Hello Kitty: Island Adventure – Test / Review (PC)

Man erwartet bei Hello Kitty Island Adventure anfangs vermutlich irgendein kleines, harmloses Cozy Game für zwischendurch. Ein bisschen Angeln, ein paar Dekorationen platzieren, mit Sanrio-Figuren reden und dann irgendwann wieder ausschalten. Genau deshalb überrascht das Spiel relativ schnell. Hinter der extrem niedlichen Optik steckt nämlich deutlich mehr, als man anfangs denken würde. Die Insel wirkt größer, die Systeme greifen besser ineinander und vor allem entsteht ziemlich schnell dieser gefährliche Effekt, bei dem man eigentlich nur kurz weiterspielen wollte und plötzlich wieder mehrere Stunden vergangen sind. Gerade weil das Spiel konstant neue Bereiche, Figuren und kleine Aufgaben freischaltet, bleibt man erstaunlich lange motiviert. Gleichzeitig schafft Hello Kitty Island Adventure etwas, woran viele andere Cozy Games scheitern. Es fühlt sich nicht einfach nur gemütlich an, sondern tatsächlich wie ein kleines Abenteuer.


Zwischen Vulkanen, Sümpfen und versteckten Höhlen steckt deutlich mehr Insel als man erwartet

Die Insel selbst gehört definitiv zu den größten Überraschungen des Spiels. Anfangs wirkt vieles noch relativ klein und übersichtlich, doch je länger man spielt, desto mehr öffnet sich die Welt. Neue Gebiete werden freigeschaltet, Brücken repariert oder versteckte Wege entdeckt. Plötzlich steht man dann mitten in einem Vulkangebiet, schwimmt durch Unterwasserhöhlen oder läuft durch neblige Sümpfe und merkt relativ schnell, dass die Insel viel abwechslungsreicher aufgebaut ist, als die knallbunte Optik zunächst vermuten lässt. Genau dadurch bleibt das Erkunden ständig interessant. Hinter fast jeder Ecke versteckt sich wieder irgendeine Kleinigkeit, die man vorher noch nicht gesehen hat.

Besonders angenehm ist dabei, wie entspannt sich die Erkundung anfühlt. Das Spiel setzt kaum auf Stress oder Zeitdruck. Stattdessen läuft man einfach los, sammelt Materialien ein, entdeckt neue Fische oder findet plötzlich wieder irgendwelche kleinen Rätsel. Gerade diese ruhige Art sorgt dafür, dass man irgendwann komplett im Spielfluss versinkt. Gleichzeitig motiviert Hello Kitty Island Adventure ständig dazu, noch ein kleines Stück weiterzulaufen, weil man praktisch permanent das Gefühl hat, irgendwo noch etwas zu übersehen. Genau daraus entsteht dieser typische Cozy-Sog, der einen irgendwann komplett die Zeit vergessen lässt.


Freundschaften sind hier nicht einfach irgendein Nebensystem

Das eigentliche Herzstück des Spiels sind aber die Beziehungen zu den Figuren. Fast alles in Hello Kitty Island Adventure dreht sich darum, Freundschaften aufzubauen, Aufgaben für die Charaktere zu erledigen und ihre Geschichten Stück für Stück weiterzuführen. Genau dadurch fühlt sich die Insel irgendwann deutlich lebendiger an als in vielen anderen Life-Sims. Die Figuren stehen nicht einfach nur irgendwo herum, sondern besitzen tatsächlich kleine Eigenheiten, Vorlieben und unterschiedliche Persönlichkeiten. Manche wirken chaotischer, andere ruhiger oder deutlich neugieriger. Dadurch entsteht relativ schnell das Gefühl, dass die Inselbewohner tatsächlich zusammengehören.

Besonders angenehm ist dabei, dass das Spiel Freundschaften relativ natürlich aufbaut. Statt einfach nur stumpf irgendwelche Balken zu füllen, schaltet man ständig neue Gespräche, Quests oder gemeinsame Aktivitäten frei. Genau dadurch entsteht Fortschritt, ohne dass sich das Ganze nach Arbeit anfühlt. Natürlich sammelt man auch hier Geschenke und Materialien, doch weil fast jede Figur andere Dinge mag, bleibt das System überraschend abwechslungsreich. Irgendwann merkt man plötzlich, dass man bestimmte Figuren zuerst besuchen möchte, einfach weil man sie im Laufe des Spiels tatsächlich ins Herz geschlossen hat. Genau dort funktioniert Hello Kitty Island Adventure deutlich besser, als viele vielleicht erwarten würden.


Hinter der niedlichen Optik steckt ein erstaunlich motivierender Gameplay-Loop

Spielerisch kombiniert Hello Kitty Island Adventure unglaublich viele Systeme miteinander. Man sammelt Ressourcen, kocht Essen, bastelt Möbel, angelt, fängt Tiere oder dekoriert Hütten für neue Besucher. Das klingt auf dem Papier erstmal nach typischem Cozy-Game-Alltag, doch das Spiel schafft es erstaunlich gut, all diese Dinge miteinander zu verbinden. Fast jede Aktivität hat tatsächlich irgendeinen Zweck. Materialien werden für Geschenke oder neue Gegenstände benötigt, Essen hilft bei Quests und Dekorationen locken neue Charaktere auf die Insel. Genau dadurch fühlt sich fast nichts komplett sinnlos an.

Besonders stark ist dabei der eigentliche Spielfluss. Hello Kitty Island Adventure wirft ständig kleine Ziele vor die Füße, ohne jemals wirklich Druck aufzubauen. Eben wollte man noch nur kurz ein Geschenk abgeben und plötzlich steht man wieder irgendwo in einer Höhle, sucht nach seltenen Materialien oder versucht irgendein Rätsel zu lösen. Genau dadurch entsteht dieses gefährliche „nur noch fünf Minuten“-Gefühl, das einen am Ende deutlich länger beschäftigt als ursprünglich geplant. Gerade weil das Spiel so ruhig aufgebaut ist, merkt man oft gar nicht, wie schnell die Zeit dabei vergeht.


Die Insel lebt komplett von ihrer Atmosphäre

Atmosphärisch funktioniert Hello Kitty Island Adventure erstaunlich gut. Die Musik bleibt ständig angenehm ruhig, die Farben wirken extrem freundlich und selbst einfache Spaziergänge über die Insel entwickeln irgendwann eine fast beruhigende Wirkung. Gerade abends oder nachts entsteht teilweise eine richtig gemütliche Stimmung, wenn überall kleine Lichter leuchten und die Insel plötzlich deutlich ruhiger wirkt. Genau dort merkt man relativ schnell, wie stark das Spiel eigentlich auf dieses Wohlfühlgefühl setzt.

Dazu kommt, dass die verschiedenen Gebiete trotz des simplen Grafikstils erstaunlich unterschiedlich aussehen. Vulkanregionen wirken warm und lebendig, Unterwasserbereiche fast schon friedlich und einige spätere Orte besitzen plötzlich eine komplett andere Stimmung als die bunten Startgebiete. Gerade diese Abwechslung sorgt dafür, dass die Insel nie langweilig wird. Selbst nach vielen Stunden entdeckt man oft noch kleine Details oder Bereiche, an denen man vorher einfach vorbeigelaufen ist. Genau diese Mischung aus entspannter Atmosphäre und ständiger Neugier hält das Spiel so lange interessant.


Multiplayer funktioniert überraschend angenehm

Viele Cozy Games bauen Multiplayer eher halbherzig ein. Hello Kitty Island Adventure überrascht dagegen damit, wie gut gemeinsames Spielen tatsächlich funktioniert. Zusammen Materialien sammeln, Inseln erkunden oder Quests erledigen macht erstaunlich viel Spaß und wirkt nicht einfach nur wie irgendein angehängter Koop-Modus. Gerade weil beide Spieler relativ frei unterwegs sein können, fühlt sich Multiplayer angenehm entspannt an. Statt ständig aneinander gebunden zu sein, läuft jeder teilweise einfach los und kurze Zeit später trifft man sich plötzlich wieder irgendwo mitten auf der Insel.

Besonders cool ist dabei, dass gemeinsames Spielen tatsächlich Vorteile bringt. Manche Aufgaben oder Rätsel funktionieren zusammen deutlich angenehmer und generell entsteht einfach dieses gemütliche Gefühl, gemeinsam über die Insel zu laufen und nebenbei irgendwelche kleinen Aktivitäten zu erledigen. Gleichzeitig bleibt das Spiel aber auch alleine komplett motivierend. Multiplayer wirkt hier eher wie eine zusätzliche Verstärkung der ohnehin schon sehr entspannten Atmosphäre und nicht wie irgendein Pflichtmodus.


Nicht alles bleibt dauerhaft gleich spannend

So gemütlich Hello Kitty Island Adventure auch ist, merkt man nach längerer Zeit trotzdem einige Schwächen. Manche Aufgaben wiederholen sich relativ oft und gerade spätere Fortschritte können sich stellenweise etwas langsamer anfühlen. Besonders wenn bestimmte Materialien fehlen oder Freundschaftsstufen langsamer steigen, entsteht gelegentlich dieses Gefühl, erstmal nur tägliche Aufgaben abzuarbeiten. Genau dort merkt man manchmal noch die Wurzeln als ursprünglich mobiles Spiel.

Trotzdem bleibt das Ganze erstaunlich motivierend. Gerade weil ständig neue Quests, Figuren oder freischaltbare Bereiche auftauchen, verliert das Spiel seinen eigentlichen Reiz nur selten komplett. Dazu kommt, dass Hello Kitty Island Adventure nie versucht, besonders stressig oder kompliziert zu sein. Stattdessen konzentriert sich das Spiel komplett darauf, gemütlich, freundlich und entspannend zu bleiben. Genau deshalb funktioniert das Spiel am Ende so gut. Es möchte kein riesiges Hardcore-Survival-Spiel sein. Es möchte einfach nur eine angenehme Insel voller kleiner Abenteuer bieten und genau das schafft es überraschend gut.

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Unsere Meinung

Hello Kitty Island Adventure ist deutlich mehr als nur irgendein kleines Fanspiel für Sanrio-Fans. Hinter der niedlichen Optik steckt ein erstaunlich motivierendes Cozy-Adventure mit viel Erkundung, einer angenehm entspannten Atmosphäre und deutlich mehr Inhalt, als man anfangs erwartet. Gerade die Mischung aus Inselerkundung, Freundschaften und den vielen kleinen Aktivitäten sorgt dafür, dass man erstaunlich schnell komplett darin versinkt.
Natürlich wiederholen sich manche Aufgaben irgendwann und nicht jedes System besitzt extrem viel Tiefe. Trotzdem schafft es das Spiel fast die ganze Zeit, dieses gemütliche Abenteuergefühl aufrechtzuerhalten. Genau deshalb funktioniert Hello Kitty Island Adventure am Ende so gut. Es ist eines dieser Spiele, bei denen man sich einfach treiben lässt und plötzlich merkt, dass wieder Stunden vergangen sind.
Unsere Gesamtbewertung
90%

„Unglaublich gemütlich, charmant und überraschend umfangreich.” – game7days

Game7Days Award Platin
Platin
ProContra
  • Sehr entspannte Cozy-Atmosphäre
  • Überraschend umfangreiche Spielwelt
  • Viele charmante Aktivitäten
  • Motivierende Inselerkundung
  • Sympathische Charaktere
  • Perfekt zum Abschalten
  • Aufgaben wiederholen sich später
  • Manche Systeme bleiben simpel
  • Langsames Spieltempo nicht für jeden
Name: Hello Kitty Island Adventure
Genre: Cozy-Adventure, Simulation
USK/PEGI: tba
Entwickler: Sunblink
Publisher: Sunblink
Plattform: PC, Nintendo Switch, PlayStation 5, Apple Arcade
Veröffentlichung: 30.01.2025
Shop: Steam
Anmerkung: Hello Kitty Island Adventure wurde game7days für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

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