Sengoku Dynasty – Test / Review (PS5)

Sengoku Dynasty beginnt ruhig und beinahe unscheinbar. Man betritt eine Region, die zwar wunderschön wirkt, gleichzeitig aber von einer schwierigen Vergangenheit geprägt ist. Kriege und politische Konflikte haben viele Orte entvölkert, ganze Dörfer sind verschwunden oder liegen nur noch als Erinnerung in der Landschaft. Genau in dieser Umgebung startet die Reise des Spielers. Man besitzt kaum mehr als einfache Werkzeuge und die Hoffnung, irgendwo ein neues Zuhause aufbauen zu können. Die ersten Stunden sind geprägt von den grundlegendsten Aufgaben. Holz sammeln, Steine aufheben, einfache Werkzeuge herstellen und schließlich einen Ort finden, an dem sich eine erste Hütte errichten lässt. Diese langsame Einführung macht sehr deutlich, dass Sengoku Dynasty kein Spiel ist, das mit spektakulären Momenten beginnt. Stattdessen setzt es auf Geduld und darauf, dass sich Fortschritt Schritt für Schritt entfaltet.

Doch genau in diesem ruhigen Anfang steckt bereits der Kern des Spiels. Mit jeder neuen Struktur verändert sich die Umgebung ein kleines Stück. Aus einer improvisierten Unterkunft wird eine kleine Siedlung. Felder entstehen, Werkstätten werden errichtet und irgendwann beginnen andere Menschen, sich in der Nähe niederzulassen. Dieser Wandel ist einer der faszinierendsten Aspekte des Spiels. Der Spieler beobachtet, wie eine leere Landschaft langsam zu einem Ort wird, an dem Menschen leben und arbeiten. Gebäude fügen sich in die Umgebung ein, Wege verbinden verschiedene Bereiche der Siedlung miteinander und die eigene Gemeinschaft wächst mit jeder Stunde Spielzeit. Dieser Aufbauprozess vermittelt ein starkes Gefühl von Entwicklung, das über lange Zeit motivierend bleibt.


Eine ruhige und persönliche Geschichte über Hoffnung, Wiederaufbau und den Wunsch nach einem neuen Leben

Die Geschichte von Sengoku Dynasty wirkt bewusst zurückhaltend und konzentriert sich stärker auf das Leben der Menschen als auf große politische Ereignisse. Statt dramatischer Schlachten oder legendärer Helden erzählt das Spiel von einfachen Menschen, die versuchen, in einer schwierigen Zeit ein neues Leben aufzubauen. Der Spieler erreicht eine Region, die unter den Folgen vergangener Konflikte leidet. Viele Orte sind verlassen, Felder liegen brach und nur wenige Bewohner sind geblieben. Diese Ausgangssituation vermittelt sofort das Gefühl, dass hier etwas verloren gegangen ist und wieder aufgebaut werden muss.

Im Verlauf des Spiels begegnet man verschiedenen Figuren, die ihre eigenen Geschichten mitbringen. Manche suchen Schutz, andere hoffen auf eine neue Chance oder möchten Teil einer wachsenden Gemeinschaft werden. Diese Begegnungen tragen dazu bei, dass sich die Welt lebendig anfühlt. Gespräche, kleine Aufgaben und gemeinsame Projekte sorgen dafür, dass Beziehungen entstehen und das Dorf langsam zu einem echten Zuhause wird. Die Handlung entwickelt sich nicht durch spektakuläre Ereignisse, sondern durch viele kleine Momente des Zusammenlebens. Gerade dadurch entsteht der Eindruck, dass man nicht nur ein Dorf errichtet, sondern tatsächlich eine Gemeinschaft formt.


Eine weitläufige Landschaft, die Wälder, Berge und Flüsse miteinander verbindet und eine glaubwürdige Welt erschafft

Die Spielwelt gehört zu den eindrucksvollsten Aspekten von Sengoku Dynasty. Weite Wälder bedecken große Teile der Landschaft, während Flüsse und Hügel natürliche Grenzen zwischen verschiedenen Regionen bilden. Schon beim ersten Erkunden fällt auf, dass die Umgebung sehr bewusst gestaltet wurde. Die Natur wirkt nicht wie eine einfache Kulisse, sondern wie ein lebendiger Teil der Welt. Tiere bewegen sich durch die Wälder, Wind bewegt das Gras auf den Feldern und Licht verändert die Stimmung der Landschaft im Verlauf eines Tages.

Mit zunehmender Spielzeit wird diese Umgebung immer stärker von den eigenen Entscheidungen geprägt. Gebäude entstehen dort, wo zuvor nur Bäume standen. Felder werden angelegt und Wege verbinden verschiedene Teile der Siedlung miteinander. Besonders interessant ist, wie organisch sich diese Veränderungen anfühlen. Man platziert nicht einfach Gebäude in einem Raster, sondern beobachtet, wie sich ein Dorf langsam in die Landschaft einfügt. Dieser Prozess vermittelt ein starkes Gefühl von Einfluss auf die Welt und sorgt dafür, dass sich jede Siedlung einzigartig entwickelt.


Der Aufbau einer funktionierenden Dorfgemeinschaft und die Verantwortung für Menschen, die sich auf das Dorf verlassen

Sobald die ersten Gebäude errichtet wurden, beginnt ein neuer Abschnitt des Spiels. Andere Menschen entdecken die Siedlung und entscheiden sich, dort zu bleiben. Diese Bewohner bringen ihre eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse mit. Einige eignen sich besonders gut für landwirtschaftliche Arbeit, andere können Materialien sammeln oder in Werkstätten arbeiten. Dadurch entsteht ein kleines Netzwerk aus Tätigkeiten, das mit der Zeit immer komplexer wird.

Mit wachsender Bevölkerung verändert sich auch die Rolle des Spielers. Anfangs erledigt man jede Aufgabe selbst. Später wird man zunehmend zu einem Organisator, der entscheidet, wer welche Arbeit übernimmt. Nahrung muss produziert werden, Werkzeuge müssen hergestellt werden und neue Gebäude müssen geplant werden. Dieses Zusammenspiel verschiedener Aufgaben sorgt dafür, dass sich das Dorf wie eine echte Gemeinschaft anfühlt. Bewohner gehen ihrer Arbeit nach, Ressourcen werden verarbeitet und die Siedlung entwickelt eine eigene Struktur.


Ressourcen sammeln, Werkzeuge herstellen und langfristig planen als Grundlage für das Überleben der Gemeinschaft

Ein großer Teil des Gameplays basiert auf dem Sammeln und Verarbeiten von Ressourcen. Holz, Stein, Pflanzen und andere Materialien werden benötigt, um Gebäude zu errichten oder Werkzeuge herzustellen. Anfangs wirkt dieses System relativ einfach. Man sammelt Materialien und nutzt sie für grundlegende Bauprojekte. Doch mit zunehmender Spielzeit wird deutlich, wie viele Systeme miteinander verbunden sind.

Je größer das Dorf wird, desto wichtiger wird Planung. Felder müssen rechtzeitig bestellt werden, Werkstätten benötigen Materialien und Bewohner müssen mit Nahrung versorgt werden. Fehler in der Organisation können schnell zu Problemen führen. Diese Herausforderung sorgt dafür, dass der Aufbau einer stabilen Gemeinschaft langfristig spannend bleibt. Spieler müssen überlegen, welche Gebäude sie errichten, welche Ressourcen sie priorisieren und wie sie ihre Bewohner einsetzen.


Gemeinsam eine Siedlung errichten und Aufgaben im kooperativen Mehrspielermodus aufteilen

Eine besondere Stärke von Sengoku Dynasty liegt in der Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Spielern zu bauen und zu arbeiten. Der Mehrspielermodus erlaubt es mehreren Personen, gleichzeitig an derselben Siedlung zu arbeiten. Dadurch verändert sich das Spielgefühl deutlich. Aufgaben können aufgeteilt werden und Projekte lassen sich deutlich schneller umsetzen.

Diese Zusammenarbeit führt oft zu ganz neuen Ideen beim Aufbau eines Dorfes. Spieler diskutieren, wo Gebäude stehen sollen oder welche Bereiche der Siedlung zuerst erweitert werden. Während eine Person Ressourcen sammelt, kann eine andere Gebäude errichten oder sich um landwirtschaftliche Aufgaben kümmern. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich stark von der Einzelspielerfahrung unterscheidet und das Spiel langfristig abwechslungsreich hält.


Eine ruhige Atmosphäre zwischen Natur, ländlichem Alltag und dem langsamen Aufbau eines neuen Lebens

Atmosphärisch gehört Sengoku Dynasty zu den ruhigeren Vertretern seines Genres. Die Welt wirkt friedlich und fast meditativ, obwohl ihre Geschichte von Konflikten geprägt ist. Wälder, Felder und kleine Dörfer vermitteln den Eindruck einer Landschaft, in der Menschen seit Generationen leben. Diese Ruhe prägt das gesamte Spielerlebnis.

Viele Spielstunden bestehen aus Tätigkeiten wie Sammeln, Bauen oder Erkunden. Gerade diese einfachen Aufgaben sorgen dafür, dass sich das Spiel entspannend anfühlt. Man arbeitet an der eigenen Siedlung, beobachtet ihre Entwicklung und entdeckt immer wieder neue Orte in der Umgebung. Diese ruhige Atmosphäre macht einen großen Teil des Reizes aus und sorgt dafür, dass das Spiel auch über lange Zeit motivierend bleibt.


Eine stimmungsvolle grafische Darstellung der Natur und eine technische Umsetzung mit kleinen Schwächen

Grafisch überzeugt Sengoku Dynasty vor allem durch seine Landschaften. Wälder wirken dicht und lebendig, während Hügel und Flüsse der Welt eine natürliche Struktur verleihen. Besonders beeindruckend sind Lichtstimmungen, die den Tagesverlauf sichtbar machen. Sonnenaufgänge tauchen die Landschaft in warmes Licht, während Nebel am Morgen eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt.

Technisch zeigt das Spiel jedoch auch kleinere Schwächen. Gelegentlich können kleinere Fehler auftreten oder Animationen wirken nicht ganz perfekt. Diese Probleme beeinträchtigen das Spielerlebnis zwar selten stark, zeigen aber, dass das Projekt weiterhin Entwicklungspotenzial besitzt. Insgesamt bleibt die Präsentation dennoch überzeugend und vermittelt eine glaubwürdige Welt, in der sich der Aufbau einer eigenen Gemeinschaft sehr natürlich anfühlt.

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Unsere Meinung

Sengoku Dynasty besitzt eine starke Grundidee, weil es Survival, Aufbau und japanisches Setting in einer Kombination zusammenbringt, die sofort neugierig macht. Gerade das feudale Japan hebt das Spiel angenehm von vielen Genre-Konkurrenten ab, die oft auf vertraute Mittelalter- oder Endzeitkulissen setzen. Wenn man durch Wälder streift, erste Gebäude errichtet und langsam eine funktionierende Gemeinschaft formt, zeigt sich schnell, wie viel Reiz in dieser ruhigen, langfristig angelegten Struktur steckt. Vor allem Spieler, die gern sammeln, planen und Schritt für Schritt etwas Eigenes aufbauen, finden hier ein Fundament, das Atmosphäre und Beschäftigung durchaus glaubwürdig miteinander verbindet.
Gleichzeitig merkt man dem Spiel aber an, dass nicht jede seiner Ideen schon ganz auf dem Niveau der besten Genrevertreter angekommen ist. Manche Systeme wirken noch etwas roh, einzelne Abläufe wiederholen sich spürbar und nicht jeder Spielmoment trägt die anfängliche Motivation gleichermaßen weiter. Genau dadurch entsteht der Eindruck eines soliden, stellenweise interessanten Aufbautitels, dem jedoch noch Feinschliff bei Komfort, Tempo und Langzeitfluss fehlt. Unterm Strich bleibt Sengoku Dynasty ein Spiel mit eigenem Charme und guter Basis, das sein besonderes Szenario klar für sich nutzt, spielerisch aber eher im ordentlichen Bereich landet als ganz vorne mitzuspielen.
Unsere Gesamtbewertung
70%

„Spannendes Setting, solide Aufbauidee – aber noch mit spürbarem Feinschliffbedarf.” – game7days

Game7Days Award Bronze
Bronze
ProContra
  • Unverbrauchtes Setting im feudalen Japan
  • Aufbau, Survival und Siedlungsidee greifen ordentlich ineinander
  • Ruhiger Spielfluss mit atmosphärischer Grundstimmung
  • Langfristiger Ausbau der Gemeinschaft motiviert
  • Eigenständiger Charme innerhalb des Genres
  • Solide Basis mit erkennbarem Potenzial
  • Einige Systeme wirken noch etwas roh
  • Wiederholungen bremsen den Langzeitfluss
  • Komfort und Feinschliff könnten deutlich besser sein
  • Nicht jede Spielphase hält das Anfangsniveau
Name: Sengoku Dynasty
Genre: Survival / Aufbau / Simulation
USK/PEGI: 12 / 16
Entwickler: Superkami
Publisher: Toplitz Productions
Plattform: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S
Veröffentlichung: 10. August 2023
Shop: Shop
Anmerkung: Die Einschätzung zu Sengoku Dynasty basiert auf dem gezeigten Gesamteindruck des Spiels. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf diese Bewertung hat nicht stattgefunden.

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