Seit einigen Wochen begleitet uns die ASUS ROG Azoth X nun im Alltag. Wir konnten in dieser Zeit nicht nur ausgiebig schreiben, sondern auch verschiedenste Spiele und Anwendungen damit testen. Gerade in längeren Sessions zeigt sich oft, wie gut eine Tastatur wirklich konstruiert ist. Bereits nach wenigen Tagen wurde klar, dass die Azoth X nicht als reiner Lifestyle-Artikel gedacht ist. ASUS verfolgt hier das Ziel, eine Tastatur zu schaffen, die sich sowohl im Gaming als auch im täglichen Schreiben angenehm anfühlt. Die Verarbeitung, das Tippgefühl und das Design offenbaren bei näherem Hinsehen viele Details, die sonst nur bei Custom-Keyboards zu finden sind.
ASUS bietet die Azoth-Reihe in drei Varianten an, doch die Azoth X ist die Version, die sich am stärksten an Tastatur-Enthusiasten richtet. Der Preis liegt je nach Händler zwischen 229 und 249 Euro und damit im oberen Segment. Das kompakte 75-Prozent-Layout sorgt dafür, dass man auf dem Schreibtisch deutlich mehr Bewegungsfreiheit hat. Die Tastatur verzichtet auf Numpad und den üblichen Block rechts der Enter-Taste, bleibt aber in der Bedienung vertraut. Dadurch lässt sich die Azoth X sowohl im Gaming als auch beim Schreiben ohne großes Umdenken nutzen. Wer eine kleinere, aber trotzdem vollwertige Tastatur sucht, wird mit diesem Layout schnell warm.
Ein erster Blick auf Verpackung und Lieferumfang
Bereits beim Öffnen der Verpackung merkt man, dass ASUS viel Wert auf Präsentation legt. Der Karton ist stabil gefertigt und in klassischem Schwarz gehalten, während rote Akzente den typischen ROG-Look unterstreichen. Auf der Vorderseite sind alle wichtigen Informationen zu finden. Dazu gehören der Modellname, die Verbindungsmöglichkeiten sowie der Hinweis auf die NX Snow VS Switches, die im Inneren verbaut sind. Auch das QWERTZ-Layout ist klar gekennzeichnet. Die Rückseite listet weitere Funktionen der Tastatur auf, samt einer technischen Übersicht. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite ist die Tastatur selbst abgebildet, und da sie ausschließlich in Weiß erscheint, ist direkt ersichtlich, was Käufer erwartet.
Im Inneren fällt die umweltfreundlichere Verpackung positiv auf. Statt auf unnötige Plastikfolien zu setzen, verwendet ASUS hauptsächlich Schaumstoff und eine weiche Stoffhülle, in der die Tastatur sicher liegt. Darunter befinden sich die gedruckten Unterlagen, gefolgt von mehreren Schubern, in denen das Zubehör übersichtlich sortiert wurde. Dazu gehören die Silikon-Handballenauflage, das hochwertige USB-Kabel, Werkzeuge wie Keycap-Puller und Switch-Puller, ein Satz zusätzlicher NX-Switches, eine STRG-Ersatztaste und der Dongle-Extender. Alles wirkt durchdacht und gibt dem Käufer das Gefühl, ein vollständiges Paket zu erhalten, das für Anpassungen und langfristige Nutzung bestens vorbereitet ist.
Hier nun noch einmal eine grobe Auflistung der Eigenschaften, welche die Tastatur mit sich bringt:
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Format | 75-Prozent-Tastatur, Aluminiumgehäuse, Metallrahmen |
| Switches | Hot-Swap-fähig, ROG NX V2 (Snow V2 & Storm V2) |
| Keycaps | Dye-sublimierte, halbtransparente Keycaps im „Stellar“-Design |
| Dämpfungssystem | South-Facing PCB, Gasket-Mount, FR4-Plate, mehrere PORON- und Silikonschichten |
| Verbindungen | Tri-Mode: Bluetooth 5.1, 2.4 GHz RF (SpeedNova), USB-C Kabel |
| OLED-Display | 2-Zoll-Display mit Animationen, Bildern, Musikvisualisierung & Systemdaten |
| Steuerung | Drei-Wege-Regler + Multifunktionsknopf |
| RGB | Per-Key RGB, Aura Sync kompatibel |
| Ergonomie | Silikon-Handballenauflage, 3 Neigungswinkel |
| Funktionen | All Keys Programmable, Makros, N-Key Rollover, 100 % Anti-Ghosting, Onboard-Profile |
| Speed Tap Modus | Priorisiert die zuletzt gedrückte Taste bei Doppel-Eingaben |
| Abmessungen | 325,4 × 136,2 × 40 mm |
| Gewicht | ca. 1.600 g inkl. Handballenauflage |
| Lieferumfang | Tastatur, Silikon-Auflage, Werkzeug, 3 Switches, STRG-Keycap, USB-Dongle, Extender, USB-C Kabel, Anleitungen |






Verarbeitung auf Custom-Keyboard-Niveau
Die Azoth X wirkt bereits beim ersten Blick wie ein durchdachtes Premiumprodukt. Das komplett weiße Aluminiumgehäuse verleiht der Tastatur ein elegantes Erscheinungsbild und sorgt gleichzeitig für eine angenehme Stabilität. Keine sichtbare Stelle besteht aus einfachem Kunststoff, was die Wertigkeit sofort deutlich macht. Unter der Oberfläche arbeitet eine mehrschichtige Konstruktion aus Silikon-Gaskets, Schaumstofflagen, einer FR4-Platte und einem PORON Switch Pad. Diese Kombination sorgt dafür, dass die Tastenanschläge weich abgefedert werden und störende Geräusche kaum auftreten. Besonders in ruhigen Umgebungen oder beim nächtlichen Schreiben wirkt die Azoth X sehr angenehm und zurückhaltend.
Auch der praktische Teil der Gestaltung überzeugt. Die beiden ausklappbaren Standfüße ermöglichen mehrere Neigungswinkel und sind stabil genug, um auch bei schnellen Eingaben nicht einzuknicken. Auf der Rückseite befinden sich ein Schalter zum Wechseln der Verbindungsart, ein USB-C-Anschluss sowie der Ladeport. Die Vorderseite beherbergt das kleine Display und den charakteristischen Steuerknauf. Dieser wirkt nicht wie ein später hinzugefügtes Extra, sondern wie ein bewusst integrierter Bestandteil des Designs. Alles sitzt fest und fühlt sich rund an, was man bei vielen Gaming-Tastaturen in dieser Form eher selten findet. Man merkt sofort, wie hochwertig das Material und wie gut gelungen die Verarbeitung ist. Es gibt keine spitzen Kanten oder direkt ersichtliche „Schwachstellen“, welche später für Probleme sorgen könnten. Auch das Gewicht zeugt davon, wie hochwertig diese Tastatur ist, denn mit knapp 1,6kg ist diese durchaus ein Schwergewicht, was unserer Ansicht nach von Vorteil ist.





Die NX Snow und NX Storm Switches im Check
Bei den NX Snow V2 Schaltern hat ASUS viel Wert auf ein gleichmäßiges Tippgefühl gelegt. Sie basieren auf den bekannten NX Snow Switches, wurden aber in mehreren Punkten überarbeitet. Neben einem staubdichten Gehäuse verfügen sie über eine LED-Linse, die die Hintergrundbeleuchtung gleichmäßiger verteilt. Jeder Schalter ist ab Werk vorgeschmiert, um von Anfang an ein sanftes und lineares Tippgefühl zu ermöglichen. Besonders Vielschreiber oder Personen, die viel schreiben und programmieren, werden die gleichmäßige Auslösung der Snow-Switches schnell zu schätzen wissen. In unserem Alltagstest wirkten sie sehr angenehm und gleichmäßig, selbst wenn man viele Stunden durchgehend schreibt.
Die NX Storm V2 Schalter bieten ein anderes Feedback. Durch das verwendete POM-Material für Schaft und Gehäuse entsteht ein weicher, aber taktiler Anschlag. Die interne Konstruktion verhindert das Eindringen von Staub und sorgt gleichzeitig für eine hohe Stabilität. Auch diese Schalter sind vorgeschmiert, wodurch sie knackige und klar definierte Klickpunkte erzeugen. Spieler, die ein präziseres Feedback bevorzugen, werden hier fündig. Beide Schalterarten harmonieren gut mit der schallgedämpften Konstruktion der Azoth X. Die Beleuchtung spielt sich nicht direkt durch die Keycaps ab, sondern wird vom Gehäuse als Hintergrundlicht abgegeben, was einen angenehmen, ruhigen Gesamteindruck erzeugt.



Ergonomie und Komfort auch bei langen Sessions
Die Nutzung über mehrere Stunden hinweg stellt für die Azoth X keinerlei Problem dar. Durch die regulierbaren Standfüße lässt sich der Winkel optimal an die eigene Sitzhaltung anpassen. Die weiße Silikon-Handballenauflage entlastet die Handballen spürbar und verhindert zuverlässig, dass sich Ermüdungserscheinungen einstellen. Besonders bemerkbar macht sich dies in langen Schreibphasen oder bei intensiven Gaming Sessions. Die Tastatur bleibt stabil, verrutscht nicht und das Tippgeräusch wirkt gleichermaßen angenehm wie hochwertig. Es erinnert eher an ein gut abgestimmtes Custom-Keyboard als an eine klassische Gaming-Tastatur.
Da es sich um ein 75-Prozent-Layout handelt, fehlen der Numpad-Bereich und die üblichen Navigationstasten. Dennoch lassen sich sämtliche Funktionen über FN-Kombinationen erreichen, was die Bedienung flexibel hält. Besonders im Gaming-Bereich bietet ASUS eine zusätzliche Option: den Speed Tap Modus. Wird dieser aktiviert, erhält die zuletzt gedrückte Taste Priorität, wenn zwei Eingaben gleichzeitig erfolgen. Dadurch entstehen bei schnellen Richtungswechseln keine Blockaden mehr. In Shootern fühlt sich das sehr direkt und präzise an. Ergänzt wird dies durch die Tri-Mode-Verbindung über Bluetooth, 2,4-GHz-Funk und USB sowie den ROG Polling Rate Booster, der die Abtastrate auf bis zu 8000 Hz erhöhen kann.



Visuelle Besonderheiten dank OLED Display und Beleuchtung
Die Azoth X bietet eine breite Auswahl an Beleuchtungseffekten. Dazu gehören klassische Modi wie statische Beleuchtung, pulsierende Farben oder ein fließender Farbwechsel. Zusätzlich gibt es Effekte wie Kräuselung, Sternennacht, Treibsand, Regentropfen und einige weitere, die für atmosphärische Akzente sorgen. Je nach Effekt lassen sich Farbe, Geschwindigkeit und Helligkeit individuell anpassen. Einige Modi verfügen außerdem über voreingestellte Farbkombinationen oder ein zufälliges Muster. Besonders in dunklen Räumen wirkt das Licht angenehm dezent, ohne mit zu starker Leuchtkraft vom eigentlichen Geschehen abzulenken.
Das integrierte Display bietet weitere Personalisierungsoptionen. Es kann auf Wunsch deaktiviert werden, schaltet sich aber bei niedrigem Akkustand automatisch ab, zusammen mit der Beleuchtung. Der seitliche Anzeigenstreifen zeigt an, welche Funktion der Steuerknauf gerade anpasst. Im mittleren Bereich lassen sich verschiedene Darstellungen auswählen. Dazu gehören animierte ROG-Logos, eigene Bilder, ein Banner-Modus, ein Musikmodus mit Visualisierung oder Systeminformationen. Durch das Drücken des Knopfes neben dem Steuerknauf lassen sich Effekte, Lautstärke oder Helligkeit schnell anpassen, ohne dass man in Menüs suchen muss.



Software oder Browser – Armoury Crate und Gear Link im Vergleich
Armoury Crate ist weiterhin die umfassendste Lösung, um die Tastatur vollständig zu konfigurieren. Die Software erkennt die Azoth X automatisch und erlaubt Einstellungen für das Display, die Beleuchtung, die Energieverwaltung und sämtliche Tastenfunktionen. Besonders der Bereich Tasten ist wichtig. Hier lassen sich Makros erstellen, Funktionen neu zuweisen und der Speed Tap Modus aktivieren. Auch der Steuerknauf lässt sich in mehreren Ebenen konfigurieren, was einen hohen Grad an Individualisierung ermöglicht. Für Nutzer, die ihr Gerät komplett an ihre Bedürfnisse anpassen wollen, ist Armoury Crate nach wie vor die erste Wahl.
Wer hingegen keine zusätzliche Software installieren möchte, kann auf GearLink zurückgreifen. Die Beta-Version dieser Webanwendung erkennt angeschlossene ASUS-Geräte automatisch und erlaubt viele der wichtigsten Einstellungen direkt im Browser. Dazu zählen Tastenbelegung, SpeedTap, Steuerknauf-Einstellungen, Wechsel der vorinstallierten OLED-Animationen, Beleuchtungsmodi und Energieverwaltung. Da alles im Browser läuft, bleibt das System frei von Hintergrunddiensten oder zusätzlichen Programmen. Die Möglichkeit, direkt über eine Webseite Anpassungen vorzunehmen, ist ein großer Vorteil und macht die Azoth X deutlich zugänglicher für Nutzer, die ansonsten auf Software verzichten würden.
Armoury Crate



Gear Link



Unsere Meinung
ASUS ROG Azoth X ist eine der wenigen Gaming-Tastaturen, die sich wie ein gut abgestimmtes Custom-Keyboard anfühlt. Das weiße Aluminium-Chassis, die gedämpfte Konstruktion mit mehreren Schichten und die neuen ROG NX V2 Switches sorgen dafür, dass jede Eingabe sich präzise und satt anfühlt, ohne zu laut zu werden. Im Alltag wirkt die Azoth X zugleich hochwertiges Arbeitsgerät und edles Showpiece auf dem Schreibtisch.
Besonders stark ist die Kombination aus Tri-Mode-Verbindung, Speed-Tap-Modus, OLED-Display und Steuerknauf. Dazu kommen sinnvolle Extras wie die Silikon-Handballenauflage, GearLink im Browser und umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten über Armoury Crate. Der Preis ist hoch und das 75-Prozent-Layout nicht für jeden ideal, doch wer bewusst nach einer kompakten Premium-Tastatur sucht, bekommt hier ein sehr rundes Gesamtpaket.
„Hochwertige 75-Prozent-Tastatur mit Custom-Keyboard-Feeling, die bei Verarbeitung, Komfort und Features fast keine Wünsche offenlässt.” – game7days
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