Castlevania Belmont’s Curse – Test / Review (PC)

Fast zwei Jahrzehnte lang mussten Fans der klassischen 2D-Castlevania-Spiele auf einen neuen großen Serienableger warten. Mit Castlevania: Belmont’s Curse kehrt Konami nun zu den Wurzeln der Reihe zurück. Für die Entwicklung sind Evil Empire und Motion Twin verantwortlich. Beide Studios kennen sich mit anspruchsvollen 2D-Actionspielen aus. Evil Empire arbeitete unter anderem an Erweiterungen für Dead Cells und entwickelte The Rogue Prince of Persia. Die Voraussetzungen für eine Rückkehr in die düstere Welt der Belmont-Familie stimmen also. Statt die alten Spiele einfach zu kopieren, verbindet Belmont’s Curse die bekannten Stärken der Reihe mit modernen Metroidvania-Elementen. Dazu gehören eine zusammenhängende Spielwelt, versteckte Wege, neue Fähigkeiten und Kämpfe, bei denen Timing und Positionierung entscheidend sind.

Die Handlung führt uns ins Paris des Jahres 1499. Die Stadt wird von übernatürlichen Kreaturen heimgesucht, während Dracula erneut zur Bedrohung wird. Im Mittelpunkt steht Rose Belmont, die Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Eltern und greift zur legendären Peitsche der Familie. Damit beginnt eine Reise durch brennende Straßen, düstere Katakomben und die verwinkelten Bereiche von Draculas Schloss. Die Geschichte greift bekannte Elemente der Serie auf, setzt aber eine neue Hauptfigur ins Zentrum. Das gibt dem Abenteuer einen eigenen Ansatz, ohne die Verbindung zur Vergangenheit zu verlieren. Besonders für langjährige Fans steckt in der Rückkehr bekannter Gegner und Motive viel Wiedererkennungswert. Gleichzeitig richtet sich das Spiel an alle, die ein klassisches Action-Metroidvania mit Erkundung, Plattformpassagen und Bosskämpfen suchen.

Paris brennt, und hinter jeder Ecke wartet der nächste Gegner

Paris im Jahr 1499 ist kein Ort für einen gemütlichen Spaziergang. Häuser stehen in Flammen, Kreaturen treiben sich in den Straßen herum und unter der Stadt wartet ein weit verzweigtes Netz aus Katakomben. Später führt die Reise in Draculas Schloss, dessen Räume mit gotischen Verzierungen, Buntglasfenstern und düsteren Details gestaltet sind. Die Schauplätze unterscheiden sich deutlich voneinander. Mal bewegen wir uns durch enge Gänge und dunkle Höhlen, mal öffnen sich größere Bereiche mit Plattformen, Fallen und mehreren möglichen Wegen. Der gezeichnete Grafikstil passt hervorragend zur Reihe. Hintergründe wirken stellenweise wie kleine Bühnenbilder, während Licht und Schatten den einzelnen Gebieten eine eigene Stimmung geben. Die Entwickler setzen auf einen farbenfrohen Look, ohne die düstere Grundstimmung aufzugeben.

Die visuelle Gestaltung gehört zu den Stärken des Spiels. Besonders die Übergänge zwischen den einzelnen Gebieten sorgen dafür, dass die Erkundung nicht eintönig wird. In den Katakomben fallen Lichtreflexionen an den Wänden auf, während das Schloss mit aufwendig gestalteten Fenstern und ungewöhnlichen Räumen beeindruckt. Auch die Gegner passen in diese Welt. Neben bekannten Kreaturen der Reihe warten neue Feinde auf Rose. Die Gestaltung greift klassische Castlevania-Elemente auf, wirkt dabei aber nicht wie eine reine Kopie älterer Spiele. Evil Empire und Motion Twin geben der bekannten Welt einen eigenen Stil. Die Schauplätze laden dazu ein, genauer hinzusehen, auch wenn Rose selbst kaum Zeit dafür hat. Zwischen Fallen, Gegnern und versteckten Wegen bleibt schließlich genug zu tun.

Eine Peitsche, sieben Waffentypen und jede Menge Möglichkeiten

Die Peitsche gehört seit jeher zur Identität von Castlevania. Auch in Belmont’s Curse spielt sie eine zentrale Rolle. Rose nutzt sie im Kampf, um Gegner auf Abstand zu halten und Angriffe gezielt zu platzieren. Entscheidend ist dabei die Position. Wer im richtigen Abstand trifft, richtet mit der Peitsche kritischen Schaden an. Das macht die Wahl des Standorts im Kampf wichtig. Einfach auf einen Gegner zuzulaufen und wahllos anzugreifen, führt nicht immer zum Erfolg. Gerade bei mehreren Feinden lohnt es sich, die Situation kurz einzuschätzen und die passende Attacke zu wählen.

Im Verlauf der Reise findet Rose weitere Waffen. Insgesamt gibt es sieben Waffenkategorien, die jeweils in vier Stärken verfügbar sind. Dazu gehören unter anderem Lanzen und Schlagringe. Die Unterschiede wirken sich direkt auf den Kampfstil aus. Eine Lanze bietet mehr Reichweite und lässt sich werfen. Schlagringe eignen sich für schnelle Angriffe, richten dafür aber weniger Schaden an. So lässt sich die Ausrüstung an die eigenen Vorlieben und die jeweilige Situation anpassen. Wer lieber auf Distanz kämpft, greift zu einer anderen Waffe als jemand, der möglichst schnell mehrere Treffer hintereinander landen möchte.

Zusätzliche Möglichkeiten liefern die Relikte. Diese Gegenstände verleihen Rose verschiedene Vorteile im Kampf und bei der Verteidigung. Einige verbessern ihre Fähigkeiten deutlich, statt lediglich kleine Zahlenwerte zu erhöhen. Auch die Zauber lassen sich im Verlauf des Abenteuers ausbauen. Dafür müssen bestimmte Herausforderungen erfüllt werden. Dazu gehören Aufgaben wie mehrere Gegner mit derselben Attacke zu besiegen, Angriffe zu parieren oder versteckte Rätsel zu lösen. Das System belohnt Spieler, die unterschiedliche Fähigkeiten ausprobieren und nicht ausschließlich auf eine einzige Waffe setzen. Die Kombination aus Waffen, Relikten und Magie sorgt für genügend Spielraum, um einen eigenen Kampfstil zu entwickeln.

Tarotkarten machen aus Bossen neue Fähigkeiten

Neben den Waffen setzt Belmont’s Curse auf ein Magiesystem, das an Tarotkarten gebunden ist. Rose sammelt im Verlauf des Abenteuers neue Karten, mit denen sie Zauber und besondere Aktionen einsetzen kann. Insgesamt stehen zwölf Tarotkarten zur Verfügung. Eine gehört zur Startausrüstung, die übrigen elf erhält Rose nach Bosskämpfen. Jeder besiegte Boss erweitert damit das Repertoire der Spielfigur. Das ist eine sinnvolle Verbindung zwischen Kampf und Fortschritt. Wer einen besonders schwierigen Gegner besiegt, erhält nicht nur Zugang zum nächsten Abschnitt, sondern gewinnt auch neue Möglichkeiten für spätere Begegnungen.

Eine der frühen Belohnungen ist ein magisches Kreuz, das als Bumerang eingesetzt wird. Damit lassen sich Gegner aus der Entfernung treffen. Gleichzeitig erhält Rose eine neue Bewegungsmöglichkeit, mit der sie sich an bestimmten Stellen nach oben ziehen kann. Die Fähigkeit hilft bei der Erkundung und eröffnet neue Wege. Außerdem lässt sich die Mechanik im Kampf einsetzen, um Rose näher an Gegner heranzuziehen. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Fortbewegung und Angriff. Eine neue Fähigkeit verändert somit nicht nur die Kämpfe, sondern auch die Art, wie wir bereits bekannte Gebiete durchqueren.

Die Bosskämpfe sind deshalb mehr als eine Prüfung der eigenen Ausrüstung. Sie erweitern das Bewegungsrepertoire und eröffnen neue Möglichkeiten in der Spielwelt. Dabei greift das Spiel auf bekannte Namen wie Medusa zurück und ergänzt sie um neue Gegner. Auch Jeanne d’Arc gehört zu den Bossfiguren. Die Begegnungen verlangen unterschiedliche Herangehensweisen und bringen Abwechslung in die Kämpfe. Gerade weil die Belohnungen direkt in das weitere Abenteuer einfließen, lohnt sich der Aufwand. Wer eine neue Fähigkeit erhält, sollte anschließend auch bereits besuchte Gebiete im Hinterkopf behalten. Dort warten möglicherweise Wege, die vorher unerreichbar waren.

Eine große Karte mit versteckten Wegen und langen Umwegen

Belmont’s Curse ist ein klassisches Metroidvania. Die Spielwelt besteht aus miteinander verbundenen Gebieten, die wir nach und nach erschließen. Neue Fähigkeiten öffnen Wege, die vorher versperrt waren. Versteckte Durchgänge, Abkürzungen und Plattformpassagen sorgen dafür, dass sich die Erkundung lohnt. Die Karte belohnt Aufmerksamkeit. Wer nur dem offensichtlichsten Weg folgt, verpasst möglicherweise Ausrüstung, Relikte oder andere Geheimnisse. Gerade die Verbindung aus Erkundung und Fortschritt gehört zu den überzeugendsten Elementen des Spiels.

Das Leveldesign setzt dabei auf abwechslungsreiche Wege. Manche Passagen verlangen präzise Sprünge, andere führen durch enge Räume voller Gegner. An verschiedenen Stellen müssen wir unsere Fähigkeiten sinnvoll einsetzen, um weiterzukommen. Das sorgt für regelmäßige Erfolgsmomente, wenn sich nach einer neuen Fähigkeit plötzlich ein bislang verschlossener Bereich öffnet. Gleichzeitig bleibt die Welt groß genug, um immer wieder neue Ecken zu entdecken. Fans klassischer Metroidvanias dürften sich schnell zurechtfinden. Belmont’s Curse folgt bekannten Genre-Regeln, setzt sie aber mit eigenen Ideen um.

Die Größe der Karte bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Im späteren Spielverlauf können längere Wege lästig werden. Pro Gebiet gibt es laut den vorliegenden Tests nur einen Schnellreisepunkt, dessen Position nicht immer günstig gewählt ist. Wer nach einem Fehlschlag erneut zu einem Boss gelangen möchte, muss mitunter mehrere Abschnitte durchqueren. Das kostet Zeit und kann den Spielfluss bremsen. Gerade wenn eine Begegnung mehrere Versuche verlangt, wäre eine bessere Verteilung der Rücksetz- und Schnellreisepunkte hilfreich gewesen. Die Erkundung macht Spaß, unnötig lange Rückwege gehören aber zu den Schwächen des Leveldesigns.

Medusaköpfe, Ritter und andere alte Bekannte

Die Gegnerauswahl greift tief in die Geschichte der Reihe. Fans treffen auf bekannte Kreaturen wie die fliegenden Medusaköpfe und die kleinen, beweglichen Flea Men. Auch schwer gepanzerte Ritter gehören zu den Gegnern, denen Rose regelmäßig begegnet. Diese Rückkehrer passen gut zum neuen Abenteuer und sorgen für Wiedererkennungswert. Gleichzeitig verlangt das Spiel, ihre Angriffsmuster zu beachten. Manche Feinde greifen aus der Entfernung an, andere kommen direkt auf Rose zu. Wer sich nur auf einen Gegner konzentriert, riskiert, von einer zweiten Seite getroffen zu werden.

Besonders unangenehm sind Gegner, deren Angriffe schwer zu umgehen sind. Bogenschützen können Rose bereits unter Beschuss nehmen, bevor sie die entsprechende Plattform erreicht. Teilweise zielen sie auf die Stelle, an der Rose landen wird, statt lediglich ihre aktuelle Position anzugreifen. In Verbindung mit Nahkämpfern entstehen dadurch Situationen, in denen mehrere Bedrohungen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Das verlangt Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für die Bewegungen der Gegner. Gleichzeitig kann die Kombination verschiedener Angriffe frustrierend ausfallen, wenn wenig Platz zum Ausweichen bleibt.

Auch besiegte Gegner sind nicht immer sofort ungefährlich. Einige Ritter führen beim Sterben noch einen letzten Angriff aus. Wer nach einem erfolgreichen Treffer zu früh entspannt, kassiert dadurch zusätzlichen Schaden. Solche Eigenheiten passen zum fordernden Charakter der Reihe, setzen aber voraus, dass Spieler die Angriffsmuster lernen. Die Gegner sind nicht allein Hindernisse auf dem Weg zum nächsten Boss. Sie zwingen uns dazu, Waffen, Magie und Bewegung sinnvoll miteinander zu verbinden. Wenn mehrere Feinde gleichzeitig angreifen, zeigt sich, wie gut die gewählte Ausrüstung zur Situation passt.

Anspruchsvolle Bosse, aber nicht jeder Treffer fühlt sich fair an

Die Bosskämpfe gehören zu den wichtigsten Bestandteilen von Belmont’s Curse. Hier treffen wir auf besonders starke Gegner, deren Angriffsmuster wir erkennen und gezielt ausnutzen müssen. Einfaches Draufhauen reicht selten aus. Wir müssen Abstände einschätzen, Angriffe umgehen und den richtigen Moment für einen Gegenangriff abwarten. Die unterschiedlichen Waffen und Tarotfähigkeiten geben uns dabei mehrere Möglichkeiten. Wer seine Ausrüstung sinnvoll kombiniert, hat bessere Chancen, schwierige Begegnungen zu überstehen.

Der Schwierigkeitsgrad entsteht allerdings nicht immer allein durch die Gegner. Einige Plattformpassagen verlangen mehrere Versuche, weil Sprünge präzise sitzen müssen. Gleichzeitig können Gegner Rose aus Bereichen angreifen, die gerade nicht im Bild zu sehen sind. Das führt zu Situationen, in denen ein Treffer nur schwer vorherzusehen ist. Solche Momente erinnern an ältere Genrevertreter, wirken heute aber teilweise unnötig streng. Gerade bei einem langen Rückweg zum nächsten Boss fällt ein solcher Fehler stärker ins Gewicht.

Positiv ist, dass sich der Schwierigkeitsgrad über verschiedene Einstellungen anpassen lässt. Wer mit bestimmten Kämpfen oder Plattformpassagen Schwierigkeiten hat, muss nicht zwangsläufig an denselben Stellen feststecken. Das ist eine sinnvolle Ergänzung, denn Belmont’s Curse soll sowohl Fans klassischer Castlevania-Spiele als auch neue Spieler ansprechen. Die Herausforderung bleibt ein wichtiger Teil des Spiels, lässt sich aber besser an die eigenen Vorlieben anpassen. Trotzdem hätten einige Rücksetzpunkte näher an schwierigen Abschnitten liegen dürfen. So würde das Spiel weniger Zeit mit Wiederholungen verbringen und mehr Raum für die eigentlichen Kämpfe lassen.

Ein starker Grafikstil, aber der Soundtrack trifft nicht immer den richtigen Ton

Die Grafik gehört zu den überzeugendsten Seiten von Belmont’s Curse. Die gezeichnete Optik passt zur düsteren Welt und hebt sich von vielen anderen modernen Actionspielen ab. Die Hintergründe besitzen Tiefe, die einzelnen Gebiete wirken abwechslungsreich und die gotische Architektur gibt dem Schloss einen eigenen Charakter. Besonders die Lichtgestaltung trägt zur Atmosphäre bei. In dunklen Katakomben sorgen kleine Lichtquellen für Kontraste, während die aufwendigen Fenster und Verzierungen im Schloss sofort ins Auge fallen. Die Optik wirkt eigenständig und greift dennoch viele bekannte Elemente der Serie auf.

Beim Soundtrack fällt das Urteil gemischter aus. Die Musik stammt von ASADI, der bereits mit Evil Empire an The Rogue Prince of Persia gearbeitet hat. Der Komponist verbindet elektronische Elemente mit Einflüssen aus unterschiedlichen Musikrichtungen. Das Ergebnis passt stellenweise zum modernen Ansatz des Spiels, erreicht aber nicht durchgehend die gewünschte Atmosphäre. Einige Stücke wirken auf Dauer repetitiv und passen weniger gut zu den düsteren Schauplätzen. Gerade in einem Spiel, dessen Umgebung so viel Wert auf Stimmung legt, fällt das auf.

Besser funktionieren die Neuinterpretationen bekannter Castlevania-Stücke. Hier trifft die musikalische Gestaltung den Charakter der Reihe deutlicher. Die vertrauten Melodien bringen eine Verbindung zur Vergangenheit und passen gut zu den bekannten Motiven. Insgesamt bleibt die Musik damit hinter der visuellen Präsentation zurück. Die Grafik vermittelt die Stimmung der Welt zuverlässig, während der Soundtrack nicht in jedem Gebiet dieselbe Wirkung erzielt. Das ist kein grundlegendes Problem des Spiels, verhindert aber, dass die Atmosphäre in allen Bereichen auf demselben Niveau liegt.

Rose Belmont ist keine neue Richterin, und das ist gut so

Mit Rose Belmont stellt die Reihe eine neue Hauptfigur in den Mittelpunkt. Als Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades verbindet sie körperliche Stärke mit magischen Fähigkeiten. Das zeigt sich auch im Spielstil. Rose greift zur Peitsche, setzt verschiedene Waffen ein und erweitert ihr Repertoire durch Zauber und besondere Bewegungsfähigkeiten. Dadurch steht sie nicht einfach im Schatten ihrer Eltern. Ihre Fähigkeiten geben dem Kampf und der Erkundung eine eigene Richtung.

Bei der Geschichte fällt das Urteil weniger eindeutig aus. Die Handlung liefert einen nachvollziehbaren Grund für die Reise und bindet Rose in die bekannte Welt ein. Paris im Jahr 1499 bietet einen passenden Schauplatz für den Konflikt mit Dracula. Die Erzählung bleibt allerdings recht geradlinig. Dracula stellt erneut eine Bedrohung dar, und Rose muss sich ihm entgegenstellen. Wer eine komplexe Geschichte mit vielen Wendungen erwartet, dürfte hier weniger finden als in anderen modernen Genrevertretern. Die Reihe hat ihre Stärken traditionell stärker im Gameplay als in langen Dialogen. Trotzdem hätte die neue Hauptfigur mehr erzählerische Tiefe vertragen.

Auch Roses Dialoge wirken laut den vorliegenden Tests teilweise wiederholend. Ihre Beweggründe und ihre Verbindung zur Familie werden regelmäßig aufgegriffen, ohne immer neue Aspekte hinzuzufügen. Das ist schade, denn die Figur bringt eigentlich genügend Voraussetzungen für eine interessante Geschichte mit. Die Erkundung und die Kämpfe stehen klar im Vordergrund. Wer sich darauf konzentriert, dürfte mit der einfachen Handlung gut zurechtkommen. Wer dagegen vor allem eine ausgearbeitete Erzählung sucht, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.

Zwischen alten Serientugenden und modernen Komfortfunktionen

Castlevania: Belmont’s Curse orientiert sich an den Stärken früherer Serienteile, übernimmt aber auch moderne Ansätze des Metroidvania-Genres. Rose erhält im Verlauf des Abenteuers neue Fähigkeiten, mit denen sie zuvor unerreichbare Bereiche betreten kann. Dadurch lohnt es sich, bereits bekannte Abschnitte erneut zu besuchen. Hinter verschlossenen Wegen warten zusätzliche Gegenstände und Geheimnisse. Wer die Karte aufmerksam erkundet, findet immer wieder Abzweigungen, die beim ersten Durchlauf leicht zu übersehen sind. Das sorgt für einen angenehmen Wechsel zwischen dem Vorankommen in der Handlung und der Suche nach optionalen Inhalten. Gerade diese Verbindung macht einen großen Teil des Reizes aus.

Auch die anpassbaren Schwierigkeitsgrade passen zum modernen Ansatz. Nicht jeder möchte sich bei jedem Boss über zahlreiche Versuche hinweg mit denselben Angriffsmustern beschäftigen. Wer vor allem die Spielwelt erkunden möchte, profitiert von den zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bleibt genügend Herausforderung für Spieler, die ihre Reaktionen und ihr Timing unter Beweis stellen wollen. Ganz beseitigen lassen sich die Schwächen des Leveldesigns damit allerdings nicht. Lange Rückwege und ungünstig platzierte Schnellreisepunkte kosten weiterhin Zeit. Hier hätte eine bessere Verteilung der Speicher- und Reisepunkte geholfen, ohne die eigentlichen Kämpfe einfacher machen zu müssen.

Die Ausrüstung entscheidet über den eigenen Kampfstil

Die große Auswahl an Waffen und Fähigkeiten sorgt dafür, dass Rose nicht auf eine einzige Vorgehensweise festgelegt ist. Wer gerne aus sicherer Entfernung angreift, greift zu einer Waffe mit größerer Reichweite. Andere Waffen eignen sich besser für schnelle Angriffe aus nächster Nähe. Dazu kommen die Tarotkarten und Relikte, die zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Dadurch lohnt es sich, die eigene Ausrüstung regelmäßig zu überprüfen und an kommende Herausforderungen anzupassen. Ein Gegner, der mit einer bestimmten Waffe besonders unangenehm ist, lässt sich mit einer anderen Kombination womöglich deutlich leichter besiegen. Das System belohnt Spieler, die bereit sind, verschiedene Ansätze auszuprobieren.

Die Charakterentwicklung bleibt dabei eng mit der Erkundung verbunden. Neue Fähigkeiten helfen nicht ausschließlich in Kämpfen, sondern öffnen auch zusätzliche Wege durch die Spielwelt. Dadurch greifen die einzelnen Systeme sinnvoll ineinander. Ein erfolgreicher Bosskampf bringt beispielsweise eine neue Tarotkarte, die später sowohl bei weiteren Gegnern als auch bei der Fortbewegung nützlich ist. Dieser Fortschritt fühlt sich greifbar an, weil neue Fähigkeiten regelmäßig einen praktischen Nutzen haben. Die Ausrüstung ist somit mehr als eine Sammlung zusätzlicher Angriffe. Sie bestimmt, wie wir kämpfen, welche Herausforderungen wir bevorzugt angehen und welche Bereiche der Karte wir als Nächstes erkunden.

Lohnt sich die Rückkehr nach Draculas Schloss?

Castlevania: Belmont’s Curse setzt auf ein bewährtes Grundgerüst. Wir erkunden eine große, miteinander verbundene Welt, sammeln neue Fähigkeiten und kehren zu Orten zurück, die vorher unerreichbar waren. Dazu kommen anspruchsvolle Kämpfe, eine große Auswahl an Waffen und die Tarotkarten, mit denen Rose ihr Repertoire erweitert. Gerade die Verbindung zwischen Erkundung und Fortschritt funktioniert gut. Neue Fähigkeiten sind nicht nur im Kampf nützlich, sondern öffnen auch neue Wege. Dadurch bleibt die Karte interessant, selbst wenn wir bereits einige Stunden unterwegs sind.

Die Schwächen liegen vor allem bei der Wegführung und einzelnen Kampfpassagen. Lange Rückwege nach einem Fehlschlag kosten Zeit. Gegner, die aus dem Off angreifen, und schwierige Sprungpassagen können unnötig frustrieren. Dazu kommt ein Soundtrack, der nicht in jeder Situation zur starken visuellen Gestaltung passt. Auch die Geschichte bleibt hinter dem zurück, was die neue Hauptfigur und das Setting ermöglichen würden. Diese Kritikpunkte nehmen dem Spiel nicht seine Stärken, sind aber deutlich genug, um den Gesamteindruck zu beeinflussen.

Für Fans klassischer Castlevania-Spiele ist Belmont’s Curse dennoch eine interessante Rückkehr. Die Peitsche fühlt sich wie ein wichtiger Teil der Reihe an, die bekannten Gegner sorgen für Wiedererkennungswert und die große Spielwelt lädt zum Erkunden ein. Gleichzeitig bringt das neue Entwicklerteam eigene Ideen ein, ohne den Kern der Serie aus den Augen zu verlieren. Wer Metroidvanias mit anspruchsvollen Kämpfen und einer düsteren Atmosphäre mag, findet hier ein umfangreiches Abenteuer. Wer eine besonders zugängliche Spielerfahrung oder eine starke Geschichte erwartet, sollte die genannten Schwächen berücksichtigen.

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Unsere Meinung

Castlevania: Belmont’s Curse gelingt eine überzeugende Rückkehr zur klassischen 2D-Formel. Rose Belmont ist eine passende neue Hauptfigur, die Kämpfe bieten durch Waffen, Relikte und Tarotkarten genügend Möglichkeiten und die Spielwelt belohnt gründliche Erkundung. Besonders das Leveldesign und die visuelle Gestaltung zeigen, wie gut das neue Entwicklerteam mit der Vorlage umgeht. Die Mischung aus bekannten Gegnern und neuen Fähigkeiten sorgt für ein Abenteuer, das seine Wurzeln respektiert und trotzdem eigene Ideen mitbringt.
Nicht alles funktioniert gleich gut. Lange Rückwege, teilweise unfaire Treffer und einige anspruchsvolle Plattformpassagen bremsen den Spielfluss. Der Soundtrack ist ebenfalls nicht durchgehend überzeugend, und die Geschichte nutzt das Potenzial von Rose Belmont nur teilweise aus. Gerade bei einem so lange erwarteten Comeback hätten einige dieser Punkte besser ausfallen dürfen. Trotzdem überwiegen die Stärken. Die Kämpfe machen durch die unterschiedlichen Waffen Spaß, die Bossgegner verlangen Aufmerksamkeit und die Erkundung sorgt regelmäßig für neue Entdeckungen.
Belmont’s Curse ist damit kein fehlerfreier Neustart, aber ein gelungenes Castlevania-Abenteuer. Das Spiel richtet sich an alle, die gerne Karten erkunden, neue Fähigkeiten freischalten und sich mit anspruchsvollen Gegnern messen. Die Reihe erhält eine moderne Fortsetzung, die sich nicht auf Nostalgie verlässt. Einige überholte Designentscheidungen hätte das Team allerdings besser hinter sich gelassen. Insgesamt vergeben wir 88 Prozent.
Unsere Gesamtbewertung
88%

„Eine starke Rückkehr zu klassischem Castlevania mit packenden Kämpfen, toller Erkundung und kleinen spielerischen Schwächen.” – game7days

Game7Days Award Gold
Gold
Pro Contra
  • Gelungene Rückkehr zur klassischen 2D-Castlevania-Formel
  • Rose Belmont als passende neue Hauptfigur
  • Abwechslungsreiche Kämpfe mit Waffen, Relikten und Tarotkarten
  • Motivierendes Leveldesign mit lohnender Erkundung
  • Stimmige visuelle Gestaltung
  • Gelungene Mischung aus bekannten Gegnern und neuen Fähigkeiten
  • Aufmerksame Kämpfe gegen anspruchsvolle Bossgegner
  • Respektvoller Umgang mit den Wurzeln der Reihe
  • Teilweise lange Rückwege
  • Einige Treffer wirken unfair
  • Anspruchsvolle Plattformpassagen können den Spielfluss bremsen
  • Soundtrack nicht durchgehend überzeugend
  • Geschichte schöpft Rose Belmonts Potenzial nicht vollständig aus
  • Einige überholte Designentscheidungen bleiben erhalten
Name: Castlevania: Belmont’s Curse
Genre: Action, 2D-Action, Metroidvania
USK/PEGI: 12 / 12
Entwickler: Konami / Evil Empire / Motion Twin
Publisher: Konami
Plattform: PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2
Veröffentlichung: 2026 (angekündigt)
Anmerkung: Die Bewertung von Castlevania: Belmont’s Curse basiert auf den im Test gewonnenen Eindrücken. Die Wertung berücksichtigt insbesondere das Kampfsystem, das Leveldesign, die Erkundung, die Präsentation und die genannten spielerischen Schwächen. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf die Bewertung hat nicht stattgefunden.

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