Der dänische Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Anders Thomas Jensen gilt spätestens seit seinem letzten Film ADAMS ÄPFEL als europäischer Kultfilmmacher. Der ganz spezielle Humor und die prägnante Filmsprache des Oscarpreisträgers beschwören geradezu den Vergleich mit US-Kultregisseur Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, „Inglourious Basterds“, „Django Unchained“) herauf. Auch arbeitet Jensen mit Vorliebe mit bestimmten Schauspielern zusammen, die in allen seinen Regiewerken mitwirken, allen voran Hollywood-Größe Mads Mikkelsen. Die herrlich bösen Geschichten des 43-jährigen Dänen zeigen mit ihrer Skurrilität und den absurden Charakteren ebenfalls tarantino-eske Züge.

Mit MEN & CHICKEN startet am 2. Juli 2015 Anders Thomas Jensens neueste schwarzhumorige Komödie in den deutschen Kinos. Aus diesem Anlass betrachten wir noch einmal genauer, was die Filme dieses europäischen Tarantinos so außergewöhnlich macht:

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Flickering Lights

Spitzfindige Dialoge

Irrsinnig, derb oder anarchisch sprudeln die Sätze nur so aus dem Mund der Schauspieler. Streckenweise erinnern Jensens Dialoge sogar an Slapstick-Komödien vergangener Zeiten. Mit ihrem groteskem Witz und gnadenlosen Wahnsinn bleiben den Zuschauern mit Sicherheit einige Filmzitate noch lange im Gedächtnis.

MEN & CHICKEN 2

Men & Chicken

Charaktere der besonderen Art

2000 feierte Anders Thomas Jensen mit FLICKERING LIGHTS sein Regiedebüt und avancierte damit zum Wunderkind Dänemarks. Das überraschende Ganovenstück zeichnet sich vor allem durch die liebevoll gezeichneten und eigenwilligen Helden ab, die sich in dem launig-brutalen Gangster-Roadtrip gegenseitig an die Wand spielen. Nicht zuletzt Schauspielgröße Mads Mikkelsen fährt in Jensens Filmen immer wieder zu Höchstleistungen auf. So auch in MEN & CHICKEN, wo er als ständig masturbierender Mann mit Hasenscharte und lockiger Haarpracht den Elias mimt.

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Adams Äpfel

Irre und sinnige Geschichten

Ein grenzenlos guter Pfarrer, der einen unverbesserlichen Neonazi resozialisiert? Was eher nach einem trashigen Plot klingt, mauserte sich zu Jensens bislang größtem Erfolg an den Kinokassen: ADAMS ÄPFEL. Die Komödie über menschliche Schwächen und göttliche Willkür konnte bei den dänischen Filmpreisen sogar Lars von Trier ausstechen. Doch irgendwo in Jensens schrägen Geschichten entfaltet sich oft auch eine große Wahrheit: So suchen die fünf absurden Brüder in MEN & CHICKEN letzten Endes dasselbe wie ihre normaleren Mitmenschen: Identität, Liebe und Zuneigung.

MEN & CHICKEN 4

Men & Chicken

Bitterböser Humor

Nicht nur in Jensens DÄNISCHE DELIKATESSEN gilt: Humor ist Geschmackssache! Doch hier führt er besonders eindrucksvoll vor, wie lustig Makaberes sein kann. Wenn die zwei Metzger bei der Fleischverarbeitung mit ganz besonderen Zutaten spielen, wird dem Filmliebhaber ein Fünf-Gänge-Menü der Extraklasse aufgetischt. Auch in MEN & CHICKEN können sich Jensen-Fans wieder auf eine gehörige Portion seines ganz speziellen Humors freuen: Ob sich die Brüder gegenseitig mit ausgestopften Tieren verdreschen oder einen Samen spendenden Bullen im Keller hausen lassen, an anarchischem Humor wird wie üblich nicht gegeizt.

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Dänische Delikatessen

Einprägsame Drehorte

Ob die Horne Kirke auf der drittgrößten dänischen Insel Fünen (ADAMS ÄPFEL) oder das Restaurant Studenterkilden am Fuglesangsso (FLICKERING LIGHTS) – die Drehorte der Jensen-Filme bleiben im Gedächtnis. Für MEN & CHICKEN drehte man sogar in Deutschland, und zwar im Studio Babelsberg und in den brandenburgischen Beelitz-Heilstätten mit dem verwunschen wirkenden, denkmalgeschützten ehemaligen Sanatorium.

MEN & CHICKEN 6

Men & Chicken

Wer nun Blut geleckt hat, kann im nachfolgenden Clip noch einmal die schrägen Charaktere, den absurden Humor und die verrückten Bilder aller vier Jensen-Filmen (FLICKERING LIGHTS, DÄNISCHE DELIKATESSEN, ADAMS ÄPFEL und MEN & CHICKEN) Revue passieren lassen. Und sich den 2. Juli 2015 schon mal Rot im Kalender anstreichen, denn dann gibt’s Anders Thomas Jensens neuesten Humorstreich MEN & CHICKEN in den deutschen Kinos zu sehen.

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Zum Film MEN & CHICKEN

Anders Thomas Jensen hat sich nach ADAMS ÄPFEL ein bisschen Zeit gelassen für seine neueste Regiearbeit MEN & CHICKEN, doch das Warten hat sich gelohnt. Wie in all seinen anderen Filmen ist nicht nur der dänische Superstar Mads Mikkelsen mit von der Partie, sondern auch der unvergleichliche Mix aus schwierigen Sonderlingen, kluger Absurdität und schwarzem Humor, für den Jensen bekannt ist. Den erhobenen Zeigefinger gibt es niemals in seinen Filmen, dafür zutiefst menschliches Verständnis selbst für die eigenartigsten Schicksale und die bizarrsten Verwicklungen – verpackt in diesem Fall in einer wundervollen Slapstick-Fabel. Ein tierisches Vergnügen um fünf ‚schwierige‘, aber eben doch allzu menschliche Brüder.

MEN & CHICKEN wurde von M&M Productions produziert. Co-Produzenten sind Studio Babelsberg und DCM. Gedreht wurde in Dänemark und in Deutschland, unter anderem etwa im Refugium Beelitz. DCM bringt den Film am 2. Juli 2015 in die deutschen und Schweizer Kinos.

Kurzinhalt

Gabriel und Elias sind zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine lehrt Evolutionspsychologie und Philosophie an der Universität, der andere beschäftigt sich stattdessen hemmungslos mit Nichtigem, Nichtstun und Masturbieren. Nach dem Tod ihres Vaters erfahren sie durch ein hinterlassenes Video, dass dieser gar nicht ihr biologischer Vater war. Ihr leiblicher Vater, der mittlerweile fast 100 Jahre alt ist, soll sich auf der entlegenen Insel Ork aufhalten.

Angekommen auf der skurrilen Insel, die mit rund 40 Bewohnern kaum besiedelt ist, warten weitere Überraschungen auf Gabriel und Elias: Nachdem sie zunächst auf den pragmatischen Bürgermeister und seine neurotische Tochter Ellen stoßen, treffen sie auf ihre verstörten und handgreiflichen drei Halbbrüder Franz, Josef und Gregor, die sich lieber mit ausgestopften Tieren als mit Menschen umgeben.

Gestrandet im verwahrlosten Anwesen ihres echten Vaters, umgeben von reihenweise grotesken ‚Haustieren‘ und ihrer animalischen Neuverwandtschaft, kommen Gabriel und Elias den wahren Umständen ihrer eigentlichen Herkunft immer näher…

Quelle: dcm