PRAGMATA – Test / Review (PC)

PRAGMATA startet ohne große Umschweife und genau das funktioniert erstaunlich gut. Man landet in dieser Mondbasis und merkt ziemlich schnell, dass hier etwas komplett schiefgelaufen ist. Viel wird nicht erklärt, zumindest nicht sofort, stattdessen bewegt man sich durch diese kalten, oft leeren Räume und versucht selbst zu verstehen, was hier eigentlich passiert ist. Man schaut sich um, entdeckt erste Details und bleibt automatisch öfter stehen, weil die Umgebung mehr erzählt, als es auf den ersten Blick wirkt. Es entsteht dieses Gefühl, dass hier etwas Größeres im Hintergrund liegt, das sich erst langsam zeigt. Gerade dieser Einstieg sorgt dafür, dass man sich schneller auf das Spiel einlässt, weil man nicht durch lange Erklärungen geführt wird, sondern sich selbst orientieren muss.

Mit der Zeit entwickelt sich daraus ein angenehmer Rhythmus. Man läuft nicht einfach nur weiter, sondern beginnt bewusster zu spielen und achtet stärker auf das, was um einen herum passiert. Räume wirken nicht wie reine Kulisse, sondern wie Orte, die etwas erzählen wollen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass dieses ruhige Tempo nicht immer gleich gut funktioniert. Es gibt Abschnitte, in denen man sich mehr Führung wünscht oder zumindest einen stärkeren Impuls, der einen weiterzieht. Trotzdem bleibt der Einstieg einer der stärkeren Teile des Spiels, weil er genau die Richtung vorgibt, die PRAGMATA später weiterverfolgt.


Zwei Figuren die hängen bleiben

Die Geschichte dreht sich klar um Hugh und Diana und genau das ist eine der größten Stärken des Spiels. Statt eine große Handlung in den Vordergrund zu stellen, baut PRAGMATA vieles über die Beziehung zwischen diesen beiden Figuren auf. Gespräche wirken nicht überladen und entstehen oft in ruhigen Momenten, in denen man einfach unterwegs ist. Gerade Diana sorgt dafür, dass viele Situationen mehr Gewicht bekommen, weil sie nicht nur reagiert, sondern eigene Gedanken einbringt und Dinge anders wahrnimmt als Hugh. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich natürlich entwickelt und nicht erzwungen wirkt.

Im Verlauf merkt man jedoch, dass die Story nicht immer das gleiche Tempo hält. Es gibt Phasen, in denen sie deutlich anzieht und man wirklich wissen will, wie es weitergeht. Dann wieder Abschnitte, in denen sie in den Hintergrund rückt und das Gameplay übernimmt. Dadurch entsteht ein leicht ungleichmäßiger Eindruck, weil der Spannungsbogen nicht konstant bleibt. Die Geschichte funktioniert insgesamt gut und trägt das Spiel, aber sie hätte an einigen Stellen mehr Präsenz gebraucht, um den Fluss stärker zusammenzuhalten.


Schießen reicht hier nicht

Spielerisch geht PRAGMATA einen anderen Weg als viele vergleichbare Titel. Auf den ersten Blick wirkt vieles vertraut, man bewegt sich durch die Umgebung und nutzt Waffen gegen Gegner. Doch relativ schnell wird klar, dass das alleine nicht ausreicht. Gegner müssen erst über ein Hacking-System geöffnet werden, bevor sie wirklich Schaden nehmen. Dadurch entsteht eine zweite Ebene, die ständig mitläuft und die Kämpfe deutlich verändert. Man achtet nicht nur auf das Geschehen vor sich, sondern gleichzeitig auf das, was auf dieser zusätzlichen Ebene passiert.

Gerade in den ersten Stunden fühlt sich das ungewohnt an und man braucht etwas Zeit, um beides gleichzeitig zu koordinieren. Doch sobald das System greift, entsteht ein eigener Rhythmus, der überraschend gut funktioniert. Man reagiert nicht nur, sondern plant ein Stück weit voraus und sucht nach dem richtigen Moment. Genau dadurch fühlen sich Kämpfe weniger vorhersehbar an und entwickeln eine eigene Dynamik. Es geht nicht nur um Geschwindigkeit, sondern darum, Situationen richtig einzuschätzen und ruhig zu bleiben.


Wenn plötzlich alles funktioniert

Je länger man spielt, desto besser greifen die einzelnen Mechaniken ineinander. Was am Anfang noch ungewohnt wirkt, wird mit der Zeit zur Stärke. Man erkennt Muster, reagiert schneller und entwickelt ein Gefühl dafür, wann man eingreifen muss. Genau in diesen Momenten zeigt PRAGMATA, was eigentlich in ihm steckt. Kämpfe laufen flüssig ab und fühlen sich deutlich runder an, weil man nicht mehr gegen das System arbeitet, sondern mit ihm. Gerade dann entsteht dieser Punkt, an dem man merkt, dass das Spiel seinen eigenen Rhythmus gefunden hat.

Gleichzeitig merkt man aber auch, dass nicht jeder Abschnitt dieses Niveau erreicht. Es gibt ruhigere Phasen, in denen das Spiel etwas an Spannung verliert und weniger fordert. Das fällt vor allem dann auf, wenn man gerade aus einem intensiveren Abschnitt kommt. Trotzdem bleibt das Gesamtbild positiv, weil das System an sich trägt und sich über die Zeit weiterentwickelt, ohne überladen zu wirken. Dadurch bleibt man auch in schwächeren Momenten eher dran, weil man weiß, dass das Spiel wieder anziehen kann.


Mehr als nur ein kurzer Zwischenstopp

Die Basis ist einer der Bereiche, die man zunächst unterschätzt. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein klassischer Hub, in dem man sich vorbereitet und dann wieder loszieht. Doch je länger man spielt, desto mehr merkt man, dass hier mehr passiert. Es sind die kleinen Momente zwischen den Einsätzen, die diesen Bereich besonders machen. Gespräche, kurze Interaktionen und ruhige Szenen sorgen dafür, dass man die Figuren besser kennenlernt.

Diese Abschnitte geben dem Spiel eine Pause, ohne es auszubremsen. Man hat Zeit, Dinge zu sortieren und sich neu zu orientieren. Gleichzeitig entwickelt sich die Beziehung zwischen Hugh und Diana weiter, ohne dass das Spiel es groß in den Vordergrund stellt. Genau diese Zurückhaltung sorgt dafür, dass die Szenen glaubwürdig bleiben und nicht überladen wirken. Dadurch bekommt das Spiel eine Balance, die es von vielen anderen Titeln unterscheidet.


Die Welt wirkt größer als sie ist

Das Leveldesign führt durch verschiedene Bereiche der Mondbasis und schafft es dabei, genug Abwechslung zu bieten, um nicht eintönig zu wirken. Man entdeckt neue Wege, erkennt Zusammenhänge und bekommt langsam ein Gefühl für die Struktur der Umgebung. Es gibt Abschnitte, die stärker in Erinnerung bleiben, weil sie sich optisch oder spielerisch abheben. Dadurch entsteht ein Eindruck von Größe, auch wenn die Bereiche klar strukturiert sind. Gerade weil das Spiel die Wege bewusst lenkt, fühlt sich das Erkunden nie komplett ziellos an. Man bewegt sich mit einer gewissen Sicherheit durch die Areale und hat selten das Gefühl, komplett den Überblick zu verlieren.

Im Verlauf zeigt sich jedoch, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Einige Areale wirken funktional und hätten mehr Möglichkeiten bieten können, um das Erkunden interessanter zu gestalten. Es gibt Momente, in denen man sich mehr Freiheit oder zusätzliche Wege gewünscht hätte. Das Leveldesign bleibt insgesamt solide, erreicht aber nicht immer das Niveau, das das Spiel in anderen Bereichen zeigt. Vor allem dann fällt das auf, wenn man gerade aus einem stärkeren Abschnitt kommt und merkt, dass nicht jeder Bereich das gleiche Maß an Ideen mitbringt. Dadurch bleibt ein leicht unausgeglichener Eindruck, der das Gesamtbild zwar nicht schwächt, aber spürbar ist.


Sieht gut aus und bleibt im Kopf

Optisch macht PRAGMATA einen starken Eindruck und setzt dabei auf eine klare Gestaltung. Die Mondbasis wirkt kühl und strukturiert, gleichzeitig aber detailreich genug, um glaubwürdig zu sein. Licht und Schatten spielen eine wichtige Rolle und sorgen dafür, dass viele Bereiche ihre eigene Wirkung entfalten. Gerade in ruhigen Momenten fällt auf, wie gut die Atmosphäre getragen wird. Es geht nicht darum, mit Größe zu beeindrucken, sondern darum, dass alles zusammenpasst.

Auch der Sound fügt sich gut in dieses Gesamtbild ein. Dialoge wirken passend und unterstützen die Figuren, ohne sich aufzudrängen. Die Musik bleibt meist im Hintergrund und setzt nur dann Akzente, wenn es nötig ist. Dadurch entsteht ein stimmiger Eindruck, der das Spiel nicht überlädt. Technisch läuft das Ganze stabil, kleinere Schwächen fallen zwar auf, bleiben aber im Rahmen und stören den Spielfluss nur selten.

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Unsere Meinung

PRAGMATA ist ein Spiel, das sich bewusst von vielen anderen Titeln absetzt. Es verlässt sich nicht nur auf Action, sondern baut sein Erlebnis um eine klare Idee auf. Das Zusammenspiel aus Shooter und Hacking funktioniert besser, als man es am Anfang erwartet. Gleichzeitig tragen die Figuren das Spiel stärker, als es das Setting allein könnte.
Nicht alles ist perfekt. Die Story verliert zwischendurch an Tempo und einige Systeme hätten noch weiter ausgebaut werden können. Trotzdem bleibt ein Eindruck, der klar positiv ist. PRAGMATA schafft es, sich eigenständig anzufühlen und über weite Strecken zu überzeugen. Es ist kein Spiel, das alles neu macht, aber eines, das genug anders macht, um im Kopf zu bleiben.
Unsere Gesamtbewertung
90%

„Eigenständig, clever und über weite Strecken richtig stark – PRAGMATA bleibt im Kopf, weil es genug anders macht.” – game7days

Game7Days Award Platin
Platin
ProContra
  • Gelungene Verbindung aus Shooter und Hacking
  • Eigenständiges Spielgefühl mit klarer Identität
  • Figuren tragen das Erlebnis stärker als erwartet
  • Setzt sich spürbar von vielen Genrevertretern ab
  • Über weite Strecken konstant überzeugend
  • Bleibt durch seinen Ansatz gut im Kopf
  • Story verliert zwischendurch etwas an Tempo
  • Einige Systeme hätten noch weiter ausgebaut werden können
  • Nicht jede gute Idee wird voll ausgeschöpft
  • Macht nicht alles neu, sondern variiert Bekanntes
Name: PRAGMATA
Genre: Action, Sci-Fi, Adventure
USK/PEGI: 12 / 16
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Plattform: PC, Playstation, Xbox
Veröffentlichung: 16. März 2026
Shop: Zum Spiel
Anmerkung: PRAGMATA wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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