort im Kopf. Es fühlte sich nicht an, als würde ich einen fertigen Ort besuchen. Vielmehr hatte ich das Gefühl, einen Platz kennenzulernen, der erst langsam zu dem werden soll, was er eigentlich sein möchte. Dieser erste Eindruck unterscheidet City Town stark von vielen anderen Erweiterungen, die den Spieler sofort mit möglichst vielen Inhalten bombardieren. Hier wird bewusst etwas Geduld verlangt.

Ein paar Abende später sah die Sache bereits völlig anders aus. Genau das gehört für mich zu den größten Stärken der Erweiterung. Die Stadt verändert sich ständig. Neue Geschäfte entstehen, weitere Figuren ziehen ein und nach und nach verschwinden die leeren Stellen, die am Anfang noch so auffällig waren. Dadurch entwickelt man fast automatisch eine Beziehung zu diesem Ort. Es fühlt sich nicht an, als würde man einfach neue Inhalte freischalten. Stattdessen hilft man dabei, eine Stadt wieder aufzubauen. Mehrmals bin ich nur kurz vorbeigekommen, um eine Kleinigkeit zu erledigen, und stellte später fest, dass ich bereits eine halbe Stunde damit verbracht hatte, durch die Straßen zu laufen und mir die Veränderungen anzusehen. Besonders schön fand ich dabei die vielen kleinen Details. Hier steht plötzlich eine neue Dekoration, dort hält sich eine Figur auf, die vorher noch nicht da war. Nichts davon ist spektakulär, aber genau diese kleinen Veränderungen sorgen dafür, dass City Town immer lebendiger wirkt. Irgendwann fühlte sich die Stadt nicht mehr wie ein DLC-Gebiet an, sondern wie ein Ort, den man regelmäßig besucht.


Usahana tauchte plötzlich überall auf

Neue Figuren sind in Erweiterungen oft ein zweischneidiges Schwert. Manche bleiben im Gedächtnis, andere verschwinden nach wenigen Dialogen wieder aus dem Kopf. Bei Usahana lief das anders. Schon relativ früh wurde klar, dass sie eine deutlich größere Rolle spielt als viele andere Charaktere, die bisher ihren Weg in Hello Kitty Island Adventure gefunden haben. Fast überall begegnet man ihr oder ihren Ideen. Neue Aufgaben, Gespräche und viele der größeren Aktivitäten drehen sich direkt oder indirekt um sie. Dadurch entsteht schnell das Gefühl, dass die Erweiterung einen klaren Mittelpunkt besitzt. Statt viele neue Figuren gleichzeitig einzuführen, konzentriert sich City Town stärker auf einige wenige Charaktere und profitiert davon.

Noch interessanter fand ich allerdings, wie sehr die Bewohner die gesamte Stadt verändern. Anfangs wirken viele Straßen recht ruhig. Mit jeder neuen Figur verändert sich jedoch die Atmosphäre ein Stück weiter. Plötzlich trifft man bekannte Gesichter an Orten, die vorher leer waren. Neue Gespräche entstehen und manche Bereiche bekommen erst durch ihre Bewohner wirklich Leben eingehaucht. Mehrmals blieb ich länger stehen als geplant, einfach weil ich sehen wollte, welche Figuren inzwischen eingezogen waren oder was sich seit meinem letzten Besuch verändert hatte. Gerade diese kleinen Begegnungen tragen enorm dazu bei, dass City Town nicht nur wie eine Ansammlung von Gebäuden wirkt. Die Stadt lebt von ihren Bewohnern. Ohne sie wären viele Straßen wahrscheinlich nur hübsche Kulissen. Mit ihnen entsteht dagegen ein Ort, an den man gerne zurückkehrt. Genau deshalb blieb mir Usahana deutlich länger im Gedächtnis als ursprünglich erwartet.


Das Café wurde zur gefährlichsten Zeitfalle

Als ich zum ersten Mal vom Imagination Café gehört habe, dachte ich ehrlich gesagt an eine nette Nebenbeschäftigung. Etwas, das man gelegentlich besucht und anschließend wieder vergisst. Nach einigen Stunden war davon nicht mehr viel übrig. Das Café entwickelte sich überraschend schnell zu einem der Orte, an denen ich die meiste Zeit verbracht habe. Anfangs wollte ich lediglich ausprobieren, wie das Ganze funktioniert. Wenig später erwischte ich mich dabei, ständig wieder zurückzukehren. Mal fehlte noch eine Kleinigkeit, mal wollte ich sehen, welche Gäste auftauchen oder welche neuen Möglichkeiten sich inzwischen ergeben hatten.

Das eigentliche Problem ist, dass das Café ständig kleine Ziele liefert. Kaum ist eine Sache erledigt, fällt einem die nächste ein. Dadurch entsteht dieser typische Effekt, bei dem man eigentlich nur kurz etwas machen möchte und plötzlich feststellt, dass bereits deutlich mehr Zeit vergangen ist als geplant. Besonders gut gefällt mir dabei, dass das Café nicht wie ein isoliertes Minispiel wirkt. Viele Aktivitäten greifen ineinander. Materialien, Figuren und andere Systeme führen immer wieder zurück in diesen Bereich. Dadurch entsteht ein Kreislauf, der erstaunlich gut funktioniert. Mehrfach wollte ich eigentlich die Stadt verlassen, nur um noch einmal kurz beim Café vorbeizuschauen. Aus diesem kurzen Besuch wurde regelmäßig deutlich mehr. Genau solche Momente machen für mich einen großen Teil des Charmes aus. Das Café ist nicht der größte Inhalt der Erweiterung und wahrscheinlich auch nicht der spektakulärste. Trotzdem blieb es am Ende einer der Bereiche, an die ich mich am häufigsten erinnere. Einfach weil es mich ständig dazu gebracht hat, noch ein bisschen länger zu bleiben.


Nicht jede Aufgabe bleibt lange in Erinnerung

Natürlich ist auch City Town nicht frei von Schwächen. Einige Eigenheiten des Hauptspiels tauchen hier erneut auf. Bestimmte Fortschritte benötigen Zeit, manche Inhalte lassen sich nicht sofort erleben und gelegentlich stößt man auf kleine Wartezeiten, die den Spielfluss etwas bremsen können. Gerade wenn man mehrere Stunden am Stück spielt, fallen solche Dinge stärker auf als während kurzer Sitzungen. Das ist nichts Neues für Hello Kitty Island Adventure, wird aber auch durch die Erweiterung nicht vollständig gelöst.

Wirklich problematisch wurde das für mich zwar nie, trotzdem gibt es Aufgaben, die deutlich spannender ausfallen als andere. Manche Questreihen bleiben lange im Kopf, während andere eher wie Beschäftigungstherapie wirken. Vor allem einige Sammel- und Lieferaufgaben konnten mich nicht dauerhaft begeistern. Gleichzeitig sorgt die Stadt selbst meistens dafür, dass man trotzdem weitermachen möchte. Oft war die eigentliche Aufgabe gar nicht der Grund, warum ich noch eingeloggt blieb. Stattdessen wollte ich sehen, ob irgendwo etwas Neues entstanden ist, welche Figur inzwischen eingezogen war oder wie sich bestimmte Bereiche verändert haben. Genau deshalb fallen die Schwächen am Ende weniger stark ins Gewicht. Die Erweiterung lebt nicht von einzelnen Quests, sondern vom Gesamtgefühl. Und dieses Gefühl funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut.


Aus einem Besuch wurden viele weitere

Irgendwann fiel mir auf, dass ich deutlich häufiger in City Town unterwegs war als auf der eigentlichen Insel. Das war ursprünglich überhaupt nicht geplant. Normalerweise erkunde ich neue Gebiete, schaue mir die wichtigsten Inhalte an und kehre anschließend zu meinen gewohnten Routinen zurück. Bei City Town passierte das nicht. Stattdessen entwickelte sich die Stadt langsam zu einem festen Bestandteil meiner Spielzeit. Fast jeder Besuch brachte irgendeine kleine Veränderung mit sich. Mal war es ein neues Geschäft, mal eine weitere Figur oder einfach nur ein Detail, das mir zuvor noch nicht aufgefallen war.

Genau darin liegt für mich die größte Stärke der Erweiterung. City Town fühlt sich nicht wie ein zusätzlicher Bereich an, den man irgendwann abhakt. Die Stadt wächst gemeinsam mit dem Spieler und entwickelt sich über viele Stunden hinweg weiter. Dadurch entsteht eine Bindung, die man bei DLCs nicht allzu häufig erlebt. Für Fans von Hello Kitty Island Adventure gehört City Town deshalb ohne Frage zu den stärkeren Erweiterungen der letzten Zeit. Nicht weil sie alles größer macht, sondern weil sie einen Ort erschafft, an dem man sich überraschend schnell zuhause fühlt. Als ich die Stadt zum ersten Mal betreten habe, wirkte sie beinahe leer. Als ich einige Abende später wieder dort unterwegs war, fühlte sie sich längst wie ein natürlicher Teil der Spielwelt an. Genau dieser Wandel macht City Town so gelungen.

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Unsere Meinung

Hello Kitty Island Adventure: City Town bringt frischen Schwung in das gemütliche Inselabenteuer, ohne den ruhigen Grundton des Spiels zu verlieren. Der neue Stadtbereich fühlt sich etwas belebter an als viele der bisherigen Orte und gibt dem Spiel eine schöne zusätzliche Farbe. Statt nur durch Natur, Strände und kleine Wohlfühlzonen zu streifen, entsteht hier stärker das Gefühl eines kleinen Treffpunkts mit neuen Wegen, Figuren und Aufgaben. Gerade diese Mischung aus vertrauter Sanrio-Gemütlichkeit und etwas mehr städtischem Leben macht den DLC angenehm.
Gleichzeitig bleibt City Town klar ein Zusatzinhalt für Spieler, die das Grundspiel bereits mögen. Wer komplett neue Mechaniken oder einen riesigen Umbruch erwartet, wird eher nicht überrascht. Viele Aufgaben bewegen sich weiterhin im bekannten Rahmen, was gemütlich sein kann, aber nicht immer frisch wirkt. Trotzdem passt der neue Bereich gut in das Gesamtbild. Die Atmosphäre ist freundlich, die Figuren bleiben charmant und die kleinen Beschäftigungen liefern genug Gründe, wieder regelmäßig vorbeizuschauen. Für Fans ist City Town eine schöne, wenn auch recht sanfte Erweiterung.
Unsere Gesamtbewertung
82%

„Eine charmante Stadterweiterung, die das Inselabenteuer angenehm belebt, ohne den gemütlichen Kern zu verlieren.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Charmanter neuer Stadtbereich
  • Passt gut zur gemütlichen Grundstimmung
  • Mehr Leben und Abwechslung auf der Insel
  • Liebevolle Sanrio-Atmosphäre
  • Schöne kleine Aufgaben für zwischendurch
  • Angenehm für bestehende Fans
  • Kaum große spielerische Neuerungen
  • Aufgaben bleiben recht vertraut
  • Vor allem für Fans des Hauptspiels spannend
Name: Hello Kitty Island Adventure: City Town
Genre: Adventure / Lebenssimulation
USK/PEGI: tba
Entwickler: Sunblink
Publisher: Sanrio
Plattform: PC, Nintendo Switch, PlayStation, Mobile
Veröffentlichung: tba
Shop: Shop
Anmerkung: Hello Kitty Island Adventure: City Town wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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