Paranormal Cleanup – Test / Review (PC)

Paranormal Cleanup stammt vom Indie-Entwicklerteam Manic Mice und ist als kooperatives Horror-Survival-Spiel für ein bis vier Spieler auf Steam erschienen. Deine Aufgabe klingt simpel: Geisterhäuser reinigen, Klo verstopfen, Ektoplasma wegwischen – doch in jedem Grunzen und jeder verschiebenden Tür steckt Gefahr. Die Mischung aus Reinigungssimulator und Horror-Jagd schafft eine überraschend skurrile Atmosphäre, in der du mit Eimer und Schrubber statt mit Gewehr gegen Spukwesen antretest. Dabei gibt es fünf Karten zum Freispielen, in denen du nicht nur putzt, sondern auch verfolgt wirst – ein Konzept, das Humor und Spannung mutig verbindet.

Die Spielmechanik ist zugänglich, aber nicht träge: Du rüstest Charaktere aus, aktivierst Perks, nimmst tägliche sowie wöchentliche Aufgaben an und sammelst Erfahrungspunkte, um dein Reinigungs-Handwerk zu verbessern. Doch trotz dieser Systemtiefe bleibt das Erlebnis leicht und spaßig – es fühlt sich eher wie ein Geländespiel im Geisterhäuschen an als wie ein knallharter Survival-Horror. Ob sich die Anschaffung lohnt, liest du in den folgenden Abschnitten.


Mehr als Staubwischen im Geisterhaushalt

In den Missionen von Paranormal Cleanup bist du nicht bloß damit beschäftigt, Möbel abzuspritzen oder Wände neu zu streichen – du kämpfst gegen eine unsichtbare Bedrohung und verhinderst, dass sie dich erwischt. Jede Karte beginnt mit einer kleinen Hintergrundgeschichte, dann erhältst du Reinigungsziele: Toiletten entstopfen, satanische Symbole übermalen, Ektoplasmaspuren beseitigen. Gleichzeitig streift das Wesen durch die Räume, blockiert Türen, schiebt Möbel zur Seite und schafft Chaos – jeder Auftrag wird so zu einer Mischung aus Routine und Panik. Der Wechsel von scheinbar banaler Arbeit zu hektischer Flucht verleiht dem Spiel überraschend viel Dynamik.

Dabei gelingt es dem Spiel, ein gleichmäßiges Tempo zu halten: Der Anfang wirkt beruhigend – du wechselst von Gerät zu Gerät, wischst, schrubbst, der Fortschritt ist sichtbar. Doch mit jedem kleinen Schritt wächst das Risiko: Ein Geräusch in der Ferne, das Klirren eines Fernsehers und plötzlich bist du auf der Flucht. Diese Kontraste machen die Missionen unterhaltsam, auch wenn sie nach einer Weile strukturell etwas vorhersehbar wirken. Für lange Sitzungen oder mit Freunden bleibt genug Abwechslung vorhanden – allein könnte der Reiz etwas schneller nachlassen.


Reinigen mit Tiefe

Paranormal Cleanup erlaubt dir eine Auswahl an Geräten, die über Eimer und Lappen hinausgehen: Du sammelst Werkzeuge wie UV-Lamp-Markierer für Ektoplasma, Druckspritzen für die Außenreinigung oder Hebeplattformen, um höher gelegene Stellen zu erreichen. Die Ausstattung wirkt nicht aufgebläht, sondern durchdacht: Jedes Werkzeug hilft dabei, einen bestimmten Reinigungszweck effizienter zu erfüllen und bringt damit eine kleine Variante ins Gameplay. Die Upgrade-Mechanik über Perks am Arbeitstisch sorgt dafür, dass dein Equipment mit dir wächst – schnelleres Arbeiten, größere Wirkung, weniger Werkzeugwechsel.

Allerdings merkt man dem Spiel in diesem Bereich auch seine Indie-Natur an: Manche Modelle wirken etwas grob, gelegentlich verhaken sich Gegenstände an der Umgebung oder die Steuerung beim Ausrüsten wirkt noch etwas hölzern. Dennoch bleibt das Gefühl überwiegend positiv: Es macht Spaß, das richtige Werkzeug auszuwählen und ein Reinigungsziel mit gezieltem Einsatz schneller zu lösen. Wer Tools liebt, bekommt hier eine überraschend solide Unterbauung – und wer einfache Reinigung möchte, findet genügen Komfort.


Vom Sofa bis zur Horror-Fliege

Ein größerer Teil deines Jobs dreht sich um Innenräume: Du reinigst Möbel, Teppiche, Geräte, Heizkörper – und gleichzeitig spürst du, wie die Umgebung reagiert. Das Spiel nutzt Elemente wie umgestürzte Möbel, sich bewegende Regale oder plötzlich verriegelte Räume, um die Bedrohung „sichtbar“ zu machen. Wenn du ein Sofa absprühst und hinter dir ein Bett scharrt – da wächst Spannung. Diese Mischung aus Putzen und Aufpassen hebt Paranormal Cleanup über eine reine Reinigungs-Simulation hinaus.

Gleichzeitig funktioniert das Konzept auch in ruhigeren Momenten erstaunlich gut: Die Vergnüglichkeit, wenn du einen antiken Sessel entstaubst, das Geräusch von fließendem Wasser im alten Waschbecken, der Kontrast zwischen Routine und Spuk – all das schafft ein überraschend immersives Erlebnis. Doch auch hier gilt: Wer reine Intensität ohne Pausen sucht, könnte hier zu langsam unterwegs sein. Die Balance zwischen Alltag und Horror ist gelungen, aber nicht jeder Abschnitt zündet gleich stark – vor allem bei Solo-Missionen fehlt manchmal die Gruppendynamik.


Staub, Schatten und Stille hörbar gemacht

Technisch macht Paranormal Cleanup vieles richtig: Der Sound ist eindringlich – mit 3D-Audio, räumlichen Geräuschen, quietschenden Türen und schwerem Atem, wenn das Wesen dir auf den Fersen ist. Die Umgebung ist liebevoll texturiert, Schmutz- und Ektoplasmaeffekte sind sichtbar, die Schatten wirken bedrohlich. Für ein kleines Entwicklerstudio sind die Details beeindruckend – und wenn du mit Kopfhörern spielst, entsteht eine dichte Atmosphäre, in der Stille genauso laut ist wie ein Schrei. Steuerung und Interface sind schnell verständlich, sodass du sofort loslegen kannst.

Dennoch zeigen sich gelegentlich Schwächen: Gegenstände verfangen sich in der Umgebung, Kameraführung wirkt manchmal unruhig, wenn das Wesen Möbel verrückt oder Türen zuschlägt. Auch die Mitspieler-Basis ist – zumindest zum Testzeitpunkt – noch überschaubar, was die Koop-Erfahrung beeinträchtigen kann. Trotz dieser Makel bleibt das Gesamtbild stark: Ein Indie-Horror-Simulationstitel, der technisch spricht, als wäre er zwei Klassen höher angesiedelt. Wer sich auf die Atmosphäre einlässt, findet hier mehr als bloß eine Reinigungssimulation – sondern ein kleines Abenteuer mit Stil.

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Unsere Meinung

Paranormal Cleanup mischt kooperatives Aufräumen mit clever dosiertem Spuk. Sounddesign, Lichtkegel und unberechenbare Erscheinungen sorgen für permanenten Nervenkitzel, während Tools und Rollen im Team (Scout, Fixer, Distraction) echtes Zusammenspiel erzwingen.
Trotz einzelner Balancing-Spitzen und vereinzeltem Grind bleibt der Flow stark: klare Ziele, stetige Freischaltungen und knackige Risiko-gegen-Belohnung-Entscheidungen. Ein hervorragender Koop-Horror, der Spannung und Zugänglichkeit elegant verbindet.
Unsere Gesamtbewertung
91%

„Packender Koop-Spuk: starkes Sounddesign, hohes Teamplay, dauerhafte Spannung.” – game7days

Game7Days Award Platin
Platin
ProContra
  • Atmosphärisches Sounddesign & dynamische Licht-/Schattenspiele
  • Spannendes Koop-Design mit klaren Rollen
  • Gelungene Progression mit sinnvollen Freischaltungen
  • Hoher Wiederspielwert durch zufällige Spukmuster
  • Gute Barrierefreiheits- und Komfortoptionen
  • Balancing-Spitzen bei bestimmten Erscheinungen
  • Grind in höheren Stufen möglich
  • Alleinspiel wenig reizvoll – stark auf Koop ausgelegt
Name: Paranormal Cleanup
Genre: Koop-Horror, Action
USK/PEGI: 16 / 16
Entwickler: Manic Mice
Publisher: Manic Mice
Plattform: PC (weitere Plattformen möglich)
Veröffentlichung: 31. Mai 2025
Shop: Steam
Anmerkung: Die PC-Version von Paranormal Cleanup wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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