LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters – Test / Review (PC)

Nach all den Jahren hatte man eigentlich nicht mehr wirklich damit gerechnet, dass ausgerechnet ein LEGO-Spiel nochmal so viel Batman-Stimmung erzeugen könnte. Genau deshalb überrascht LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters bereits relativ früh. Statt einfach nur wieder dieselbe LEGO-Formel mit einer neuen Lizenz zu kombinieren, wirkt das Spiel deutlich ambitionierter. Gotham ist größer, die Geschichte wesentlich stärker auf Batman selbst fokussiert und viele Gameplay-Ideen erinnern stellenweise sogar an die Arkham-Reihe. Gleichzeitig bleibt das Ganze trotzdem unverkennbar LEGO. Überall fliegen Bausteine durch die Gegend, ernste Szenen werden regelmäßig mit völlig absurdem Humor gebrochen und selbst düstere Momente verlieren nie komplett ihre Leichtigkeit. Genau diese Mischung funktioniert überraschend gut und sorgt dafür, dass sich das Spiel deutlich frischer anfühlt als viele der letzten LEGO-Abenteuer. Vor allem Batman-Fans merken relativ schnell, dass hier wesentlich mehr Herzblut hineingeflossen ist als in einen typischen Lizenzableger. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut, um euch darüber berichten zu können.


Gotham fühlt sich endlich wieder wie eine echte Batman-Spielwelt an

Das mit Abstand Stärkste am gesamten Spiel ist wahrscheinlich Gotham selbst. Die Stadt wirkt deutlich lebendiger als in vielen älteren Batman-Spielen. Überall laufen Zivilisten herum, Fahrzeuge fahren durch die Straßen und zwischen den einzelnen Bezirken passiert ständig irgendetwas. Genau dadurch fühlt sich Gotham viel weniger wie irgendeine leere Open World an und deutlich stärker wie eine tatsächliche Stadt. Gerade wenn man nachts über die Dächer gleitet und überall die Lichter der Gebäude sieht, entsteht teilweise eine überraschend starke Atmosphäre. Man merkt relativ schnell, wie viel Arbeit in diese Version von Gotham geflossen ist. Viele Bereiche besitzen ihren eigenen Stil und wirken deutlich abwechslungsreicher, als man es von einem LEGO-Spiel vielleicht zunächst erwarten würde.

Besonders angenehm ist dabei, dass die Stadt nicht einfach nur groß wirkt, sondern auch tatsächlich etwas zu bieten hat. Überall verstecken sich kleinere Aufgaben, Sammelobjekte, geheime Bereiche oder Nebenaktivitäten. Oft läuft man eigentlich nur zum nächsten Storyziel und entdeckt plötzlich wieder irgendeinen versteckten Abschnitt oder einen Bereich, den man vorher komplett übersehen hat. Genau dadurch entsteht ständig dieses Gefühl, dass irgendwo noch etwas Interessantes wartet. Selbst nach vielen Stunden findet man immer wieder neue Orte, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat. Gerade für Batman-Fans entwickelt Gotham dadurch schnell diesen typischen „ich schaue nur noch kurz dort vorbei“-Effekt, der am Ende deutlich mehr Zeit frisst, als man ursprünglich eingeplant hatte.


Zwischen Bruce Wayne und Batman steckt deutlich mehr Geschichte als früher

Storytechnisch konzentriert sich das Spiel viel stärker auf Bruce Wayne selbst als viele der älteren LEGO-Ableger. Statt einfach direkt als fertiger Batman loszulegen, erlebt man größere Teile seines Werdegangs mit und bekommt deutlich mehr Einblicke in die Figur hinter der Maske. Die Geschichte greift dabei verschiedene Elemente aus Comics, Filmen und anderen Batman-Versionen auf und mischt diese zu einer eigenen Interpretation zusammen. Genau dadurch wirkt die Handlung überraschend abwechslungsreich. Manche Abschnitte erinnern stärker an klassische Comicgeschichten, andere besitzen deutlich mehr düstere Großstadtstimmung. Gleichzeitig verliert das Spiel nie den Fokus auf Batman selbst, wodurch die Handlung insgesamt deutlich persönlicher wirkt.

Trotzdem verliert das Spiel nie komplett seinen LEGO-Charme. Selbst ernstere Momente werden regelmäßig durch absurde Situationen oder kleine Gags aufgelockert. Genau dort schafft das Spiel einen erstaunlich guten Spagat. Batman bleibt Batman, Gotham bleibt düster, aber gleichzeitig wirkt nichts zu schwer oder übertrieben ernst. Gerade dadurch funktioniert die Geschichte sowohl für jüngere Spieler als auch für ältere Batman-Fans überraschend gut. Man merkt relativ schnell, dass hier deutlich mehr Liebe in die Handlung geflossen ist als bei manchen früheren LEGO-Spielen. Vor allem die Mischung aus ernsteren Batman-Themen und diesem typischen LEGO-Humor sorgt dafür, dass die Story fast durchgehend unterhaltsam bleibt.


Zwischen Freeflow-Kämpfen und Gadgets steckt mehr Arkham als erwartet

Spielerisch orientiert sich Das Vermächtnis des Dunklen Ritters deutlich stärker an den Arkham-Spielen als viele vermutlich erwartet hätten. Besonders die Kämpfe erinnern stellenweise stark an das bekannte Freeflow-System. Gegner werden nacheinander ausgeschaltet, Angriffe fließen angenehm ineinander über und Gadgets lassen sich direkt in Kombos einbauen. Natürlich bleibt das Ganze deutlich einfacher als bei Arkham, trotzdem fühlt sich Batman hier deutlich dynamischer an als in vielen älteren LEGO-Titeln. Vor allem in größeren Kämpfen entsteht erstmals dieses Gefühl, tatsächlich als Batman durch Gegnergruppen zu pflügen und nicht einfach nur wahllos Knöpfe zu drücken.

Dazu kommen zahlreiche Gadgets, die regelmäßig in Kämpfen oder Rätseln eingesetzt werden. Batarangs, Greifhaken, Spezialanzüge und technische Spielereien sorgen ständig dafür, dass neue Möglichkeiten freigeschaltet werden. Genau dadurch entsteht relativ viel Abwechslung zwischen den einzelnen Missionen. Man schlägt sich nicht einfach nur permanent durch Gegnergruppen, sondern nutzt ständig unterschiedliche Werkzeuge und Fähigkeiten. Gerade dadurch wirkt das Gameplay deutlich vielseitiger als bei einigen der letzten LEGO-Spiele. Selbst nach mehreren Stunden schaltet man immer wieder neue Dinge frei, die ältere Bereiche plötzlich komplett anders spielbar machen.


Die Batcave entwickelt sich fast zu einem eigenen Spielbereich

Eine der größten Überraschungen des Spiels ist tatsächlich die Batcave. Anfangs dient sie hauptsächlich als Basis zwischen den Missionen, doch mit der Zeit entwickelt sie sich fast zu einem eigenen Spielbereich. Neue Anzüge, Fahrzeuge, Trophäen oder freigeschaltete Sammlerstücke füllen die Höhle Stück für Stück immer weiter. Genau dadurch entsteht relativ schnell das Gefühl, tatsächlich Batmans Hauptquartier auszubauen und nicht einfach nur irgendein Menü zu verwalten. Die Batcave wird irgendwann fast genauso wichtig wie Gotham selbst.

Besonders cool ist dabei, wie viele kleine Details überall versteckt wurden. Für Batman-Fans gibt es ständig irgendwelche Anspielungen auf Comics, Filme oder ältere Spiele. Selbst nach vielen Stunden entdeckt man immer wieder neue Dinge in einzelnen Bereichen der Höhle. Gerade deshalb verbringt man überraschend viel Zeit dort, obwohl die Batcave ursprünglich eigentlich nur als Hub gedacht ist. Irgendwann schaut man fast genauso gerne dort vorbei wie in Gotham selbst. Vor allem Sammler werden vermutlich regelmäßig zurückkehren, einfach um zu sehen, welche neuen Dinge inzwischen freigeschaltet wurden.


Die Figuren besitzen endlich deutlich mehr Persönlichkeit

Statt hunderte Charaktere mit minimalen Unterschieden anzubieten, konzentriert sich das Spiel stärker auf eine kleinere Auswahl wichtiger Figuren. Genau diese Entscheidung macht sich erstaunlich positiv bemerkbar. Batman, Robin, Nightwing, Batgirl oder Catwoman fühlen sich deutlich unterschiedlicher an als viele Charaktere in früheren LEGO-Spielen. Jeder besitzt eigene Fähigkeiten, Gadgets und Bewegungsmöglichkeiten, wodurch Charakterwechsel tatsächlich spielerisch relevant werden. Man nutzt verschiedene Figuren nicht nur, weil das Spiel es verlangt, sondern weil sie sich tatsächlich unterschiedlich spielen.

Gerade Catwoman gehört hier zu den Highlights. Ihre Bewegungen unterscheiden sich deutlich von Batman und sorgen dafür, dass bestimmte Abschnitte komplett anders gespielt werden. Auch Nightwing oder Batgirl bringen genug eigene Besonderheiten mit, damit sich die Figuren nicht einfach wie unterschiedliche Skins anfühlen. Genau dadurch entsteht deutlich mehr Abwechslung im Gameplay und die Charaktere bekommen spürbar mehr Persönlichkeit. Gleichzeitig sorgt das dafür, dass man viele Figuren tatsächlich regelmäßig nutzt, statt dauerhaft nur bei Batman zu bleiben.


Humor und Fanservice eskalieren teilweise komplett

Natürlich wäre es kein LEGO-Spiel ohne absurden Humor. Genau hier liefert das Spiel teilweise einige der besten Momente überhaupt. Viele Zwischensequenzen nehmen bekannte Batman-Momente komplett auseinander und verwandeln sie in herrlich alberne Situationen. Gleichzeitig wirkt der Humor selten gezwungen. Statt permanent irgendwelche Gags hintereinander abzuspulen, setzt das Spiel viele Witze genau dort ein, wo sie die Stimmung sinnvoll auflockern. Gerade deshalb funktionieren viele Szenen erstaunlich gut und bleiben länger im Kopf.

Dazu kommt der enorme Fanservice. Praktisch überall tauchen bekannte Figuren, Kostüme oder Anspielungen auf. Manche stammen direkt aus den Comics, andere erinnern an Burton, Nolan oder neuere Batman-Versionen. Gerade Batman-Fans werden ständig irgendetwas entdecken, das sie wiedererkennen. Genau deshalb fühlt sich das Spiel stellenweise fast wie ein riesiger Liebesbrief an die gesamte Geschichte der Figur an. Und genau dort entwickelt Das Vermächtnis des Dunklen Ritters wahrscheinlich seine größte Stärke. Es versteht erstaunlich gut, warum Batman überhaupt seit Jahrzehnten so beliebt geblieben ist.


Technisch stark aber nicht komplett fehlerfrei

Optisch gehört das Spiel ohne Frage zu den stärksten LEGO-Titeln überhaupt. Gotham sieht teilweise erstaunlich detailliert aus, Lichteffekte sorgen für eine starke Atmosphäre und besonders nachts entwickelt die Stadt einen richtig schönen Look. Gerade auf höheren Einstellungen wirkt das Spiel stellenweise fast schon wie eine deutlich größere Produktion, als man es normalerweise von LEGO-Spielen erwartet. Viele Zwischensequenzen sehen überraschend hochwertig aus und auch die Animationen wirken deutlich aufwendiger als in vielen älteren LEGO-Titeln.

Allerdings merkt man auch, dass die Technik nicht komplett perfekt läuft. Gerade auf dem PC können gelegentlich kleinere Performance-Schwankungen oder Ruckler auftreten. Wirklich unspielbar wird das Ganze zwar nie, trotzdem fällt auf, dass die Technik stellenweise noch etwas Feinschliff vertragen könnte. Gleichzeitig bleibt das Gesamtbild aber stark genug, damit diese Probleme selten wirklich störend werden. Vor allem Gotham selbst profitiert enorm von der modernen Technik und gehört klar zu den optischen Highlights des Spiels. Gerade nachts entfaltet die Stadt eine Atmosphäre, die man so in einem LEGO-Spiel vermutlich nicht unbedingt erwartet hätte.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Unsere Meinung

LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters schafft etwas, das viele vermutlich nicht mehr erwartet hätten. Das Spiel fühlt sich nicht einfach wie ein weiterer LEGO-Ableger an, sondern tatsächlich wie ein richtig gutes Batman-Abenteuer. Gotham ist großartig geworden, die Geschichte funktioniert überraschend gut und das Gameplay besitzt deutlich mehr Tiefe als viele frühere LEGO-Spiele. Vor allem die Mischung aus Arkham-Einflüssen, klassischem LEGO-Humor und einer erstaunlich starken Batman-Atmosphäre sorgt dafür, dass das Spiel fast durchgehend motiviert.
Natürlich bleibt das Ganze relativ leicht und spielerisch nie besonders fordernd. Trotzdem schafft es das Spiel fast die gesamte Zeit, unglaublich unterhaltsam zu bleiben. Gerade Batman-Fans bekommen hier wahrscheinlich eines der stärksten Spiele rund um den Dunklen Ritter seit vielen Jahren. Und genau deshalb bleibt Das Vermächtnis des Dunklen Ritters deutlich länger im Kopf, als man es einem LEGO-Spiel vielleicht zunächst zutrauen würde.
Unsere Gesamtbewertung
84%

„Ein überraschend starkes Batman-Abenteuer mit Humor, Atmosphäre und viel Gotham-Charme.” – game7days

Game7Days Award Silber
Silber
ProContra
  • Großartig umgesetztes Gotham
  • Starke Batman-Atmosphäre
  • Gelungene Arkham-Einflüsse
  • Mehr spielerische Tiefe als erwartet
  • Klassischer LEGO-Humor funktioniert gut
  • Überraschend motivierende Geschichte
  • Spielerisch eher leicht
  • Kaum echte Herausforderung
  • Manche LEGO-Formeln bleiben bekannt
Name: LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters
Genre: Action-Adventure
USK/PEGI: 12 / 7
Entwickler: TT Games
Publisher: Warner Bros. Games
Plattform: PC, PS5, Xbox Series, Nintendo Switch 2
Veröffentlichung: 19. Mai 2026
Shop: Shop
Anmerkung: LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein