Mit dem frischen Steam-Release hat Eximius: Seize The Frontline erneut Aufmerksamkeit erregt – und das aus gutem Grund. Das Spiel verbindet klassische Ego-Shooter-Mechaniken mit Elementen eines Echtzeitstrategiespiels, was in dieser Form nur selten gewagt wird. Während vier Spieler an der Front kämpfen, übernimmt ein fünfter die Rolle des Kommandanten, der aus der Vogelperspektive Gebäude errichtet, Ressourcen verwaltet und Truppen befehligt. In unseren Tests auf Steam zeigt sich schnell, dass dieses ungewöhnliche Konzept enormes Potenzial birgt, wenn alle Rollen harmonieren und Kommunikation funktioniert.
Allerdings ist Eximius kein Spiel für Ungeduldige. Die Lernkurve ist spürbar steil, und gerade Einsteiger müssen sich erst in das Zusammenspiel der beiden Ebenen einfinden. Wenn man jedoch die Mechaniken verinnerlicht, entfaltet sich ein erfrischend komplexes Erlebnis, das sich angenehm von reinen Shootern abhebt. Der Spagat zwischen Front und Kommandozentrale sorgt für Spannung, erfordert aber auch Disziplin und Absprache – wer einfach nur „drauflos ballern“ möchte, wird hier nicht glücklich.
Schauplatz und Hintergrund – Zwischen Wiederaufbau und Kriegsmaschinerie
Inhaltlich entführt uns Eximius: Seize The Frontline in eine Zukunft, in der die Weltordnung zusammengebrochen ist. Zwei verfeindete Fraktionen – eine technologisch überlegene Industrienation und ein militärisch geprägtes Sicherheitsbündnis – kämpfen um Kontrolle, Territorien und Ressourcen. Das Spiel nutzt dieses Szenario weniger als erzählerisches Fundament, sondern eher als atmosphärischen Rahmen für taktische Mehrspieler-Schlachten. Das dystopische Stadtsetting wirkt glaubwürdig, die Ruinen moderner Metropolen schaffen die passende Kulisse für die Kombination aus Hightech-Waffen und strategischem Denken.
Eine klassische Story im erzählerischen Sinne gibt es kaum, doch die Dynamik der Matches erzeugt oft selbst kleine Geschichten. Wenn der Kommandant den rettenden Nachschub schickt oder ein Squad im letzten Moment ein Kontrollgebiet zurückerobert, entstehen jene Momente, die spannender wirken als jedes geskriptete Ereignis. Die narrative Zurückhaltung ist also weniger Schwäche als bewusste Entscheidung – Eximius setzt klar auf das Spielerlebnis und die Interaktion zwischen den Teilnehmern.



Gameplay – Wo Shooter und Strategie sich die Hand reichen
Das Herzstück von Eximius ist sein Hybrid-Gameplay. Im Gefecht fühlt sich das Spiel wie ein solider Taktik-Shooter an, bei dem man als Offizier Positionen sichert, Feinde ausschaltet und Ausrüstung verbessert. Parallel dazu agiert der Kommandant, der die gesamte Karte überblickt, Basen baut und taktische Entscheidungen trifft. Diese Rollenverteilung bringt ein spannendes Maß an Teamplay mit sich – ein eingespieltes Squad kann durch gute Absprache regelrechte Wendepunkte im Match herbeiführen. Besonders auf Steam, wo die Spielerbasis aktuell aktiver ist, entstehen dadurch dynamische und abwechslungsreiche Partien.
Doch diese Tiefe hat ihren Preis: Wer ohne Koordination spielt oder sich nur auf den Shooter-Part konzentriert, wird schnell überfordert. Die Bedienung im RTS-Modus verlangt Eingewöhnung, und auch die Balance zwischen Front- und Kommandoaktionen ist noch nicht perfekt austariert. Trotzdem gelingt es dem Spiel, zwei Welten miteinander zu verbinden, die sonst nur nebeneinander existieren. Wenn alles zusammenläuft, fühlt sich eine Runde Eximius wie eine echte, taktisch geführte Operation an – und das ist ein seltenes Kompliment.



Strategie & Teamwork – Erfolg durch Abstimmung
Die strategische Ebene ist nicht bloß Beiwerk, sondern das Rückgrat des Spiels. Der Commander verwaltet Ressourcen, platziert Produktionsgebäude, ruft Unterstützungseinheiten und Spezialfähigkeiten ab. Jeder Befehl hat unmittelbare Auswirkungen auf das Schlachtfeld, was Eximius zu einem Paradebeispiel für Teaminteraktion macht. Wenn der Kommandant etwa eine Flugabwehrstellung anfordert und der Offizier die Zone freihält, entsteht ein echtes Gefühl von Zusammenhalt. Die besten Momente entstehen, wenn Kommunikation, Timing und taktische Überlegungen perfekt ineinandergreifen.
Auf der anderen Seite kann genau das auch zum Schwachpunkt werden. Fehlt ein klarer Anführer oder spielen die Offiziere zu egoistisch, kippt das Match rasch zugunsten der Gegner. In unseren Steam-Tests kam es mehrfach vor, dass Kommandanten mit unerfahrenen Teams schlicht überfordert waren. Eximius belohnt Kooperation, bestraft aber Alleingänge konsequent – und das macht es gleichermaßen faszinierend wie fordernd. Wer in die Commander-Rolle schlüpft, braucht Übersicht, Ruhe und taktisches Verständnis, um das volle Potenzial auszuschöpfen.



Saison 5 bringt neue Inhalte
Mit dem Start der fünften Season hat Eximius: Seize The Frontline auf Steam spürbar an Dynamik gewonnen. Nach mehreren Balancing-Patches und technischen Überarbeitungen bringt die aktuelle Season frische Inhalte, die das Spielerlebnis erweitern und wieder mehr aktive Kommandanten auf die Server locken. Neue Waffenmodule, angepasste Squad-Loadouts und ein überarbeiteter Fortschrittspfad geben Veteranen wie Neueinsteigern Anreiz, ihre Strategien zu überdenken. Besonders auffällig ist die feinere Abstimmung der Ressourcen-Ökonomie, die das Spieltempo erhöht und taktische Entscheidungen stärker belohnt.
Darüber hinaus sorgt ein erweitertes Belohnungssystem mit kosmetischen Anpassungen und wöchentlichen Herausforderungen für zusätzlichen Wiederspielwert. Auch die Matchstruktur wurde optimiert: Schnellere Lobbys, verbesserte Serverstabilität und gezieltere Spielerzuweisungen machen die Runden deutlich flüssiger. Season 5 wirkt dadurch wie ein Befreiungsschlag nach einer längeren Durststrecke – das Hybridkonzept bleibt zwar anspruchsvoll, zeigt sich aber so zugänglich und motivierend wie nie zuvor. Wer das Spiel zuletzt beiseitegelegt hat, dürfte überrascht sein, wie lebendig und ausgewogen Eximius inzwischen geworden ist.



Grafik, Sound & Technik – Stärken im Detail, Schwächen im Feinschliff
Optisch hinterlässt Eximius: Seize The Frontline einen zwiespältigen Eindruck. Die futuristischen Anzüge und Waffenmodelle sehen ordentlich aus, die Karten überzeugen mit urbaner Dystopie-Atmosphäre, doch texturale Details und Beleuchtung sind nicht auf aktuellem AAA-Niveau. Auf modernen Systemen lief unser Test über weite Strecken stabil, allerdings mit gelegentlichen Frame-Drops bei größeren Explosionen oder intensiven Feuergefechten. Die Benutzeroberfläche könnte intuitiver sein, vor allem im Commander-Modus, wo hektische Momente schnell zu Unübersichtlichkeit führen.
Beim Sounddesign punktet das Spiel mit druckvollen Waffen-Effekten und stimmigen Funksprüchen. Die Musik hält sich meist dezent im Hintergrund, untermalt aber das Kriegsgeschehen passend. Technisch bleibt also Luft nach oben, doch das Fundament ist solide. Positiv hervorzuheben ist der engagierte Entwickler-Support: Updates erscheinen regelmäßig, und seit dem Steam-Relaunch wurden spürbare Verbesserungen bei Stabilität und Matchmaking umgesetzt. Mit weiterem Feinschliff könnte Eximius also noch deutlich an Glanz gewinnen – das Potenzial ist da, es muss nur konsequent genutzt werden.
Unsere Meinung
Eximius: Seize the Frontline verbindet Taktik-Shooter und RTS auf mutige Weise: Vier Offiziere kämpfen an der Front, während eine Commander-Rolle Basen baut, Ressourcen steuert und das Team koordiniert. Wenn Kommunikation sitzt, entstehen dynamische Matches mit echten Wendepunkten.
Die Kehrseite: steile Lernkurve, UI-Überladung im Commander-Modus und Abhängigkeit von Teamplay. Mit Season 5 und jüngsten Patches wirkt das Hybrid-Konzept spürbar runder, bleibt aber fordernd – ideal für kooperative Taktiker, weniger für spontane Solo-Runden.
„Mutiger Hybrid mit Teamfokus – großartig, wenn alles greift, zäh ohne Abstimmung.” – game7days
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