„I Have a Dream“ – Am 28. August 1963 hielt der afroamerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King in Washington D.C. eine Rede vor 250.000 Menschen, die dem Marsch um mehr Arbeitsplätze, Freiheit und Gleichheit für Schwarze beiwohnten.

Seit dieser Zeit hat sich in der Rassenfrage in den USA einiges zum Guten verändert – mit Barack Obama hat das Land schließlich seinen ersten schwarzen Präsidenten. Doch zeigen gerade die jüngsten Gewalttaten von Polizisten gegen Afroamerikaner, dass noch ein langer Weg zu gehen ist, bis die Schwarzen in den USA ein wirkliches Gefühl der Gleichberechtigung erleben können.

Angesichts jüngster Vorkommnisse in den USA fühlt man sich unwillkürlich zurückversetzt in die Zeit von N.W.A und spürt, dass ihre Botschaften aktueller sind denn je. Doch nicht nur Ice Cube, Dr. Dre, Eazy-E, MC Ren und DJ Yella stehen als Ikonen und wegweisende Aktivisten für die Rechte der Schwarzen in Amerika. Ein Blick in die jüngere und auch ältere Geschichte der USA offenbart zahlreiche weitere Beispiele lautstarker Afroamerikaner.

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Alex Haley

Alex Haleys größter persönlicher Erfolg war zugleich auch sein größter Verdienst für die Community der Schwarzen in den USA: Mit seinem Roman „Roots“, in dem er die Geschichte seiner Vorfahren erzählt, gewährte er der Welt einen tiefen und bewegenden Einblick in das Martyrium der afroamerikanischen Seele. Das Buch beginnt mit Haleys Vorfahr Kunta Kinte, der 1767 im heutigen Gambia entführt und als Sklave in die damalige britische Kolonie Maryland verschleppt worden sein soll und endet in Haleys Gegenwart. Zwölf Jahre hatte Haley recherchiert, um die Geschichte seiner Vorfahren zurückzuverfolgen und schließlich in „Roots“ niederzuschreiben. Durch Haley Roman wurde erstmalig einer breiten Öffentlichkeit bewusst, auf welche Geschichte die Amerikaner afrikanischer Herkunft zurückblicken. Das Buch wurde in 37 Sprachen übersetzt, die Verfilmung sahen etwa 130 Millionen Menschen. 1977 erhielt Haley für „Roots“ den Pulitzer-Preis.

Sidney Poitier

Obwohl er in Miami auf die Welt kam und damit gemäß Geburtsortsprinzip US-amerikanischer Staatsbürger war, wuchs Sidney Poitier bis zu seinem 15. Lebensjahr als Sohn einer armen Bauernfamilie auf den Bahamas auf. Dann schickten ihn seine Eltern zu seinem Bruder nach Miami zurück. Drei Jahre später zog er nach New York, wo er erstmalig mit dem Theater in Berührung kam.

In seinen Bemühungen, Schauspieler zu werden, wurde er vom New Yorker American Negro Theatre zunächst abgelehnt. Stattdessen engagierte man ihn als Hausmeister. Als er mit 20 Jahren jedoch die einmalige Chance erhielt, für den erkrankten Harry Belafonte auf der Bühne einzuspringen, ging es endlich aufwärts für ihn. Bis er 1964 schließlich als erster schwarzer Schauspieler einen Oscar in den Händen halten durfte. Auch wenn Poitier als gemäßigter, eher leiser Sprecher für die Schwarzen in Amerika gilt, so strahlte sein Erfolg im Filmgeschäft für viele in der Black Community wie ein Leuchtfeuer der Hoffnung.

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LeBron James

Der Profisport bietet für viele schwarze Amerikaner noch immer die größte Chance für einen finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg. Besonders Football und Basketball sind in den USA die beiden Sportarten, in denen Schwarze dominieren. In den vergangen 12 Jahren hat es LeBron James, wie viele seiner Kollegen selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammend, als Basketballer bis ganz nach oben geschafft und nimmt seine Vorbildrolle und das gigantische öffentliche Interesse an seiner Person sehr ernst. So gründete er mit der LeBron James Family Foundation eine Stiftung, die sich besonders der Jugendlichen und armen Familien seiner Heimatstadt Akron annimmt und versucht, die Bildungschancen der jungen Generationen zu verbessern und ihnen so das Rüstzeug für eine gesicherte Zukunft mitzugeben.

Barack Obama

Wenn der Wahlkampf-Slogan eines Politikers „Yes, We Can!“ lautet, so formuliert er damit nicht nur im positivsten Sinn die Bereitschaft zur strukturellen Veränderung seines Landes, sondern auch die Vision von einem Volk, das sich als „Wir“ begreift, als Gemeinschaft, die den Anspruch auf Gleichheit und Gerechtigkeit für alle erhebt.

So einfach und klar die Botschaft, so steinig war jedoch der Weg Barack Obamas als erster schwarzer Präsident der USA zu solch tiefgreifenden Veränderungen. Gefangen im von Weißen dominierten Machtapparat von Politik und Lobbyismus, drohte sein großes Vorhaben früh zu scheitern. Doch im Kampf für die Rechte der Ärmsten im Land hat Obama bereits einiges erreicht: Allen Widerständen zum Trotz setzte er seine umstrittene Gesundheitsreform durch. Und immer wieder appelliert er nach tragischen Todesfällen durch Schusswaffen an die Menschen in seinem Land, die Waffenfreiheit, die viele US-Bürger noch immer als eines der wichtigsten Privilegien des „American Way of Life“ betrachten, endlich zu überdenken.

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N.W.A

Die Ursprünge der Mitglieder von N.W.A sind allesamt gezeichnet von den teils menschenunwürdigen Lebensbedingungen, in denen die Masse der Afroamerikaner leben: Drogen, Waffen, zerrüttete Familien, eine Zweiklassengesellschaft in der Bildung. Alle fünf Mitglieder der Band erkannten in der Rapmusik ihre Möglichkeit, sich zu verwirklichen und ihrer Wut über das Leben in den Ghettos von Los Angeles, Perspektivlosigkeit und Polizeischikanen Ausdruck zu verleihen. Laut, aber gewaltfrei.

Ihr Erfolg revolutionierte nicht nur die Musik. Er beschleunigte, motivierte und mobilisierte viele Afroamerikaner, ihr Schweigen zu brechen und sich gemeinsam im neu gewonnenen Wir-Gefühl gegen Polizeigewalt zu stemmen. An den jüngsten Reaktionen der schwarzen Bevölkerung auf Gewalttaten von Polizisten gegen Schwarze ist dies noch immer zu erkennen.

In STRAIGHT OUTTA COMPTON wird die Geschichte von N.W.A nun facettenreich und mitreißend erzählt und alle sollten aufhorchen, wenn Ice Cube ankündigt: „Yo Dre, I got something to say!“

Über den Film:

Mitte der 80er Jahre ist Compton, gelegen am Stadtrand von L.A., einer der gefährlichsten Orte der USA. Der Konflikt zwischen den rivalisierenden Gangs eskaliert zunehmend, der Handel mit Crack gehört zum Alltag und fast täglich sterben junge Afroamerikaner in den Straßen. Das als rassistisch bekannte Los Angeles Police Department greift hart durch und die Gewaltspirale dreht sich unaufhörlich weiter. Eine Thematik, die erschreckender Weise bis heute nichts an Aktualität verloren hat.

Die Hauptstadt der Gangs mit der höchsten Kriminalitätsrate des Landes prägt fünf junge Männer nachhaltig. Sie beginnen, ihre bitteren Erfahrungen in radikal ehrlicher Musik zu verarbeiten. In ihren Texten rebellieren sie gegen den brutalen Alltag, die Polizeiwillkür und ihre scheinbar aussichtslose Lage. Mit dem Album Straight Outta Compton geben N.W.A. (Niggaz Wit Attitudes) einer unterdrückten Generation eine explosive Stimme und einen neuen Sound, die das Land und die gesamte Musikindustrie bis heute nachhaltig aufmischen.

Der Film “Straight Outta Compton” erzählt die kontroverse Geschichte des kometenhaften Aufstiegs der „World’s Most Dangerous Group“. Während Dr. Dre im Viertel als Genie an den Turntables bekannt ist und Ice Cube dabei ist sich als herausragender Texter einen Namen zu machen, ist es doch der Kleinkriminelle Eazy-E, der mit Ambition, Street-Credibility und fragwürdigem Startkapital den eigentlichen Startschuss für N.W.A. gibt. Der Musikmanager Jerry Heller (Paul Giamatti) erkennt schon früh das gigantische Potential, nimmt die jungen Musiker unter seine Fittiche und gibt ihnen die Chance, ihre Message in alle Landesteile zu tragen. Als Straight Outta Compton die Charts stürmt, dauert es nicht lange, bis die ersten Streitereien um die Aufteilung der verdienten Millionen einsetzen. Schon kurze Zeit nach ihrem Aufstieg wandelt sich die Freundschaft der drei Rapper in knallharte Konkurrenz, die nicht nur am Mikrofon ausgetragen wird …

Weitere Informationen zum Film sind auf der offiziellen Facebook-Seite zu finden!

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